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Teilung der Altstadt befürchtet – Protest von Gewerbetreibenden und Anwohnern

Große Straße: Einschränkung auf Probe

Datum: 11.01.2018

Strausberg (sd). Sollte die Installation von Stadtmobiliar nicht den erhofften Effekt haben und den Durchgangsverkehr in der Großen Straße reduzieren, sah der Beschluss der Stadtverordneten einen zweiten Poller vor. Dieser wird voraussichtlich bis Ende April installiert. Einen Vorgeschmack gibt es jetzt schon.
Zuletzt versuchten die Mitglieder des zeitweiligen Ausschusses „Altstadt" Alternativen zum Poller zu finden. Nicht nur aus Diskussionsrunden mit Anwohnern und Gewerbetreibenden heraus hatte sich die Meinung verbreitet, dass ein zweiter Poller doch nicht die richtige Lösung sein könne. Doch auch ein entsprechender Änderungsantrag zum Beschluss wurde von der Mehrheit der Stadtverordneten abgelehnt. Nach dem vielen hin und her müsste auch zu den Beschlüssen gestanden werden, hieß es in der Debatte. Entsprechende Gelder sind bereits im städtischen Haushalt eingestellt.
Die zweite Schließanlage in Höhe der Großen Straße Nummer 22/61 (Buchhandlung Micklich) soll entgegengesetzt zur Anlage an der Sparkasse von 8 bis 19 Uhr die Durchfahrt von Autos unterbinden. Vor allem eine Teilung der Strausberger Altstadt in Nord und Süd sowie ein weiteres Ladensterben werden befürchtet. Am zweiten Montag im neuen Jahr installierten Mitarbeiter des Kommunalservice Strausberg (KSS) eine Absperrbarke und arrangierten einige der Blumenkübel neu, um die Auswirkungen des angedachten Pollers zu simulieren. Entsprechend den Schließzeiten wird die Sperre morgens aufgestellt und abends wieder beiseite geräumt.
Schon in den ersten Tagen verursachte die Installation vor allem bei Autofahrern teils heftige Reaktionen, die - von der Sperre überrascht - irgendwie zu wenden und alternative Routen zum Ziel suchten. Auch die veränderte Verkehrsführung wurde im Vorfeld kritisiert, da so Anwohner, die bislang „ruhig wohnten" von mehr Fahrzeugen belastet würden und die ohnehin schon angespannte Situation zwischen Autos, Fußgängern und Radfahrern nochmals verschärft würde. So müssen nun tagsüber Autos in Richtung Wriezener Straße und Norden der Altstadt über die Müncheberger Straße fahren. Umgekehrt ist es nicht mehr möglich, aus der Predigerstraße und Richtung Kulturpark kommend in den Süden der Altstadt zu gelangen
Während einige Beteiligte der Meinung sind, man solle zunächst abwarten, wie sich die Effekte entwickeln, wird von anderer Seite fieberhaft nach Alternativen gesucht. Seit mehr als 25 Jahren werde inzwischen probiert und nach Lösungen gesucht, stellten die Stadtverordneten fest. „Wir haben alles ausprobiert was möglich ist", betonte Birgit Bärmann, Fachbereichsleiterin technische Dienste. Eine Spielstraße, wie sie nun wieder verstärkt eingeworfen wurde, sei nicht möglich, da eine Spielstraße nur in Wohngebieten eingerichtet werden dürfte und nach Ansicht der Stadtverwaltungsmitarbeiter zu noch mehr Einschränkungen führe. Nun auf die Stelle eine Lösung zu finden, die alle zufrieden stelle sei praktisch nicht machbar.

BU: Bitte wenden: Mitarbeiter des KSS installierten eine Absperrung und Schilder, welche die Situation mit der kommenden zweiten Schließanlage simulieren.     Foto: e.b./ch
 

 

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