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Die Sozialreferentin der Stadtverwaltung geht in ihren „Un-Ruhestand“ - aber sie wird sich bald „zurückmelden“.

„An manchen Tagen war ich nur noch Gast zu Hause“

Datum: 05.12.2017

Eberswalde (lo.) Blumen von den Kollegen im Rathaus, ein Präsentkorb von den Stadtverordneten, eine Torte von den Mitakteuren im Brandenburgischen Viertel. Das sind nur einige der Danksagungen an Barbara Bunge, die in der Mitte dieser Woche ihren letzten offi ziellen Arbeitstag als Sozialreferentin der Stadtverwaltung Eberswalde hatte.

Seit September 1980 war sie für die Stadt tätig, zunächst als Krippenerzieherin. Fünfzehn Jahre später wurde sie Personalrätin und mit verantwortlich für die Verwaltungsmodernisierung. Die letzten sieben Arbeitsjahre war sie dann Sozialreferentin, Behinderten- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Ihr Arbeitsgebiet und damit auch ihr Arbeitspensum sind stetig gewachsen. So gehören auch die Beurteilung von Baumaßnahmen in Bezug auf ihre Barrierefreiheit oder die Unterstützung bei der Anerkennung von Pflegestufen oder Schwerbehinderungen dazu. „Alles in einer Hand zu ‚verwalten‘, sichert eine komplexe und vielseitige Betreuung der Bürger“, so Bunge. Selbst Fälle von Gewalt und Mobbing gegen Frauen, in den letzten Jahren aber auch gegen Männer, landen auf ihrem Schreibtisch.

Ihre Aufgabe liegt in der Beratung der Verwaltungsspitze. Doch sah sich Bunge lieber im direkten Kontakt mit den Bürgern und den einzelnen Wohlfahrtsträgern vor Ort. Die Information, was die Verwaltung im Sinne der Eberswalder leistet oder leisten könnte, stand immer im Zentrum ihrer Arbeit.

Ungewöhnlich für eine Referentin: sie ging auch zu den Bürgern nach Hause, wenn diese den Weg zur Behörde scheuten. Manche auch aus Altergründen: Im Jahre 2000 hatte die Stadt noch etwa 8.000 Senioren, heute sind es schon 13.000. Durch die Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat oder der „Akademie 2. Lebenshälfte“ gelang es Bunge, in der Verwaltung die Interessen der Senioren besser verstehen zu lassen – und umgekehrt. „Der Seniorenbeirat mischt sich jetzt viel mehr ein“, freut sich Bunge, wenngleich sie sich künftig noch mehr Ansprachen in Richtung Politik und der Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung wünscht. Denn momentan steht die Evaluierung der seniorenpolitischen Leitlinien „Alt werden in Eberswalde“ aus dem Jahre 2014 an. Eine Aufgabe, die sie ihrer Nachfolgerin auf den Schreibtisch legen wird: Katrin Forster-König wurde in der Oktobersitzung des Stadtparlaments als Behindertenund Gleichstellungsbeauftragte bestätigt. Zusätzlich gehören die Familien- und Seniorenpolitik zu ihrem Aufgabenbereich. „Neue Überlegungen, was zur Familienfreundlichkeit in Eberswalde gehört, sind in der Analyse- und Vorbereitungsphase. Die Konzeptumsetzung wird dann Katrin übernehmen“, der Bunge die Zusammenarbeit mit dem „Lokalen Bündnis für Familien“ sehr ans Herz legt. „Die Zeit, die sie hier verbringen, sind Flüchtlinge Bewohner unserer Stadt!“ - auf diese einfache Formel bringt Bunge die „Flüchtlingsproblematik“. Sie appelliert an die Trägerlandschaft, bis hin zu Sportund Kulturvereinen oder den Kirchen, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. Die Probleme, insbesondere der Frauen und Analphabeten, würden zwar in guten Händen, aber noch nicht vom Tisch sein. Besonders liegen ihr dabei die Kleinsten am Herzen. „So viele Kinder können im Moment nicht Kinder sein“, stellt sie fest.

„Ich freue mich, dass ich an der positiven Entwicklung unserer Stadt teilhaben durfte“, resümiert Bunge. Irgendwann im Frühjahr, wenn sie ihren „Un- Ruhestand“ organisiert habe, werde sie sich „zurückmelden“ und in ein soziokulturelles Projekt einbringen, verspricht sie. Und als wäre es abgesprochen - klingelt das Telefon. Auch noch an ihrem letzten Arbeitstag...

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