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20. Schwertkämpfertreffen

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Beitrag: 20. Schwertkämpfertreffen

Datum: 14.03.2017
Rubrik: Gesellschaft

Der Faszination eines Schwertes sind wir als Kinder doch alle einmal erlegen. Dabei war es egal, ob wir mit dem hölzernen Excalibur als König Artus gegen Drachen oder andere Feinde stritten oder verkleidet als Musketiere mit dem Plastikdegen Ehrengefechte an der Seite des Königs austrugen. Immer waren diese Schwerter etwas Besonderes. Auch in der Geschichte waren Schwerter immer mehr als nur Waffen. Sie waren zugleich Symbole der Macht und des Rechts. Dass Schwert nicht gleich Schwert und Schwertkampf nicht gleich Schwertkampf ist, konnte man am Samstag in der Erich-Wünsch-Halle, nicht nur sehen, sondern auch erleben. Denn dort trafen sich Schwertkämpfer aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Stolze Ritter, wilde Wikinger aber auch japanische Samurai zeigten wie man meisterlich mit Klingen aller Art umgehen kann. Mit dabei waren rund 150 Akteure aus mehr als 20 Vereinen und Gruppen, die in verschiedenen asiatischen und europäische Stilrichtungen kämpfen. Mike Wedding, Leiter der Chin Woo Kampfkunstschule in Bernau, präsentierte den Besuchern hier verschiedene Techniken aus dem Kung Fu. An dem Stand von Mike Wedding, konnte man sich außerdem noch ganz andere Techniken und Inhalte des Kung Fu Chin Woo zeigen lassen. Ganz zufällig ist auch Anika Jantzen zum Kampfsport gekommen und seit 11 Jahren fest dabei. Sie ist Schülerin der Chin Woo Kampfkunstschule und bereits ein Braungurt. Auf vielen Wettkämpfen war sie schon mit dabei, unter anderem auch in Amerika und Schanghai. Ganz neu beim Bernauer Schwerttreffen ist die Gruppe um Stefan Pawlitke. Er ist Firmengründer von Genkido, einer Schule in der verschieden Kampfkunstarten unterrichtet werden. Naginata ist eine von Ihnen, Wettkampfsport und Kampfkunst zugleich. Etwas rauer ging es in der Halle nebenan zu. Denn hier trainierten die Wikinger, zeitgemäß angesiedelt zwischen dem 8 und 10. Jahrhundert. Aufgestellt in 2 Gruppen wurde mit unterschiedlichen Waffen gegeneinander gefochten. Was zuerst wie ein Spiel aussieht, nennt sich in Wirklichkeit Freikampf. Je nachdem welche Gruppe die meisten Treffer gelandet hat, hat gewonnen. Vorher abgesprochen wird hier nichts. Ihre Kampfweise unterscheidet sich von den anderen darin, dass sie ein Rundschild einsetzten, zum Schutz vor Schwerter, aber auch als Waffe. Weniger schmerzhaft lief unterdessen das Training für das Duell der Bernauer Briganten ab. Sie bereiteten eine zünftige Prügelei vor, die ganz ohne Waffen vonstattenging. Und während die Briganten noch an der überzeugenden Echtheit ihrer Hiebe feilten, haben sich alle Kampfkunstinteressierten auf der Bühne nebenan um Peter Koza versammelt. Er, ein wahrer Meister aus der Slowakei und Kenner zahlreicher Schulen der europäischen Kampfkunst gehört hier in Bernau zu den festen Größen. Ausgehend vom Sportfechten, fing er irgendwann einfach selber an sich weiterzubilden, studierte die alten Bücher und wurde so einfach selbst zum Lehrer. Ein Slowake der hier die deutsche Schule unterrichtet. Er ist auf dem Seminar für alle da. Jeder kann bei Ihm lernen, ganz nach dem Motto: Der größte Stolz des Lehrers ist, wenn er nicht mehr notwendig ist. Doch das hält ihn natürlich nicht davon ab auch nächstes Jahr wieder nach Bernau zu kommen. Neben solchen Veranstaltungen wie dem Schwertkämpfertreffen und dem Hussitenfest, ist die Stadt Bernau mittlerweile zu einer festen Größe in der Mittelaltersszene geworden, die jedes Jahr zahlreiche Gäste für einen kurzen Moment in eine andere Zeit entführt.

Bericht/Kamera/Schnitt: Katja Altmann

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