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Ergebnisse einer interkommunalen Studie von Petershagen/Eggersdorf und Fredersdorf-Vogelsdorf

Experte rät zum Bau einer weiteren Kita

Datum: 21.04.2017
Rubrik: Gesellschaft

Fredersdorf-Vogelsdorf/ Petershagen/Eggersdorf (lh). Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit haben die beiden Gemeinden Fredersdorf-Vogelsdorf und Petershagen/Eggersdorf eine gemeinsame Studie in Auftrag gegeben, die den zukünftigen Bedarf für den Kita- und Schulbereich ermitteln sollte. In einer gemeinsamen Hauptausschusssitzung wurden die Resultate nun vorgestellt.Auf 40 Seiten waren die Ergebnisse der Untersuchung zusammen gefasst. Ronald König von der ausführenden Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH stellte diese den anwesenden Hauptausschussmitgliedern, Gemeindevertretern, Schuldirektorinnen, Kitaleiterinnen und Bürgern vor. Auf Basis der statistischen Daten vom 31. Dezember 2015 und unter Berücksichtigung der Entwicklungen im letzten Jahr hat König drei Szenarien entwickelt - ein Basis-, ein mittleres und ein Wachstumsszenario.In beiden Gemeinden leben überdurchschnittlich viele Kinder und Mittvierziger. Das passt ins Bild, denn in den letzten Jahren sind viele junge Familien ins Grüne gezogen. Dementsprechend hoch ist der Anteil an Ein- oder Zweifamilienhäusern. Wohingegen es wenige Mehrparteienobjekte gibt. Diese Struktur zeigt sich in beiden Kommunen. Die Kinder verlassen die Gemeinden zumeist, um ihre Ausbildung oder ihre Schule zu absolvieren. Das Basisszenario fußt auf der Vorausschau, die im Auftrag der Landesregierung 2013 erstellt wurde. Laut Roland König zeigt sich jedoch schon jetzt, dass diese Zahlen nicht eingetreten sind, sondern eher die untere Grenze bilden. Bei den beiden weiteren Szenarien spielen die sogenannten Baupotentiale eine große Rolle, also die freien Flächen, die noch für die Wohnbebauung zur Verfügung stehen. Je nachdem wie schnell diese Flächen aktiviert, also ausgeschrieben werden, desto schneller entwickeln sich auch die Einwohnerzahlen und somit auch der Bedarf an Kita- und Schulplätzen. In Petershagen/Eggersdorf gibt es noch mehr Baupotentiale.Vor allem der Bedarf an Kitaplätzen wurde an dem Abend ausgiebig diskutiert. Obwohl Fredersdorf-Vogelsdorf etwas kleiner ist, sind die Kapazitäten bei den Kitaplätzen höher – hier werden 745 Kinder betreut in Petershagen/Eggersdorf 680. Der Versorgungsgrad bei den Drei- bis Sechsjährigen liegt bei 96 Prozent -in Petershagen/Eggersdorf liegt die Quote bei 88 Prozent. Mittelfristig, so sagte Ronald König, werde die vorhandene Versorgung nicht ausreichen. In der Mitte der 2020er Jahre entstünde ein zusätzlicher Bedarf, wenn man vom mittleren Szenario ausgeht. Er zeigte auf, wie sich die sogenannte Wanderbewegung aus der Hauptstadt bis 2040 weitervollziehen wird. Eine Einrichtung mit 100 Plätzen in Petershagen/Eggersdorf könne das Wanderungshoch nicht ganz abdecken, ein Saldo von 20 Plätzen würde bleiben. Da dieser zusätzliche Bedarf, den Ergebnissen der Untersuchung nach, jedoch nur über einen Zeitraum von zehn Jahren von Nöten sein werde, regte König an über eine Nachnutzung einer möglichen neuen Kita nachzudenken. Denkbar wären Modellbauweise oder ein vorgezogener Ersatzbau. Bis zur Realisierung zusätzlicher Kapazitäten muss voraussichtlich mit Provisorien gearbeitet werden -bespielsweise auch unter Einbeziehung von temporären Kapazitäten, die im Zuge der Bautätigkeiten unter anderem am Standort Dorfanger vorhanden sind. Der Fachmann empfahl eine Kita in dieser Größenordnung. „Eigentlich könnten Sie im laufenden beziehungsweise im nächsten Jahr Kapazitäten gebrauchen und können schon jetzt mit der Planung beginnen“, erklärte er den anwesenden Gemeindevertretern. In Petershagen/Eggersdorf wird der Anstieg noch deutlicher zu spüren sein als in Fredersdorf-Vogelsdorf. Hier fehlen konkret 43 Plätze. Wie Bürgermeister Thomas Krieger sagte, wird die Landeskirchliche Gemeinde nun doch keine neue Kita in Fredersdorf Nord errichten, somit fehlen zusätzlich 30 Plätze.Wartelisten gibt es in beiden Gemeinden. Thomas Krieger betonte, dass in Fredersdorf-Vogelsdorf bisher jedes Kind einen Kitaplatz bekommen habe, wenn auch nicht in der Wunsch-Kita. Auf den Wartelisten der jeweiligen Kitas würden oft dieselben Eltern stehen. Diese Doppelungen könnten mit Absprachen beseitigt werden. In der Nachbargemeinde stehen zwischen 150 und 200 Kinder auf der Warteliste.Einige Hauptausschussmitglieder kritisierten, dass ihnen diese Studie zu konservativ sei beziehungsweise sie sich konkretere Empfehlungen gewünscht hätten. Mit diesen Informationen geht es nun in die jeweiligen Ausschüsse.

BU: Der Zuzug ist in beiden Gemeinden ungebrochen und es werden in Zukunft noch weitere Kitaplätze benötigt. Nun muss entschieden werden, wie es weitergehen soll.

Foto: lh

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