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Bahnanbindung führte zur Entwicklung der Vorstadt – Ostbahn auch heute Lebensader

Sonderfahrt zum 150. Jubiläum

Datum: 09.10.2017
Rubrik: Gesellschaft

Strausberg (sd). Der Ausbau der Ostbahn zwischen Berlin und Gusow gab auch für zahlreiche Orte in der Region einen entscheidenden Entwicklungsschub. So wurde das Jubiläum des Bahnhofs Strausberg mit einem Festakt gefeiert.
Dicht drängten sich die Besucher jeden Alters am Sonntagmorgen vor dem Bahnhofsgebäude in Strausberg Vorstadt. Mit einem Platzkonzert eröffneten die Mitglieder des Fanfanrenzugs den Festakt. Es sei ein Dienstag gewesen, als vor 150 Jahren der Bahnhof Strausberg eingeweiht wurde, leitete Bürgermeisterin Elke Stadeler ein. Nicht nur die Entwicklung der Vorstadt, sondern auch die der Straßenbahn nahmen damit ihren Anfang, war der Anschluss an die wichtige Bahnverbindung doch ursprünglich knapp sieben Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der Bahnhof und sein Umfeld seien in einem ständigen Wandel, wurde doch vor knapp zwei Jahren nach langem hin und her der 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Strausberg Nord eingeweiht. Insgesamt vier Bahnstationen in einer Stadt seien auch Alleinstellungsmerkmal, fügte Stadeler hinzu.
Das aktuelle Vorhaben der Deutschen Bahn, die Entflechtung des S-Bahn- und Regionalverkehrs über einen neuen Bahnsteig, konnten anschließend Besucher anschließend bei Führungen mit Mathias Gebauer von der DB Netz AG in Augenschein nehmen. So war zu erfahren, wie es zur Lösung des kleinen beschrankten Übergangs zum bestehenden Bahnsteig kam und dass im nächsten Jahr der Regionalbahnsteig auf 60 Metern Länge überdacht werde.
In einem Vortrag, der aufgrund des großen Andrangs spontan zwei mal gehalten wurde, stellten Claus Béringuier und Rudolf Patzer vom Akanthus-Verein die Entwicklung in Bild und Text vor. Fünf Schautafeln, die Christa Wunderlich und ihr Team vom Stadtmuseum erstellt haben, rundeten die Eindrücke ab. So berichtete Wunderlich, dass die Bahnen um 1920 teilweise 20.000 Touristen am Tag in das Berliner Umland fuhren.
Unterdessen sorgten Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums mit ihrem Kuchenbasar für die Beköstigung. Etwas kleiner, dafür jedoch sehr vielfältig, präsentierten die Mitglieder des Vereins „Zum Gartenbahner" aus Eggersdorf ihr Hobby. Von der klassischen H0-Spur über Spur 1 bis zur amerikanischen Gartenbahn, die etwas größer als ihre deutsche Schwesterversion ist, waren die oftmals selbst gebauten Modelle auch in Aktion zu erleben. Der Herzfelder Bert Prengemann hatte unter anderem auch eine Miniversion des Triebwagens 16 der Strausberger Eisenbahn dabei. Das Original harrt indes in einem Hangar auf dem Strausberger Flugplatz eines Tischlers, der es historisch korrekt saniert. Eine Straßenbahn aus den 1960er Jahren fuhr gewissermaßen gleich doppelt: Einmal im handlichen Format auf der Freifläche neben dem Bahnhofsgebäude und zur Feier des Tages im Original als Rekobahn.
Während bei der Strausberger Eisenbahn selbst im nächsten Jahr auf ein 125-jähriges Bestehen zurückgeblickt wird, vermittelte der detailliert restaurierte Wagen das Flair vergangener Tage. Bernd Conrad begrüßte die Gäste in Vertretung von Stadtwerke-Chef Andreas Gagel und kündigte das Fest im nächsten August an.
Vormittags konnte mancher Fahrgast das Erlebnis von vor 50 Jahren wieder erleben, während die Jüngsten von der Nostalgie gebannt waren. Schon die Bezahlung bei den Angestellten, statt den Automaten mit Kleingeld zu füttern, war für viele ein Erlebnis. Die extra Fahrkarten mit dem Vermerk „Sonderfahrt" landeten sicherlich nicht zerknüllt in der Hosentasche oder im Papierkorb.
Für musikalische Abwechslung sorgten Anton Tazzioli, Alan-Ari Hübner, Lasse und Corinna Borges sowie Nico Lohmann vom Saxophon-Quartett der Kreismusikschule.
„Ostbahn heißt Zukunft", wurde bei der IHK Ostbrandenburg getitelt. Eine enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung sei vor anderthalb Jahrhunderten entstanden, deren Lehren genutzt werden sollten. Daher bestärkten die Vertreter der IHK ihre Forderung zum zweigleisigen Ausbau der Ostbahn an den Bund. „Die Ostbahn ist heute die wichtigste Eisenbahnverbindung zwischen Brandenburg und Polen und ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Region", hieß es weiter.

BU: Rege besucht: Tom Scholz von der Strausberger Eisenbahn kassierte die Sonderfahrkarten im Reko-Zug aus den 1960er Jahren noch ganz klassisch ab.    Foto: BAB/sd
 

 

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