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Fraktionsübergreifender Antrag wurde angenommen / Einrichtung bekommt 50.000 Euro Fördermittel pro Jahr

Finanzierung der Krebsberatung sicher

Datum: 07.12.2017
Rubrik: Gesellschaft

Wandlitz (fw/vk). Gute Nachrichten für die Krebsberatungsstelle Barnim in Wandlitz. Auf der Kreistagssitzung am Mittwoch sprachen sich die Abgeordneten laut CDU-Politiker Danko Jur mit „deutlicher Mehrheit“ dafür aus, die Einrichtung in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils 50.000 Euro zu unterstützen. Damit folgten sie einem fraktionsübergreifenden Antrag von CDU und B90/Die Grünen. Auch die Linke brachten einen Antrag zur Unterstützung der Beratungsstelle ein. Ein bedeutender Vorstoß für die dort ehrenamtlich tätigen psychoonkologischen Berater und natürlich auch für die Betroffenen. Der Verein Krebsberatung Berlin- Brandenburg e.V. gründete sich vor zehn Jahren, doch war zum Ende dieses Jahres aufgrund fi nanzieller Engpässe fast nicht mehr handlungsfähig. Denn mit weit mehr als 500 Beratungen pro Jahr stoßen die dort Engagierten an ihre Grenzen. Die Nachfrage nach der Beratung ist groß. Zum einen gibt es immer mehr Krebsdiagnosen, zum anderen gibt es nicht genügend Beratungsstellen. So ist der Anlaufpunkt in Wandlitz der einzige im gesamten Norden des Landes und wird nicht nur von Barnimern aufgesucht, sondern von Betroffenen und ihren Angehörigen aus Märkisch-Oderland, Oberhavel und der Uckermark. Trotz des offenbar großen Bedarfs ist die Finanzierung solche Beratungsstellen nicht gesichert. Es gibt Aussichten, dass es seitens des Landes eine Förderregelung gibt. Allerdings ist damit erst Anfang des Jahres 2019 zu rechnen. Die Zeit bis dahin muss überbrückt werden und Spenden allein reichen nicht aus. Die SPD-Landtagsabgeordnete Britta Müller macht sich schon seit längerer Zeit auf Landesebene dafür stark, dass es eine Finanzierungslösung für psychoonkologische Beratungsstellen gibt. Sie führte Gespräche mit Krankenkassen und anderen Stellen, doch aus dem Gesundheitsministerium bekam die gesundheitspolitische Sprecherin nur die Nachricht, dass es keine rechtliche Finanzierungsgrundlage gebe. Auch die Nachricht, dass die Beratungsstelle vor dem Aus steht, erreichte die Politikerin. Sie suchte nach Wegen, um eine schnelle Übergangslösung zu fi nden. So wandte sie sich an die Sparkasse Barnim, die prompt reagierte und 5.000 Euro für den Zweck zur Verfügung stellte. Den Scheck übergaben Müller und Sparkassen-Vorstandsmitglied Volkmar Grätsch vergangene Woche Freitag an die Vereinsgründerin Elvira Muffl er. So wurde sichergestellt, dass die Beratungsstelle bis Ende des Jahres handlungsfähig bleibt. Wie wichtig die Arbeit der Beratungsstelle ist, haben Jutta Krüger und Martina Burchart am eigenen Leib erfahren. Beide sind Krebspatienten und haben in der Beratungsstelle Hilfe gefunden. Durch die Diagnose wurden sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen und mussten sich neu orientieren. „Die Mitteilung, dass man Krebs hat, verändert einfach alles“, sagt Martina Burchart. Durch die verschiedenen Angebote wie die Kreativwerkstatt, die Beratung oder den gemeinsamen Austausch untereinander haben sie gelernt, besser mit der Krankheit umzugehen. Rat und Hilfe erhalten sowohl Einzelpersonen als auch Paare oder Familien. Auch Hausbesuche gehören zum Leistungsspektrum der Beratungsstelle, denn manche Betroffene sind körperlich nicht mehr in der Lage, die Stufen zur Beratungsstelle zu gehen. Aber auch die soziale Hemmschwelle trägt dazu bei, dass die ehrenamtlich Tätigen sich auch mal ins Auto setzen, um Betroffene in ihren eigenen vier Wänden zu besuchen.

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