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Wriezener Feuerwehrführung legt Prioritätenliste vor

„Wir liegen 20 Jahre zurück“

Datum: 22.03.2018

Wriezen (ma). Die erste Sitzung im zeitweiligen Sonderausschuss Feuerwehr begann für die neue Bereichsleiterin des Bau- und Ordnungsamtes in Wriezen, Michaela Hytra, mit einer unangenehmen Nachricht. Es werde Verzögerungen in den Planungen für den Neubau des Feuerwehr- Gerätehauses in Wriezen geben. Sie musste einräumen, dass das Interessenbekundungsverfahren aufgehoben wurde. Es war vor ihrem Amtsbeginn in die Wege geleitet worden und wurde kürzlich von der Architektenkammer des Landes Brandenburgs bemängelt. Weil die Planungskosten über dem Schwellenwert von 350.000 Euro liegen, soll nun europaweit ein Planungswettbewerb ausgeschrieben werden. Die Ausschussmitglieder zeigten sich enttäuscht, dass sie darüber erst in dieser Sitzung informiert wurden. „Ist es denn so schwer, dass man sich Rat bei denen holt, die schon solche Gerätehäuser gebaut haben“, fragte Karl-Heinz Klockemann, Bürger für Wriezen und Barnim-Oderbruch (BWBO), in die Runde. Er fi nde es sehr bedenklich, dass obwohl der Fakt im Rathaus seit Wochen bekannt sei, niemand informiert wurde. „Verstehe ich es richtig, dass es im Moment auch keinen neuen Anlauf des Interessenbekundungsverfahrens gibt“, wollte Robert Masche (BWBO) wissen. „Wichtig ist, dass wenn wir jetzt noch einmal starten, alles Hand und Fuß hat“, antwortete Hytra. „Wie weit wirft uns das jetzt zeitlich zurück?“, fragte Werner Selle (FDP) nach. Er bekam keine befriedigende Antwort. Feuerwehr-Technikchef Andreas Rosch reagierte sichtlich verärgert über diese Verzögerungen: „Ich habe den Eindruck, dass wir uns im Kreis drehen. Wir sitzen hier Monat für Monat und sind jetzt wieder bei Null.“ „Ich kann verstehen, dass sie enttäuscht sind. Es macht jetzt keinen Sinn schnell zu handeln und dann einen Fehler zu machen“, versuchte Hytra die Wogen zu glätten. Frisch im Amt, sei es gleich der größte Brocken, den sie stemmen müsse. Zweites wichtiges Thema der Sitzung war die sogenannte Prioritätenliste der Wriezener Feuerwehren. Sie ist das Ergebnis der gemeinsamen Besichtigungen der Ortswehren in den vergangenen Wochen. Stadtbrandmeister Thomas Keil stellte sie dem Gremium vor. Um Ressourcen zu bündeln könnten demnach die neun Ortswehren auf sieben reduziert werden. Altwriezen, Beaurgard, Eichwerder sollen wie Lüdersdorf und Biesdorf zusammengelegt werden. Punkt zwei auf der Wunschliste sind die Gerätehäuser. Ganz oben steht besagter Ersatzneubau für Wriezen. Der Neubau dieser Stützpunkfeuerwehr habe oberste Priorität. Neue Gerätehäuser wünsche man sich für Lüdersdorf/ Biesdorf, Schulzendorf und Ratsdorf. Die Gebäude in Beauregard und Haselberg sollen instand gesetzt werden. Auch für den veralteten Bestand der Fahrzeuge legte die Wehrführung eine Wunschliste vor. Hier führen jeweils Löschgruppenfahrzeuge LF 10 für Haselberg und Schulzendorf die Liste an. Tragkraftspritzenfahrzeuge und Mannschaftstransporter würden in den Ortsteilen ebenfalls gebraucht. Ein Tanklöschfahrzeug 4000 Staffel sei für Wriezen erforderlich und in weiterer Zukunft eine neue Drehleiter. Thomas Keil räumte hohe Kosten für die Fahrzeuge ein, setzt aber auf eine Förderung des Landes. Sie könnte 50 Prozent der Kosten ausmachen. „Das wäre für die beiden LF 10 etwa 207.000 Euro“, so Keil. Nach dem Willen der Wehrführung sollten das Feuerwehrgerätehaus Wriezen gefolgt von der Anschaffung der LF 10 für Haselberg und Schulzendorf in den Haushalt 2019/2020 eingeplant werden. „Jetzt werden sie als Abgeordnete mit ein paar Millionen für das Gerätehaus und 200.000 für die Fahrzeuge rechnen. Und das soll in den Haushalt? Wir stehen aber auf dem Standpunkt, alles was nicht Pfl ichtaufgabe ist können sie schon mal streichen. Feuerwehr ist Pfl ichtaufgabe“, war die deutliche Ansage des Stadtbrandmeisters. Er vermute, dass alle zehn Punkte der Prioritätenliste nicht vor 2030 abgearbeitet würden. Hauptmaschinist Andreas Rosch ergänzte: „Wir liegen 20 Jahre zurück“. Robert Masche, Stadtverordneter und Ortswehrführer in Haselberg, gab zudem zu bedenken, dass noch nicht über die Prioritätenliste zu Gerätschaften, zum Beispiel der Schutzausrüstungen der Kameraden, gesprochen wurde.

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