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Die Gruppe „Pipentid“ hat sich mittelalterlicher Musik verschrieben und lässt Geschichte so lebendig werden

„Pfeifenzeit“ – ein ungewöhnliches Hobby

Datum: 10.02.2017
Rubrik: Vereinsleben

Petershagen (km/sd). Auffällig für Augen und Ohren lässt die Gruppe „Pipentid" die Zeit vor einem halben Jahrtausend lebendig werden. Die Gruppe entstand aus dem Verein „Eggersdorfer Bauernvolk" und tritt auf Mittelaltermärkten und Festen auf. Mit einem Ritterfest in Wittenberg hat es begonnen, wie sich Andreas und Heike Lüders erinnern: „Wir wollen nicht nur bei Mittealterfesten dabei sein, sondern selbst was machen", formuliert Andreas Lüders den Kerngedanken. Aus einer Schalmei, Harfenunterricht, viel Üben und unzähligen Stunden Selbstgestalten entstand eine erste kleine Formation, die immer mehr Mitstreiter fand. Alle Mitglieder bei „Pipentid" sind Multiinstrumentalisten – mit Flöten in den unterschiedlichsten Größen und Tonlagen, verschiedenen Dudelsäcken und anderen Instrumenten kommt die Gruppe auf einen Fundus von etwa 40 Instrumenten. Wie man ein solches Instrument am besten erlernen kann, darüber ist man sich bei Pipentid uneinig, ein entsprechender Workshop ist für alle aber der beste Anfang.
Etwa um das Jahr 2000 ist die Musikergruppe „Pipentid" entstanden, das Interesse an der mittelalterlichen Musik teilen alle. Etwa zeitgleich wurde auch das historische Dorffest in Eggersdorf auf die Beine gestellt, welches am Himmelfahrtstag schon zum 19. Mal stattfindet. Der Name „Pipentid" leitet sich aus dem Plattdeutschen „Pipe" für Pfeife und „Tid" für Zeit ab. Pfeifen haben die meisten der historisch genauen Instrumente, auf denen die sogenannten Neumen, eine altertümliche Notenschrift, gespielt wird. Liedgut findet sich heutzutage dank Internet einfacher, aber Bibliotheken bieten nach wie vor viel Material für die Musik des 14. bis 16. Jahrhunderts. Sogar neue Stücke werden noch geschrieben. Die Stücke, die Pipentid spielt, sollen möglichst nah an dem originalen Klang herankommen.
Das nächste Konzert der Gruppe ist am 25. Februar 2017: Dabei werden die Reisen von Oswald von Wolkenstein literarisch und musikalisch behandelt. Wolkenstein war Minnesänger, Wegelagerer und Diplomat – eine besonders interessante Mischung. Das Konzert „Wolkensteins wundersame Reisen" beginnt am Samstagnachmittag um 15  Uhr beim Verein „Bauernvolk Eggersdorf", Am Fuchsbau 5 in Petershagen/Eggersdorf.

BU: Teilen ein außergewöhnliches Hobby: Andreas und Heike Lüders, Elisabet Hoeppener, Thomas Rudloff und Thomas Rajewicz (v. l. n. r.).      Foto: km
 

 

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