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Amtsgemeinde-Modell mit Werneuchen geplant

Falkenberg auf Partnersuche

Datum: 01.09.2017

Falkenberg (ma). Die sogenannte Kreisreform führt zu emsigen Aktivitäten in Städten und Ämtern, in denen die vom Brandenburger Innenministerium vorgegebenen Zahlen nicht aus eigener Kraft erreicht werden können. Um nicht im Zuge dieser Reform „zwangsverheiratet“ zu werden, sind diese Kommunen eigenständig auf der Suche nach potenten Partnern. Für berlinnahe Verwaltungen ist die Mindesteinwohnerzahl pro Verwaltung auf 12.000 festgesetzt worden, für berlinferne Bereiche auf 8.000. Das Amt Falkenberg wird diese Zahl nicht erreichen. Für das Jahr 2030 sind vom Land 3.981 Einwohner prognostiziert. „Da freiwillige Zusammenschlüsse möglich sind wurden in der Vergangenheit von Falkenberg aus in alle Richtungen Sondierungsgespräche geführt“, erklärt Amtsdirektor Holger Horneffer gegenüber dieser Zeitung. Wichtigstes Ziel der Gespräche sei dabei immer der Erhalt der Selbständigkeit und der für sie wichtigen Infrastruktur wie Schulen und Kitas gewesen. Der Beitritt als Ortsteil einer Stadt, wie es Wriezen oder Bad Freienwalde vorgeschlagen hatten, schied demnach für die Falkenberger aus. Das Amt Barnim Oderbruch (5.498 Einwohner) ist ebenfalls auf der Suche nach einem Partner. Es führt Gespräche mit Letschin und fällt somit ebenfalls aus. Derzeit die einzige Option ist ein Zusammenschluss mit der Stadt Werneuchen. Sie hat den Gemeinden des Amtes angeboten, gemeinsam das Modell der künftigen „Brandenburger Amtsgemeinde“ zu prüfen. Zielsetzung ist es, gemeinsam in eine neue Struktur zu gehen und Bewährtes für die Bürger zu bewahren. Jeder soll auch künftig seinen Ansprechpartner an einem für ihn erreichbaren Verwaltungsstandort haben. Damit bliebe die Verwaltung in Falkenberg bestehen. Zur Beteiligung der Bürger an diesem Prozess fi nden zurzeit Informationsveranstaltungen statt. Eine erste am Dienstag in Wölsickendorf, mit der Beteiligung von Werneuchens Bürgermeister Burkhard Horn. Am Mittwoch gab es eine solche Veranstaltung in Werneuchen im Adlersaal. Dort wollten die Mitarbeiter der Verwaltungen beider Kommunen aufklären und Bürgerfragen beantworten. Ursprünglich war ein Bürgerentscheid vorgesehen. Er wurde von der Kommunalaufsicht aber verworfen.
Bürger können sich jetzt frühzeitig auf den Veranstaltungen einbringen. Zudem ist eine Fragebogenaktion gestartet worden. Bis 15. September 2017 haben die Bürger Zeit, ihre Bedenken und Ideen einbringen, die dann zur Willensbildung in den Gemeinden herangezogen werden. In Wölsickendorf nutzten bereits etwa 70 Bürger die Gelegenheit. Holger Horneffer zog eine positive Bilanz: „Fast alle Anwesenden hatten sich schon gut mit dem Thema beschäftigt und stellten Fragen in einer großen Bandbreite von Themen.“ Der Frage warum diese Veranstaltung notwendig sei, wenn doch die Verwaltungen schon entschieden hätten, begegnete er mit dem Argument, dass es noch eine frühe Stufe des Prozesses sei. „Die Bürger haben die Chance sich zu beteiligen. Ihre Anregungen werden in die Meinungsbildung der Gemeindevertreter einfl ießen“, so der Amtsdirektor. „Da sich auch die Kreistage von Märkisch- Oderland und Barnim mit dieser Fusion beschäftigen müssen, wäre eine große Beteiligung und Zustimmung der Bürger sehr hilfreich.“
Am kommenden Montag wird es um 19 Uhr im Gemeindezentrum in Dannenberg eine weitere Info-Veranstaltung geben.

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