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Gedenkveranstaltung und anschließende „Nacht der Jugend“ in Eberswalde

„Wir sind hier, Bruder Amadeu.“

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Beitrag: „Wir sind hier, Bruder Amadeu.“

Datum: 07.12.2017
Rubrik: Gesellschaft


Gestern wurde am späten Nachmittag eine Spur der Eberswalder Straße für kurze Zeit gesperrt. Dort versammelten sich 200 Eberswalderinnen und Eberswalder vor der Gedenktafel von Amadeu Antonio. Der Angolaner kam 1987 in die Stadt, um ein neues Leben anzufangen. Drei Jahre darauf sollte dieses Leben auf tragische Weise enden, als Antonio einer Gruppe jugendlicher Neonazis über den Weg lief. Sie waren auf „Gewalt gegen Andersaussehende“ aus, hieß es später im Gerichtsprotokoll. Amadeu Antonio wurde schwer verletzt und starb wenige Tage später an seinen Verletzungen. Die jährliche Gedenkveranstaltung in Eberswalde soll an die Tat erinnern. Seit dem Tod Amadeu Antonios hat sich viel getan, rassistische Anfeindungen sind jedoch immer noch aktuell.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung fand im Bürgerbildungszentrum die erste „Eberswalder Nacht der Jugend“ statt. In 6 Workshops konnten sich die Jugendlichen auf spielerische, künstlerische und kreative Weise mit dem Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzen.

In der Bibliothek des Bürgerbildungszentrums bemalte eine der Gruppen Möbel, einige Jugendliche führten ein Interview mit Gästen der Veranstaltung durch. Sie stellten Fragen zu ihren Wüschen und dem Thema Kinderrechte. Mal élevé, ein Mitglied der Heidelberger Band „Irie Révoltés“ führte eine weitere Gruppe an das Schreiben von Rap-Texten heran. In der Musik von Irie Révoltés greifen sie oft aktuelle Themen und die politische Lage in Deutschland und der Welt auf. In seinem Workshop zeigte Mal élevé die Grundlagen des Textens und entwickelte gemeinsam mit den Teilnehmern ein eigenes Lied. Die Veranstaltung war ein weiterer Schritt der Stadt Eberswalde in Richtung Weltoffenheit und Toleranz.

Das Programm des Abends wurde gut von den Jugendlichen angenommen. Mit einer Weiterführung im nächsten Jahr ist zu rechnen.

Bericht/Kamera/Schnitt: Wilhelm Zimmermann

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