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Angestautes Wasser verhindert Anbau von Futterpflanzen – Landwirt sucht dringend Hilfe

Biber nimmt Futtergrundlage

Datum: 17.03.2017
Rubrik: Gesellschaft

Gielsdorf (sd). Die Mähwiesen, auf denen Hans Görke-Kahn normalerweise Heu als Tierfutter anbaut, gleichen derzeit eher einer Morastlandschaft. Mit jedem weiterem Schritt in Richtung Grabenfließ wird der Boden weicher, es platscht hörbar.
Die Ursache ist recht offensichtlich: Ein Biber hat sich in dem Wald- und Feldergebiet zwischen Gielsdorf und Wesendahl angesiedelt. „Seit letztem November ist er ungefähr aktiv, sogar Jungtiere konnten wir schon beobachten", umschreibt Hans Görke-Kahn das Geschehen. Gegen das Tier selbst habe er nichts, beteuert er, jedoch gegen den drohenden Verlust seiner Futtergrundlage. Einen Teil seiner Mähwiesen hat Görke-Kahn sogar vom Naturschutzbund erhalten und bewirtschaftet sie . Gerade jetzt tummeln sich wieder Kraniche, Wildgänse – und eben der Biber. Wer geduldig wartet, kann sogar einen Blick auf das Tier erhaschen, dessen Art in der Region zuletzt vermehrt anzutreffen ist, erklärt der Landwirt. Das Problem ist gut ersichtlich: Wie es dem Biber eigen ist, hat er einen Staudamm erreichtet. Ausgerechnet im Grabenfließ, das die Felder von einem privaten Waldgrundstück trennt. Infolgedessen stieg der Wasserpegel in einem Bereich des Fließes vor der Brücke in Richtung Wesendahl um gut einen Meter.
Neben Hölzern, die deutliche Nagespuren aufweisen, fallen immer wieder Bäume, die auf dem durchweichten Grund keinen Halt mehr finden. Seit der deutsch-deutschen Wende gibt es im landwirtschaftlichen Betrieb von Hans und Manuela Görke-Kahn auch die anerkannte Pferdezucht. Gleich im November begutachtete der Biber-Beauftragte des Landes die Situation.
Auf Empfehlung und nach Information der Stadt- sowie Kreisverwaltung wurde im Februar ein Antrag auf Trockenlegung der Felder gestellt. Bislang ohne Ergebnis. „Wenn in den nächsten 14 Tagen nichts passiert, kann die Ernte abgeschrieben werden", prophezeit Görke-Kahn.
Von Rund 30 Hektar Fläche liegen lediglich fünf Hektar etwas höher und könnten wie gewohnt bewirtschaftet werden. Auf 3.000 Euro schätzt Hans Görke-Kahn den Schaden. Kosten für Zukäufe, die für Futter nötig würden, nicht inbegriffen.

BU1: Fast ein Meter über normal: Den Bewässerungsgraben hat der Bau des Bibers zu einem kleinen Teich aufgestaut, sodass die angrenzenden Felder von Hans Görke-Kahn immer mehr einem Moor gleichen.        Foto: sd

BU2: Jüngste Spuren: Nachdem der Baum auf das Feld gestürzt war, bearbeitete ihn der Nager weiter.     Foto: sd
 

 

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