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Eberswalder für jahrelangen Kampf gegen Rechtsextremismus geehrt

Bundeverdienstkreuz für Gert Schramm

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Beitrag: Bundeverdienstkreuz für Gert Schramm

Rubrik: Archiv

Musikalische Umrahmung für eine ganz besondere Auszeichnungsfeier. Der Eberswalder Gert Schramm ist am vergangenen Freitag mit dem Bundesverdienstkreuz am Band geehrt worden. Er erhielt den Orden für sein langjähriges Wirken gegen rechten Extremismus. Die Auszeichnung nahm Barnims Landrat Bodo Ihrke im Eberswalder Rathaus in Vertretung des Bundespräsidenten vor. Er dankte dem 85-jährigen für sein stetiges Erinnern daran, dass ein friedliches und demokratisches Miteinander durchaus keine Selbstverständlichkeit sei. Das verdiene Respekt und Anerkennung. Zu den ersten Gratulanten gehörte Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski. Er erinnerte daran, dass zu Beginn der 90er Jahre rechtsgerichtete Kräfte in der Stadt die Oberhand zu gewinnen drohten. Menschen wie Gert Schramm sei es zu verdanken, dass Eberswalde heute eine weltoffene und tolerante Stadt sei. Der Geehrte sieht das ähnlich. Gert Schramm wurde 1928 in einem kleinen Dorf bei Erfurt als Sohn eines dunkelhäutigen Vertragsarbeiters aus Kalifornien geboren. Im Alter von 15 Jahren wurde er von der Gestapo verhaftet und ein Jahr später als jüngster dunkelhäutiger Häftling ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager ging er zunächst nach Frankreich und Nordrhein-Westfalen, bevor er 1977 schließlich in Eberswalde sesshaft wurde. Sein bewegtes Leben hat Gert Schramm vor drei Jahren in seinem autobiografischen Roman „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann. Mein Leben in Deutschland“ veröffentlicht, aus der er Jugendlichen regelmäßig vorliest. Die Auszeichnung nahm Gert Schramm im Beisein seiner Familie und von Weggefährten entgegen. In seiner bewegenden Dankesrede erinnerte er an die Selbstbefreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers und ihren gemeinsamen Schwur, gegen Rechtsextremismus, Intoleranz und Rassismus zu kämpfen. Diesem Versprechen ist Gert Schramm Zeit seines Lebens treu geblieben und engagiert sich bundesweit in Vorträgen und Gesprächen als Zeitzeuge des Nationalsozialismus. In Eberswalde berichtete er Schülern der Eberswalder Goethe-Schule viele Jahre lang über seine Erlebnisse während der NS-Zeit. In der Gemeinde Schorfheide ist Gert Schramm Pate des Programms „Schule ohne Rassismus".

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