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Anwohner und Gewerbetreibende demonstrierten gegen Poller – Ausschuss tagt am Dienstag

Dem Unmut Luft gemacht

Datum: 16.02.2018

Strausberg (sd). Autofahrer irren durch die Innenstadt, Strausberger werden ebenso verunsichert wie Gäste, Kunden bleiben aus – der im Januar probeweise installierte Poller zeigt umfassende Wirkung. Gewerbetreibende, Anwohner und Sympathisanten machten ihrem Unmut bei der letzten Stadtverordnetenversammlung Luft.
Wer zur Versammlung der Bürgervertreter im Volkshaus Nord wollte, musste an zahlreichen Transaperenten und Schildern, Pfiffen, Rufen und einem selbstgebauten Poller vorbei. „Der Poller muss weg" war der Tenor. Viele Gewerbetreibende aus der Großen Straße hatten ihre Läden früher geschlossen und zur Kundgebung aufgerufen. „Lieber eine lebendige Stadt als eine abgewürgte", bezogen sich einige Rufe auf die Teilung in Nord und Süd. „Ich will nicht mit den Rentnern auf dem Stadtmobiliar sitzend versauern", meinte eine ältere Demonstrantin. Mit dem Beschluss zum Stadtmobiliar wurde der Poller in Höhe der Buchhandlung von Falko Micklich vorgesehen, sollte keine Beruhigung des Durchgangsverkehrs erreicht werden. Wie genau es zu diesem Beschlussteil kam, konnte jetzt nicht mehr recht nachvollzogen werden. Versuche der Ausschussmitglieder, eine Verzögerung zugunsten alternativer Lösungen zu erwirken, wurden mehrheitlich abgelehnt.
Doch obwohl der Sitzungssaal bis in die oberen Ränge gut gefüllt war, verlief die Sitzung weniger aufgeregt als im Vorfeld zu vermuten war. Der Ausschussvorsitzende Daniel Krebs berichtete von einer Umfrageaktion, infolge derer ihn 537 ausgefüllte Fragebögen erreichten, von denen 510 auswertbar waren. Deutlich sprachen sich dabei 471 Strausberger und auch einige Betroffene von außerhalb gegen den Poller aus. Ausschussmitglied und Ladenbetreiber Thomas Frenzel sprach von einer aufwändigen Ausschussarbeit seit dem Bildungsbeschluss vom 29. Januar 2015. Umfassend wurden Optionen abgewogen, Vorschläge geprüft und Szenarien durchgespielt. „In der Politik werden auch Fehler gemacht. Der Poller zeigte gleich Wirkung, ist aber noch korrigierbar", so Frenzel.
Insgesamt sprachen sich die Stadtverordneten dafür aus, schnellstmöglich Maßnahmen in die Wege zu leiten, um das Streitobjekt wieder zu entfernen. Für diesen verkehrstechnischen Schritt seien jedoch weitere Wege nötig, eine Entfernung „von heute auf morgen" nicht möglich. Die Mitglieder des zeitweiligen Ausschusses, der die Erhöhung der Attraktivität und Aufenthaltsqualität sowie die Belebung der Altstadt zum Ziel hat, tagt kommenden Dienstag, 20. Februar um 18.30 Uhr in den Räumen der Stadtverwaltung.
Zudem wurden Bürgerinnen und Bürger erneut aufgerufen, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen, um einen Kompromiss im Sinne aller zu finden. Dazu soll der zeitweilige Ausschuss in einen dauerhaften Ausschuss umgewandelt werden.
Indes beklagten Stadtverordnete, dass Abstimmungsergebnisse im Vorfeld verfälscht dargestellt worden seien, wodurch Meinungsbilder verdreht würden. Auch entsprächen Pfui-Rufe nicht mehr einer sachlichen Diskussion im Sinne der demokratischen Beteiligung, wie Dr. Sibylle Bock anmahnte.
Um das Thema Große Straße nicht zur unendlichen Geschichte werden zu lassen, müsse konstruktiv und zielführend mit Anwohnern und Gewerbetreibenden kooperiert werden.
Einen Eindruck von der Stimmung vor Ort vermittelt der Beitrag des ODF Lokalfernsehens. Einfach den QR-Code per Smartphone einscannen und ansehen.

 
BU: Symbol mit vielfacher Bedeutung: Die weiße Rose auf dem Poller der Demonstranten kann sowohl für den Abschied von der unerwünschten Installation, wie auch als Treuebekenntnis für das Herz Strausbergs interpretiert werden.      Foto: BAB/sd
 

 

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