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Land stellt Fördermittel für Aufforstung zur Verfügung

Schäden werden aufgearbeitet

Datum: 02.11.2017

Märkisch-Oderland (ma). Zwei Herbststürme innerhalb kurzer Zeit haben deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. Kaum waren die Schäden von „Xavier“ einigermaßen registriert und beseitigt, sorgte Sturmtief „Herwart“ am Wochenende in Norddeutschland für schwere Schäden. Auch Brandenburg ist unterschiedlich stark betroffen. Die Schadmenge für den Gesamtwald im Land Brandenburg beträgt bereits nach „Xavier“ nach Schätzungen des Landesbetriebs Forst Brandenburg eine Million Festmeter Holz. Das entspricht anderhalb bis zwei Millionen Bäumen. In einem normalen Wirtschaftsjahr werden in den 1,1 Millionen Hektar Wald Brandenburgs zirka 4,5 Millionen Festmeter geerntet. Somit wurde durch den Sturm fast ein Viertel der Jahreseinschlagsmenge umgeworfen. Diese Holzmenge hat einen durchschnittlichen Wert von zirka 48 Millionen Euro. Das Aufarbeiten des Holzes ist schwierig und gefährlich, da umgeworfene Bäume häufi g unter Spannung stehen und herabfallende Äste die Waldarbeiter gefährden. Trotzdem muss das Holz schnell aufgearbeitet und an die Holzindustrie geliefert werden. Auch der Kleinprivatwald ist davon betroffen. Die betroffenen Waldbesitzer sind in diesen Tagen mit Aufräumarbeiten und der Verkehrssicherungspfl icht beschäftigt. Das Landwirtschaftsministerium stellt Fördermittel zur Wiederverjüngung von geschädigten Beständen zur Verfügung. Förderfähig sind insbesondere fl ächige Schäden mit zahlreichen Würfen auf einer Fläche, nicht jedoch Einzelwürfe und Schäden auf Kleinstfl ächen. Die Förderung gilt für alle Bestandsalter und Baumarten. Der nächste Antragstermin ist der 15. Februar 2018, somit bleibt genügend Zeit für die fachliche Sondierung und Antragstellung. Die Oberförstereien des Landesbetriebs Forst Brandenburg und private forstliche Dienstleister stehen den Waldbesitzern beratend zur Seite. Mitglieder in Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) sollten sich an ihre FBG wenden. Weiterhin können Waldbesitzer für ihr Sturmholz eine 50-prozentige Einkommenssteuerermäßigung für außerordentliche Holznutzungen bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium. Unabhängig von der Beseitigung der Sturmschäden beginnt in den Brandenburger Wäldern wieder die Pfl anzzeit. Der Anteil der Kiefernbestände ist im Landeswald mit 70 Prozent nach wie vor hoch. Der Waldumbau von Kiefernreinbeständen zu standortgerechten Kiefern- Laubbaum-Mischbeständen ist damit ein Handlungsschwerpunkt. So werden jedes Jahr mindestens sechs Millionen Laubbäume gepfl anzt. Damit will der Landesbetrieb die Wälder fi t für die Herausforderungen des Klimawandels machen. Traubeneichen, Stieleichen und Rotbuchen werden am häufi gsten gepfl anzt, aber auch seltenere Laubbäume wie Hainbuchen, Bergahorne und Winterlinden sowie Roterle. Pfl anzungen halten viele kleine Bäume in der unteren Waldschicht als Verjüngungsreserve vor. Kommt es nun zu Schäden im Altholz, so steht die nächste Baumgeneration bereits bereit um die vielfältigen Aufgaben des Waldes zu übernehmen. Die durch Xavier gebrochenen und geworfenen Bäume werden nicht alle aufgearbeitet. Vielmehr verbleiben viele von ihnen als Totholz im Wald, um langsam zu zerfallen und Pilzen oder Insekten als Lebensraum zu dienen. Spaziergänger und Waldbesucher sollten nach wie vor besonders vorsichtig sein oder den Wald meiden, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind.

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