Nachrichten

Harald Hauswalds Sicht auf die DDR in Rathaus-Galerie zu erleben

Ausstellung „Voll der Osten“

Datum: 09.05.2018
Rubrik: Gesellschaft

Hoppegarten (la). „Ich hatte als Lehrer Schüler auf dem Nationalen Jugendfestival 1979 begleitet. Am Strausberger Platz in Berlin, am Haus Berlin, fiel mir ein junger Mann mit langen Haaren auf. Ich machte ein Foto von ihm. Erst heute weiß ich, dass es Harald Hauswald war“, berichtet Axel Hütter. Er ist eíner von etwa 40 interessierten Besuchern, die den Weg in die Galerie des Rathauses fanden, wo kürzlich eine Fotoausstellung mit dem Titel „Voll der Osten“ eröffnet wurde. Zu sehen sind hier bis Freitag, 1. Juni 2018 ausschließlich schwarz-weiß Aufnahmen des Fotografen Harald Hauswald. Thomas Scherler begrüßte die Gäste und besonders Rainer Eppelmann, den Vorsitzenden der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der bei der Ausstellungseröffnung anwesend war und in das Thema einführte. Zur Idee der Fotoschau sagte Eppelmann: „Die Ausstellung sorgt dafür, dass die zweite deutsche Diktatur nicht vergessen wird. Denn alle, die über 30 sind, kennen nur die Demokratie, aber nicht mehr die DDR. Sie verstehen nicht die DDR, wenn wir ihnen nichts davon erzählen.“ Hauswald, der heute wie früher immer noch mit Zelluloid arbeitet, wurde zu DDR-Zeiten von der Staatssicherheit ständig observiert. Zeugnis davon gibt eine über 1.000 Seiten umfassende Akte. Dort ist über Hauswald zu lesen, dass dieser trostlose Fotos mache, gegen die Interessen des Volkes, leere Straßen, Slums in Berlin fotografiere. Er mache gezielt solche Aufnahmen, um sie dann im Westen zu verkaufen, zitiert Eppelmann aus den Stasi-Akten.Der Freund Hauswalds, Harald Schmitt, ehemaliger Berufsfotograf des „Stern“, hatte eine völlig andere Sicht auf die Fotos: „Er fotografierte die profane Normalität, das, was ihn persönlich berührte. Er wollte nicht diffamieren, er fotografierte, wie er die DDR erlebte“, zitiert Rainer Eppelmann Schmitt.Die Besucher haben nun die Möglichkeit, sich ihre eigene Meinung über Harald Hauswalds Sicht auf die DDR zu bilden. Der Wunsch Rainer Eppelmanns allerdings, die Ausstellung jüngeren Menschen zu zeigen, ging an diesem Abend nicht in Erfülllung. Unter den Besuchern war niemand jünger als 30 Jahre.Der Eintritt ist frei, die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses beschaubar.
BU: „Die Stasi ließ Hauswald observieren“: Rainer Eppelmann im Gespräch mit Besuchern.        Foto: BAB/la

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

Mit der Kutsche durch Joachimsthal

Joachimsthal (hs) 1912 war ein bewegtes Jahr. Europa stand am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die... [zum Beitrag]

Zebra ziert den neuen Barni-Taler

Eberswalde (hs) Er ist da. Am Dienstag wurde im Zoo Eberswalde der neue Barni-Taler präsentiert. Ronny... [zum Beitrag]

Vergessene Orte

In unserer Rubrik „Vergessene Orte“ stellen wir Ihnen immer wieder Gebäude oder Plätze vor, die von... [zum Beitrag]

Zombiecasting im El-Dorado

Achtung Zombiealarm – das El-Dorado Templin sucht für das große Halloween Event am 31.10. noch... [zum Beitrag]

Wider dem Vergessen!

Eberswalde (e.b.) Am 9. November vor 80 Jahren wurde die Eberswalder Synagoge während der Pogromnacht 1938... [zum Beitrag]

Was lange währt, wird gut!

Eberswalde (hs). Der Eberswalder Stadtteil Sommerfelde hat einen neuen Treffpunkt. Am vergangenen... [zum Beitrag]

Ideen sind gefragt: Umgestaltung des...

Eberswalde (hs). Der Stadtteilverein Westend lädt alle Interessierten am Samstag, dem 13. Oktober, um 10... [zum Beitrag]

Volkssolidarität wird 73

Eberswalde (e.b.) Am Mittwoch, den 24. Oktober von 11 bis 16 Uhr lädt die Volkssolidarität Barnim zu ihrem... [zum Beitrag]

Deutsch-polnische...

Einheiten der Bundeswehr am gestrigen Dienstag und Mittwoch an der Neiße südlich von Guben und Gubin die... [zum Beitrag]