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Lang anhaltender Frost sorgte für Naturschauspiel auf der Oder

Brieger Gänse auf dem Weg zum Meer

Datum: 09.03.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Neuküstrinchen (ma). Brieger Gänse nennt man die runden Eisschollen, die im Winter auf der Oder zu beobachten sind. Wenn der Fluss einer längeren Frostperiode ausgesetzt ist, bilden sich diese typischen runden Eisschollen. Die Bildung von Eis an der Oder beginnt als Grundeis und als Randeis in den Buhnenfeldern. Durch Anlagerung von Eiskristallen an Schwebstoffteilchen bildet sich auf der Flusssohle das sogenannte Grundeis. Da Eis eine geringere Dichte als Wasser aufweist, schwimmt das Grundeis zur Wasseroberfl äche auf und bildet dort die typischen runden Eisschollen. Entlang der Oder werden runde Eisschollen mit wulstigem Rand auf Flüssen „Brieger Gänse“ genannt. Der Name leitete sich vom regelmäßigen Auftreten dieser Form auf der Oder bei Brzeg (Niederschlesien) und den Geräuschen ab, den diese Eisschollen erzeugen, wenn sie gegen Buhnen und Brückenpfeiler stoßen. Sie schwimmen sich drehend zum Oderhaff. Im Unterlauf des Stromes stauen sich die Brieger Gänse und der Fluss fängt an, stromaufwärts zuzufrieren. Vor allem an starken Krümmungen oder Einengungen des Gewässerbettes kann sich das Treibeis zu massiven Eisversetzungen zusammenschieben und dafür sorgen, dass der gleichmäßige Wasserabfl uss gestört wird. „Eisversetzungen können massive Gefahren für den Hochwasserschutz darstellen und im Extremfall zur Überfl utung von Deichen führen“, heißt es aus dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde (WSA).
Derzeit erstreckt sich eine geschlossene Eisdecke von Gryfi no bis etwa Neurüdnitz auf einer Länge von etwa 55 Kilometern. Von oberhalb bringt die Oder derzeit nur noch wenig Treibeis in Richtung Norden und führt damit verhalten zum weiteren Anwachsen der Eisstandsgrenze. Mit dem beginnenden Tauwetter ist die gemeinsame deutsch-polnische Eisbrecherfl otte ausgerückt, um das Eis zu brechen. Dazu sind vier der sechs Eisbrecher des WSA von Hohensaaten aus nach Szczecin aufgebrochen. Zwei weitere Eisbrecher werden später folgen. Von polnischer Seite stehen bis zu sieben Eisbrecher zur Verfügung. Der Eisaufbruch beginnt grundsätzlich auf dem Dammschen See, nördlich von Szczecin. Dort kann sich das Treibeis der Oder sammeln und abtauen oder weiter in das Oderhaff, dem zweitgrößte Haff der Ostsee abtreiben.

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