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Erster Spatenstich für Geh- und Radweg Gielsdorf-Strausberg – Fertigstellung Ende November

Gemeinsam bessere Verbindungen schaffen

Datum: 05.04.2018

Gielsdorf (sd). Gut 23 Jahre wird bereits ein Geh- und Radweg zwischen Gielsdorf und Strausberg gefordert – nun erfolgte der symbolische erste Spatenstich. Vor allem für den Schülerverkehr aber auch Touristen und Wanderer stellt die begleitende Maßnahme der Landesstraße 23 eine enorme Verbesserung der Sicherheit dar.
Schon seit Ende der 1990er Jahre sehnen sich Anwohner des Altlandsberger Ortsteils Gielsdorf ebenso nach einem sicheren Weg entlang der L23 wie Strausberger und andere mehr. Altlandsbergs Bürgermeister Arno Jaeschke erinnerte in seinem Abriss der Historie, dass 2008 erste Planungen im Ortsbeirat vorgelegen haben, doch erst im Oktober 2014 beschlossen die Stadtverordneten die finale Leistungsphase vier des Projekts. Doch es sollte noch einmal rund drei Jahre dauern, ehe notwendige Flächenaustausche und -ankäufe durchgeführt wurden. Zuletzt wurden noch Koppel- und Weidenzäune versetzt. „Nicht alle Flächen gehören der Stadt Altlandsberg, einige sind auf Strausberger Gemarkung und mit mehreren Grundstücksbesitzern konnten wir uns erst letztes Jahr final einigen", ergänzt Jaeschke.
Von Strausberger Seite aus unterstützten die Stadtverordneten ihrerseits mit Beschlüssen und Vorlagen, wie Elke Stadeler hinzufügt. „Ich bin froh, dass wir es mit vereinten Kräften letztlich geschafft haben. Wir zogen alle an einem Strang", so Stadeler. „Ohne die Kompromissbereitschaft aller Beteiligten und Betroffenen wären wir kaum soweit gekommen", fügt Arno Jaeschke hinzu.
Zudem wird die Baumaßnahme noch archäologisch begleitet. Experten vermuten Siedlungsüberreste aus der Eiszeit und sogar aus der Römerzeit zu finden. Das jüngste erwartete geschichtliche Zeugnis sollen Spuren des Absturzes eines Flugzeugs aus dem zweiten Weltkrieg sein. Weiterhin wurde eine Amphibienleiteinrichtung installiert und verkehrsechtliche Maßnahmen umgesetzt, wie die Befreiung aus dem Schutzgebiet „Strausberg Blumentaler Wald- und Seengebiet".
Erst im Januar dieses Jahres wurde von Elke Stadeler für die Stadt Strausberg, Arno Jeaschke für die Stadt Altlandsberg und Andreas Schade für den Landesbetrieb Straßenwesen die Dreier-Vereinbarung für die Baumaßnahme unterzeichnet. Somit werden die Baukosten zu 98,7 Prozent vom Landesbetrieb Straßenwesen, zu 1,3 Prozent von Strausberg getragen und Altlandsberg steuert rund 60.000 Euro Planungs- und Vorbereitungskosten bei. „Es ist gut, dass das Land hier seiner Aufgabe in der Verkehrswegesicherung nachkommt und den Großteil der Kosten übernimmt", ergänzt Elke Stadeler. „Zudem wird das Projekt mit 560.000 Euro aus EFRE-Mitteln und 160.000 Euro vom Land, also insgesamt 720.000 Euro gefördert", führt Infrastrukturministerin Kathrin Schneider aus. Die knapp 1,6 Kilometer lange Strecke sei aufgrund des Geländes nicht einfach zu bauen, so die Ministerin weiter. „Hier kommt auch einiges zusammen, was gegeneinander läuft, sodass es galt, diese Zielkonflikte aufzulösen. Nicht zuletzt der Landkreis fungierte hier als Moderator und zeigte, wie wichtig es ist, gemeinsam zu arbeiten", ergänzte Schneider. Die 2,50 Meter breite Straßenbegleitung sei eine wichtige Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit angesichts einer Landesstraße, die täglich von etwa 5.000 Fahrzeugen frequentiert wird. Dabei sei das Projekt nur eines von 153 Vorhaben, die dieses Jahr vom Landesbetrieb Straßenwesen bearbeitet würden, so Schneider weiter.
Als wichtige Verbindung werde der künftige Geh- und Radweg auch im Landkreis Bedeutung innerhalb des Radwegenetzes erlangen, zeigte sich Rainer Schinkel als Vertreter der Kreisverwaltung überzeugt.
Annett Zlydnik gehörte zu einer kleineren Gruppe Gielsdorfer, die sogar eigens mit T-Shirts „Geh- und Radweg Gielsdorf-Strausberg" gekommen waren. Mit Feunden und Bekannten ist sie viel auf dem Zweirad unterwegs und empfand die bisherigen Bedingungen einfach nur als „Katastrophe und unzumutbar für Rad- und Autofahrer". Vor allem wünschte sie sich für ihre Kinder einen sicheren Weg zur Schule nach Strausberg. Unterstützt wurde sie dabei von Mitgliedern der Ortsgruppe des ADFC.
Ähnlich ging es auch Ulf Kleine-Erkamp, der 2001 wegen der Aussicht auf einen vernünftigen Geh- und Radweg in den Altlandsberger Ortsteil gezogen. Inzwischen seien seine Kinder zu groß und daher nicht mehr auf diesen Schulweg angewiesen. „Aber wir freuen uns, bei schönem Wetter Radtouren machen zu können und ich bin überzeugt, dass es noch viele künftige Schulkinder und Radfahrer gibt, die von dem Weg profitieren", so Kleine-Erfkamp.
Nach der bisherigen Planung soll der Geh- und Radweg am 30. November offiziell eingeweiht werden.

BU: Symbolischer Auftakt: Arno Jaeschke, Elke Stadeler, Kathrin Schneider, Rainer Schinkel und Harald Günther (von links) beim ersten Spatenstich.             Foto: BAB/sd
 

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