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Gemeindevertreter fassen Beschluss für Oberschulneubau auf dem Sportplatz

Die Zuwegung ist die große Unbekannte

Datum: 28.07.2017

Fredersdorf-Vogelsdorf (lh). Es war eine Entscheidung, mit der sich die Fredersdorf-Vogelsdorfer Gemeindevertreter schwergetan haben. Allen ist zwar bewusst, dass dringend mehr Platz für die Schülerinnen und Schüler geschaffen werden muss, doch über das Wie ist man noch uneinig. Bürgermeister Thomas Krieger stellte auf der Juli-Sitzung der Gemeindevertretung die aktuellen Zahlen vor. Im Juni wurde er durch die Gremiumsmitglieder damit beauftragt zu prüfen, ob sich der Vogelsdorfer Sportplatz für den Bau einer neuen Oberschule eignet. Nach tieferer Prüfung hat sich ergeben, dass sich das Gelände als neuer Standort eignet. Auch die Schulen sowie der Naturschutzbund tragen diese Variante mit. Doch es gibt eine große Unbekannte: Die Zuwegung. Derzeit gibt es nur eine kleine Schotterpiste vom Försterweg zum Sportplatz. Die Eigentümerin der Fläche direkt neben dem Weg hat Bürgermeister Krieger nun eine finale Absage erteilt. Katrin Werner (Die Linke) brachte einen möglichen Enteignungsprozess zur Sprache, doch so ein Prozess würde nach Aussage des Bürgermeisters zehn bis zwölf Jahre dauern. „Bis dahin sind die Kinder groß“, so Thomas Krieger scherzhaft. Denis Lindenberg (AfD) schlug vor, den persönlichen Kontakt mit der Eigentümerin der Flächen zu suchen.Zudem wandte sich Thomas Krieger an den für das Thema Schule zuständigen Beigeordneten sowie den Abteilungsleiter Schule des Landkreises. Hier hat sich gezeigt, dass man seitens des Landkreises offen für eine Vier-Zügigkeit der Oberschule ist, die sich in Trägerschaft des Kreises befindet. Allerdings kam es zu keiner Zusage, die Investitionskosten für die Erhöhung der Planung um einen Zug zu übernehmen. Es wurde aber zugesagt, einen solchen Investitionskostenzuschuss dem Landrat und ggf. dem Kreistag vorzutragen. Ein weiterer Faktor sind die Kosten. War im Juni noch von einer Kostenschätzung von zehn Millionen Euro die Rede, so ist man jetzt, nach eingehender Prüfung, bei einer Gesamtsumme von 13 Millionen Euro. „Wir sind danach nicht pleite, das möchte ich betonen“, erklärte Thomas Krieger den Abgeordneten. Aber er machte nochmals darauf aufmerksam, dass man nicht mehr so frei investieren könne, wie in den vergangenen Jahren. Volker Heiermann sprach von einem „massiv ungutem Gefühl“, dass er bei den vorlegten Zahlen hat. Er befürchtet vor allem, dass man noch nicht am Ende der Preissteigerungen angekommen sei. 12,4 Millionen Euro wird der Neubau der Oberschule an dem neuen Standort kosten. Hinzu kommen 560.000 Euro für den Umbau des Campus und des Oberschulgebäudes für den Grundschulbedarf. Uwe Heilmann (W.I.R.) regte an, das Gespräch mit der Oberschulleitung zu suchen, um einen Kompromiss zwischen den Vorgaben des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport und den Wünschen der Lehrer, Eltern und Schülern zu finden. Arco Auschner (CDU& Unabhängige) betonte, dass die von der SPD-Fraktion favorisierte Variante der Erweiterung mit einem neuen Gebäude in Fredersdorf Süd mit einer geschätzten Summe von acht Millionen Euro auch nicht das Ende der Fahnenstange sei. „Ich möchte keine Kinderunterbringungsanstalt. Es soll nicht so sein, dass wir die letzte Freifläche auf dem Campus zubauen, nur um Geld zu sparen.“ Katrin Werner stellte einen Antrag auf Festlegung einer Baukostenobergrenze mit der Begründung, dass sie in Fredersdorf-Vogelsdorf keinen zweiten BER wolle. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Der Beschluss, dass Verfahren in die Wege zu leiten, wurde von der Mehrheit der Gemeindevertreter getragen. Dieser Beschluss enthält jedoch auch eine Alternative, falls die anderweitige Erschließung des Sportplatzgeländes nicht möglich sein sollte. „So sind wir handlungsfähig und verlieren keine Zeit“, sagte Krieger. Für den Fall, dass die Erschließung nicht gesichert werden kann oder andere Gründe auftreten, die den Bau einer Oberschule auf dem Standort Sportplatz Vogelsdorf unmöglich machen, wurde der Bürgermeister durch das Votum der Gemeindevertreter beauftragt, für diesen Fall bis September 2017 eine Alternative auf Umsetzbarkeit und Kosten zu prüfen. Diese Variante beinhaltet die Errichtung eines Erweitungsbaus für einen zusätzlichen Klassenzug auf dem Campus der Fred-Vogel-Grundschule. Zudem soll das Kellerhaus abgerissen und dort eine Kleinfeldhalle sowie Parkplatze gebaut. Diese Variante beinhaltet auch die Prüfung der räumlichen Kapazitäten beziehungsweise den Neubau für einen zusätzlichen Klassenzug auf dem Campus der Vier-Jahreszeiten-Grundschule. Carsten Culemann (SPD) reichte diese Alternative jedoch nicht. Seinem Antrag, das Haus 1 abzureißen und an dieser Stelle ein zweizügiges Schulgebäude zu errichten, als Variante ebenfalls zu prüfen, folgten die Gemeindevertreter mehrheitlich.Nun erfolgt die Ausschreibung der Generalauftragnehmerleistung in einem Teilnahmewettbewerb und die Prüfung einer alternativen Erschließung.

BU: Bürgermeister Thomas Krieger präsentierte auf der letzten Sitzung der Gemeindevertretung die aktuellen Zahlen.

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