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Zahl der Verkehrsunfälle deutlich gestiegen – mehr Verursacher über 65 Jahre alt

Negative Rekordstände

Datum: 05.04.2018

Märkisch-Oderland/Strausberg (sd). Bestätigten Verkehrsunfallstatistiken seit 2013 leicht rückläufige Unfallzahlen, stellte 2017 gleich mehrfach Negativrekorde auf. Schwerpunkte sind dabei Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit, aber auch bei den Fahrergenerationen zeigen sich deutliche Tendenzen.
6.378 Verkehrsunfälle wurden 2017 im Landkreis Märkisch-Oderland registriert. Das waren 346 mehr als im Vorjahr. Entsprechend wurden mehr Menschen verletzt. Auch modernen Sicherheitssystemen sei es zu verdanken, dass die Zahl der Schwerverletzten und Toten weiterhin relativ niedrig sei, wie Inspektionsleiter Sven Brandau ausführt. „Dennoch ist jeder Tote im Straßenverkehr einer zu viel", so Brandau.
Auffällig sei ebenso, dass 4.141 Unfälle außerorts und nochmal knapp halb so viele innerorts passierten, nachdem 2015 mit 3.845 Unfällen ein bisheriger Tiefstand erreicht war. Eine der Hauptunfallursachen sei überhöhte Geschwindigkeit, so Brandau weiter. Mit 203 Unfällen habe sich die zuletzt rückläufige Zahl beinahe verdoppelt. „Weiterhin sind Vorfahrtsfehler eine nicht zu unterschätzende Unfallursache. Hier stieg die Anzahl von 397 auf 470", führt der Leiter der Polizeiinspektion aus. Oftmals würden Geschwindigkeiten und Abstände heranfahrender Fahrzeuge unterschätzt oder Fahrzeugführer wollten doch noch „die Lücke erwischen", wie es heißt. Auch Rotlichtverstöße, also das Überfahren von Ampel- oder Beschrankungssignalen zählen zu den häufigen Delikten.
Bei Alkohol als Unfallursache, mache sich unterdessen die Präventions- und Aufklärungsarbeit bemerkbar. Mit 67 Fällen wurde seit 2013 zum zweiten Mal ein erfreulich niedriger Wert präsentiert. „Hier konnten wir mit anhaltenden Kontrollen im letzten Jahr 287 Trunkenheitsfahrten feststellen und unterbinden", berichtet Brandau. Fahrten unter Drogeneinfluss, von denen 167 festgestellt wurden, seien jedoch weiterhin ein Delikt, das in erster Linie durch Kontrollen aufgedeckt werden könne.
Ebenfalls deutlich gestiegen ist die Zahl der Wildunfälle, wo jedoch gleichzeitig mit 16 Personen deutlich weniger Menschen verletzt wurden. Im Vergleich zum Vorjahr rückläufig sind ebenso sogenannte Baum- und Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern. Hier sei es wichtig, sowohl den Nachwuchs so früh wie möglich als auch die Fahrzeugführer noch stärker zu sensibiliseren. „Eltern sollten Aufgaben der Verkehrserziehung nicht nur auf Kita, Hort und Schule abwälzen", mahnt Brandau.
Unfälle mit Krad- und Radfahrern sind ebenfalls rückläufig, wohingegen Unfälle mit Beteiligung von LKW seit 2015 insgesamt wieder ansteigen.
„Wir müssen unsere Schlüsse aus dieser Entwicklung ziehen und entsprechend agieren", leitete Brandau ein, als er zu den Generationen der Unfallverursacher kam. So sank der Anteil „Junger Fahrer" also 18- bis unter 25-Jähriger als Verursacher. Gleichzeitig stieg in dieser Altersgruppe der Anteil mit Personenschäden auf 10,7 Prozent. Über die letzten Jahre bereits oft thematisiert, verursachten Autofahrer der Generation 65+ mit nunmehr 16 Prozent wieder deutlich mehr Unfälle.
„Bislang arbeiten wir mit Landkreis und Kommunen sehr gut zusammen. Besonders der deutliche Anstieg der Unfälle wegen erhöhter Geschwindigkeit bestärkt uns darin, mit der flächendeckenden Verkehrsüberwachung nicht nachzulassen", schließt Sven Brandau. Prävention sei ein bewährtes Mittel. Ob mittelfristig mehr Kontrollen erfolgen könnten, lies er jedoch mit Blick auf die anhaltende Personalproblematik offen.

BU: Während der Anteil „junger Fahrer" als Unfallverursacher weiterhin rückläufig ist, verursachten Fahrer der Generation 65 plus 16 Prozent der insgesamt zunehmenden Unfälle.        Foto: e.b.
 

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