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Die Bürgermeisterkandidaten stellten sich in der Aula der Eggersdorfer Grundschule den Belangen der älteren Einwohner des Doppeldorfs

Gut besuchtes Kandidatenforum: Ein Doppeldorf für alle Generationen

Datum: 09.02.2018

Petershagen/Eggersdorf (sd). Die Doppelgemeinde Petershagen/Eggersdorf für alle Generationen attraktiv und lebenswert zu gestalten. haben praktisch alle der insgesamt sieben Bewerber um das Bürgermeisteramt in ihrem Programm. Vor allem um die Fragen und Ansichten der Älteren ging kürzlich es in einem öffentlichen Forum.
Das Interesse an dem Kandidatenforum in der Aula der Eggersdorfer Grundschule war so groß, dass zuletzt noch Stühle herangeschafft werden mussten. „Bürgermeister zu sein ist schwierig, da man oft zwischen den Stühlen sitzt. Heute können die Gäste prüfen, welcher Kandidat eher passt", leitete Moderator Christoph Schlemmer ein. Nach einer kurzen Selbstvorstellung von Stephan Schwabe, Maik Berendt, Marco Rutter, Monika Hauser, Ronny Kelm und René Trocha ging es direkt ins Podiumsgespräch. Michael Kuschel war aufgrund eines Unfalls verhindert.
15.610 Einwohner in der Gemeinde, von denen 14 Prozent unter 14 Jahren sind und ein gutes Drittel über 60, das waren die Eckdaten zu Schlemmers erster Frage, ob denn nicht eine Lücke in der Arbeit der Gemeindevertreter bestehe. Schließlich werde augenscheinlich mehr für Kinder als für den größeren Teil der Einwohner getan. Dem widersprachen die Bewerber im Großen und Ganzen, verwiesen mit Maßnahmen im Straßenbau, der Infrastruktur, altersgerechtem Wohnen, Barrierefreiheit und erarbeiteten Leitbildern und Richtlinien sowie einer engen Zusammenarbeit mit Vereinen und Beiräten sogar auf das Gegenteil. Es sei nicht alles so erreicht und umgesetzt worden, wie gewünscht, schränkte Monika Hauser ein. Zuzügler seien eher im Fokus bisheriger und aktueller Maßnahmen, ergänzte Maik Berendt. René Trocha ging es eher um eine Durchmischung der Generationen und einen möglichst langen Erhalt der Selbstständigkeit auch im Alter. Während Projekte und Vorhaben für Ältere immer wieder angestoßen wurden, mangele es oftmals in Investoren, wie Ronny Kelm auch aus seiner Arbeit als Gemeindevertreter berichtete. Stephan Schwabe erweiterte den Interessenskreis noch um Schwerbeschädigte und verwies auf einen Anteil von 20 Prozent der Einwohner mit einem Grad der Behinderung über 30. Die Menschen über 50 Jahren seien die am dynamischsten wachsende Bevölkerungsgruppe verdeutlichte Marco Rutter, wobei aber zwischen Pflicht- und freiwilligen Aufgaben der Verwaltung unterschieden werden solle.
Das Herz von Eggersdorf „gehe den Bach runter" war die nächste These zur Diskussion. Jedoch wich die Diebatte stark in Richtung der sogenannten „Energieinsel" ab. Über augenscheinliche Fehler der Planer und Gemeindevertreter bis zu Schuldzuweisungen führte die entspringende lebhafte Diskussion auch zum Öffentlichen Personennahverkehr. Oftmals seien Busverbindungen nicht attraktiv genug, sowohl in Bezug auf Fahrzeiten als auch bei Streckenhalten. Über das bestehende Angebot an Nahversorgern, Ärzten und Missstände, die dazu führten, dass viele Ältere eher im eigenen Auto führen, spann sich der Gesprächsfaden weiter.
Wenn sich auch die groben Richtungen der einzelnen Antworten nicht viel nahmen in Bezug auf die Ziele, wurden die verschiedenen Einstellungen der Bürgermeisterkandidaten umso deutlicher. Anhand ihrer Reaktionen spiegelten die Gäste ein differenziertes Meinungsbild wider.
Die Diskussion entwickelte letztlich eine gewisse Eigendynamik. Bis zur Baumschutzsatzung wurde auch offen hinterfragt, inwieweit Interessen der Parteien die Arbeit der potentiellen Bürgermeister beeinflusse. „Auch wenn wir einer Partei angehören, stehen die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund - wir handeln zum Wohle der Gemeinde" können die einzelnen Antworten zusammengefasst werden.
Auf zwei Stunden ausgelegt, hätten zahlreiche Gäste noch deutlich länger diskutieren können. Jedoch zog Moderator Christoph Schlemmer konsequent einen Schlussstrich und verlieh seinem Wunsch Ausdruck, sich ein eigenes Bild zu machen und überhaupt von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Mit einem Gedicht über die Arbeit und Situation als oberster Vertreter der Gemeinde schloss Schlemmer das Forum.

BU: Öffentliches Forum in der Aula der Grundschule: Groß war das Interesse, mit den Bewerbern in einen aktiven Dialog zu treten.     Fotos (2): BAB/sd

BU: René Trocha, Ronny Kelm, Monika Hauser, Marco Rutter, Maik Berendt und Stephan Schwabe (von links).
 

 
 

 

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