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Anwohner verärgert über fehlende Information, Verwaltung will klären

Linden bewegen beide Seiten

Datum: 13.04.2018

Werder (sd). Die Fällung von Linden im Strausberger Weg im Rehfelder Ortsteil Werder sorgt für Furore: Während Anwohner und Ortsbeirat nicht vorab informiert wurden, fielen die Bäume der Reihe nach. Wie es scheint aufgrund älterer Unterlagen, die nun plötzlich umgesetzt wurden.
Der Strausberger Weg in Werder wurde lange Zeit von Bäumen, vornehmlich Linden, gesäumt. Angesichts alter und kranker Bäume sowie Schäden an der Straße, die vom Wurzelwerk verursacht wurden, standen die Bäume immer wieder zur Diskussion. „Wir haben bestimmt die letzten zehn Jahre Begehungen, Diskussionen und Gutachter dort gehabt", so Bürgermeister Reiner Donath. Schrittweise wurden einzelne Bäume entfernt, für die auch Nachpflanzungen erfolgten.Doch völlig unerwartet, ohne dass Anwohner oder Ortsbeirat informiert wurden, fielen die Bäume nun doch.
„Die eigentliche Tragik liegt im Fehlen einer konkreten Information", fasst Donath zusammen. Planungen sind schon einige Jahre alt, zuletzt seien Fällungen ansatzweise bei der Haushaltsplanung angesprochen worden. Soweit Reiner Donath weiß, existiert ein Gutachten, nach dem zumindest einige Bäume gefällt werden müssen. Doch die Unterlagen seien inzwischen ein bis drei Jahre alt. Zudem wohne der zuständige Mitarbeiter aus der Amtsverwaltung selbst in der betroffenen Straße. Im Sinne einer Klärung der Vorgänge werde es noch in diesem Monat Gespräche in der Verwaltung geben. „Es kann nicht sein, dass die Zusammenarbeit von Verwaltung und Anwohnern derart aus dem Ruder läuft", ergänzt Reiner Donath.
Für die Anwohner ist es jedoch zu spät. Über Portale wie dem „Märker" und die Verwaltung machten sie ihrem Unmut Luft. In einem Antwortschreiben der Amtsverwaltung Märkische Schweiz an Stella Hamberg wird auf „fehlende Vitalität" der Bäume verwiesen. „Hinzu kamen Beschwerden und Sorgen von Anwohnern, die auf Straßenbeschädigungen und Gefahren bei Stürmen hingewiesen haben. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht waren die Fällungen daher nötig", heißt es weiter in der Erklärung.
Weiterhin wird darauf verwiesen, die Gemeinde Rehfelde und der Ortsbeirat Werder hätten bei jährlichen Begehungen den Fällungen in Jahresscheiben zugestimmt. In den letzten zwei Jahren erfolgten bereits Fällungen, weitere 5.000 Euro seien zweckgebunden im Haushalt eingestellt, die auch Nachpflanzungen beinhalten. Gleichzeitig wird in dem Schreiben eingeräumt, die vorherige Inforamtion der Anwohner versäumt zu haben: „Wir können ihren Unmut insoweit verstehen."
„Es wird zur Zeit gefällt wie verrückt. Nun haben sie uns auch unsere letzten Bäume genommen", formulieren Anwohner ihre Eindrücke. Neben dem fehlenden Schatten im Sommer, berichten Stella Hamberg und andere von einer Zunahme der Staubbelastung. Aber auch Insekten und Vögel, die in und um die Bäume Zuflucht gefunden haben, kommen ihnen in den Sinn.
Etwa 80 bis 100 Jahre seien die Linden alt gewesen. Da es sich um sogenannte Kopflinden handelte, sei auch ein Beschnitt ohne Probleme möglich. Etwa zwei bis drei Bäume standen vor den einzelnen Grundstücken. Nun ist alles frei. „Die Straße ist eine Sackgasse und keine Durchgangsstraße. Es wurde auch nie groß etwas bezahlt oder saniert. Sogar die größeren Fahrzeuge, die häufiger zum Kleingewerbe am Ende der Straße fuhren, hat der Zustand nicht gestört", erinnert Birgit Mattersdorf, die seit 20 Jahren im Strausberger Weg wohnt.
Es bleibt abzuwarten, was die anberaumten Gespräche in der Verwaltung ergeben. Erste neue Bäume sind bereits gesetzt.

BU: Neue Bäume wurden bereits gepflanzt, doch bis diese die Ausmaße der Linden erreichen, dauert es noch lange.       Foto: BAB/sd
 

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