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Rüdnitzer wollen zwar den Ausbau der Danewitzer Straße, aber zu ihren Bedingungen / Landkreis zeigt sich zurückhaltend

Straßenausbau oder Baumerhalt?

Datum: 22.03.2018

Rüdnitz (fw). Seit Jahren ist die Danewitzer Straße für viele Autofahrer eine Zumutung. Gleich hinter dem Kreisverkehr in Rüdnitz werden die Schäden offensichtlich. Auf der von dort aus gesehenen rechten Fahrbahnseite säumen Löcher, Unebenheiten und Fahrbahnschäden den Weg. Sie ziehen sich die ganze Straße entlang. Wenn kein Gegenverkehr in Sicht ist, entschließen sich viele Kraftfahrer dazu, die Mitte der Straße zu nutzen, um die Buckelpiste zu umgehen. Der schlechte Zustand der Kreisstraße ist schon seit Jahren bekannt. Bereits 2006 gab es Bestrebungen die Straße zu sanieren. Für das Vorhaben standen Europamittel bereit, doch die Planungen sahen vor, die Alleebäume zu fällen. Das missfi el einigen Anwohnern und anderen Beteiligten. Sie organisierten eine Aktion, die dazu führte, dass die Bäume erhalten blieben – allerdings auch die schlechte Beschaffenheit der Straße. Denn das Vorhaben wurde daraufhin gestoppt. Nun kommt wieder frischer Wind in die Angelegenheit. Anwohner Richard Mac Lean sammelte 456 Unterschriften, die die Sanierung der K 6005 befürworten. Er wandte sich auch an die Mitglieder des Barnimer Kreistages und Landrat Bodo Ihrke. In einem Begleitschreiben zu der Petition macht er darauf aufmerksam, dass der Zustand für die Verkehrsteilnehmer „unzumutbar“ sei und auch gefährlich. „Zweirad- und Autofahrer müssen regelmäßig auf die Mitte oder sogar auf die Gegenfahrbahn ausweichen“, heißt es in dem Brief. Um das zu belegen, hat er eine Foto- Dokumentation angefertigt. Darüber hinaus kritisiert er, dass schadhafte Stellen „viel zu spät und ohne technische Sorgfalt mit Teer befüllt“ werden. Das würde den schlechten Zustand nicht nachhaltig verbessern. Der Rüdnitzer stellte das Anliegen bei der letzten Kreistagssitzung vor, doch zeigte er sich enttäuscht von der Reaktion. So habe es keinen Abgeordneten gegeben, der das Thema aufgegriffen hätte. Er habe außerdem keine Möglichkeit erhalten, die Unterschriften zu übergeben. Beim Landkreis Barnim ist die Problematik bekannt. Die Strecke würde regelmäßig befahren werden, um herauszufi nden, an welcher Stelle eine Ausbesserung mit welcher Technologie vorgenommen werden soll, heißt es auf Nachfrage. Der Wunsch der Anwohner, die Bäume im Falle der Sanierung zu erhalten, sei nach aktuellem Stand jedoch nicht erfüllbar, da eine Straßenbreite von 5,50 Meter zuzüglich Bankettstreifen auf jeder Seite erreicht werden müsse, um den Anforderungen an die Straße gerecht zu werden. „Im Falle der Fällung der Alleebäume würden als Ersatzpfl anzung zwei Baumreihen entlang der ausgebauten Straße angelegt werden“, heißt es seitens des Strukturentwicklungs- und Bauordnungsamtes. Eine Fällung ist für Mac Lean und die meisten der Unterzeichner jedoch keine Option. Mac Lean verweist auf den ökologischen Nutzen der Bäume und macht dies an einem Beispiel deutlich. „Für eine funktionsfähige 100-jährige Linde müssten 4.200 Jungbäume gepfl anzt werden, um den ökologischen Wert zu ersetzen“, so der Rüdnitzer Bürger. Der Landkreis hat nach eigenen Angaben weiterhin die Absicht, die Straße grundhaft auszubauen. Wann das passiert, ist offen. Es werde in diesem Jahr aber eine Fortschreibung der Prioritätenliste für den Ausbau der Kreisstraßen geben. Ob die Danewitzer Straße weit oben auf der Liste platziert wird, ist fraglich. Aber selbst wenn der Ausbau erfolgt, wird es sicherlich kein Einvernehmen in Bezug auf die Alleebäume geben. Ein weiteres Problem ist die Finanzierung. Seit die zur Verfügung stehenden Mittel für den Ausbau vor rund zwölf Jahren durch die Verzögerung im Genehmigungsverfahren verfi elen, ist abgesehen von der Instandsetzung nicht viel passiert. Zwar ist seitdem viel Zeit ins Land gezogen, doch das Grundproblem scheint weiterhin zu bestehen. Die Anwohner wollen den Ausbau, aber ohne auf die Bäume zu verzichten. Vom Tisch ist das Thema für Mac Lean allerdings nicht. Er kündigt an, die gesammelten Unterschriften an den Regionalausschuss Barnim der IHK Ostbrandenburg zu übergeben. „Wir wollen damit zeigen, dass es weitergeht und das Thema seine Kreise zieht“, begründet der engagierte Rüdnitzer.

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