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Sturm deckte Dachziegel der St. Marienkirche ab und sorgte in Waldfrieden für eine Menge umgestürzter Bäume

„Herwart“ richtete viele Schäden an

Datum: 02.11.2017

Bernau (fw/ma). Erneut wurde der Barnim von einem Herbst- Sturm heimgesucht. Vergangene Woche Sonntag fegte „Herwart“ mit teilweise bis zu 100 km/h über die Region – nur etwa drei Wochen nachdem „Xavier“ für Verwüstung sorgte. Ganz so schlimme Schäden wie sein Vorgänger richtete „Herwart“ nicht an. Trotzdem wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, Oberleitungen beschädigt sowie Häuser und Gebäude durch herunterfallende Äste oder umgestürzte Bäume beschädigt. Laut Robert Berger von der Freiwilligen Feuerwehr Bernau wurden die Kameraden zu knapp 50 Einsätzen gerufen. Los ging es in den frühen Morgenstunden, als ein Auto, das auf der Wandlitzer Chaussee unterwegs war, von einem Baum getroffen wurde. „Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand“, berichtete Berger auf Nachfrage. Es sei lediglich ein Sachschaden entstanden und die Fahrzeugführerin stand unter Schock. Besonders starke Sachschäden verursachte der Sturm im Wohngebiet Waldfrieden in Bernau. Dort stürzten viele Bäume auf Grundstücke, Häuser und andere Gebäude. In der Bernauer Innenstadt deckte der böige Wind einige Ziegel vom Dach der St. Marienkirche ab. Sie fi elen zu Boden, verletzten dabei aber niemanden. Das Umfeld der Kirche wurde daraufhin für einige Tage für Autos, Rad- und Fußgänger gesperrt. Die Feuerwehr Bernau war im Dauereinsatz, um Straßen und Wege zu beräumen. Immerhin kehrte nach dem ereignisreichen Sonntag am Montag wieder Ruhe in die Wetterlage ein und somit gingen auch die Einsätze der Bernauer Kameraden zurück. Beide Stürme richteten aber auch in den Wäldern des Landes Brandenburg große Schäden an. Nach Schätzungen des Landesbetriebs Forst Brandenburg beläuft er sich auf eine Million Festmeter Holz. Das entspricht etwa anderhalb bis zwei Millionen Bäumen. In einem normalen Wirtschaftsjahr werden in den 1,1 Millionen Hektar Wald Brandenburgs zirka 4,5 Millionen Festmeter geerntet. Somit wurde durch „Xavier“ fast ein Viertel der Jahreseinschlagsmenge umgeworfen. Diese Holzmenge hat einen durchschnittlichen Wert von rund 48 Millionen Euro. Das Aufarbeiten des Holzes sei schwierig und gefährlich, da umgeworfene Bäume häufi g unter Spannung stünden und herabfallende Äste die Waldarbeiter gefährdeten. Trotzdem müsse das Holz zügig aufgearbeitet und an die Holzindustrie geliefert werden. Auch der Kleinprivatwald ist von den Schäden der zwei Stürme betroffen. Die Waldbesitzer sind in diesen Tagen mit Aufräumarbeiten und der Verkehrssicherungspfl icht beschäftigt. Das Landwirtschaftsministerium stellt Fördermittel zur Wiederverjüngung von geschädigten Beständen zur Verfügung. Förderfähig sind insbesondere fl ächige Schäden mit zahlreichen Würfen auf einer Fläche, nicht jedoch Einzelwürfe und Schäden auf Kleinstfl ächen. Die Förderung gilt für alle Bestandsalter und Baumarten. Der nächste Antragstermin ist der 15. Februar 2018, somit bleibt genügend Zeit für die fachliche Sondierung und Antragstellung. Die Oberförstereien des Landesbetriebs Forst Brandenburg und private forstliche Dienstleister stehen den Waldbesitzern beratend zur Seite. Mitglieder in Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) sollten sich an ihre FBG wenden. Weiterhin können Waldbesitzer für ihr Sturmholz eine 50-prozentige Einkommenssteuerermäßigung für außerordentliche Holznutzungen bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium.

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