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Wölfe kehren vermehrt nach Deutschland zurück

Alte Bekannte kommen heim

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Beitrag: Alte Bekannte kommen heim

Datum: 04.01.2018
Rubrik: Gesellschaft


Im vergangenen Jahr ist die Wolfspopulation in Deutschland stark angestiegen. Vor etwa 100 Jahren hat man sie hier fast komplett ausgerottet, vereinzelte Wölfe wurden auch nach der Teilung Deutschlands erschossen. Erst mit der Wiedervereinigung wurden sie unter Artenschutz gestellt. Ihre Rückkehr ließ nicht lange auf sich warten, erste Wölfe setzten etwa im Jahr 2000 wieder ihre Pfoten auf deutschen Boden. Zurzeit wird die Zahl der Tiere im Bundesgebiet auf mehr als 160 geschätzt. Jetzt werden die Stimmen der Wolfsgegner lauter: Denn die Raubtiere machen keinen Unterschied zwischen Wild- und Weidetieren. Immer öfter klagen Bauern über gerissenes Vieh. Dazu kommt, dass die Wölfe sich vermehrt in der Nähe von Siedlungen und Vororten blicken lassen. Besonders junge Wölfe ähneln kleinen Hunden und werden manchmal von Wanderern gefüttert. Doch dadurch verlieren sie ihre natürliche Scheu vor dem Menschen. Ein Nährboden für aggressives Verhalten, sollte das Futter bei der nächsten Begegnung ausbleiben.

In Niedersachsen wurde bereits 2016 ein verhaltensauffälliger Wolf zum Abschuss freigegeben. Das Tier mit dem Namen MT6 hatte sich vorher bereits wiederholt Menschen genähert und aggressiv reagiert. Bevor solche Entscheidungen getroffen sind, ist bisher aber noch ein umständliches Verfahren notwendig. Um diese Prozedur in Brandenburg künftig zu vereinfachen, hat Umweltminister Jörg Vogelsänger eine Verordnung unterschrieben, die bei „Problemwölfen“ schnell für Klarheit sorgen soll. Zusammen mit Sachsen leben in Brandenburg momentan die meisten Wölfe. Die Wolfsverordnung legt genau fest, wie man gegen sie vorgehen darf; vom Verscheuchen bis zum Abschuss des Tieres als letztes Mittel. Außerdem enthält die Verordnung Empfehlungen zum Schutz von Weidetieren, die für Raubtiere eine leichte Beute darstellen. Der Vormarsch der Wölfe ist ein Erfolg für den Artenschutz und eine Herausforderung für Viehzüchter. Wie sich diese beiden Seiten vereinen lassen, wird die Zukunft zeigen.

Bericht/Kamera/Schnitt: Wilhelm Zimmermann

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