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Pappeln mit Spezialgerät gefällt –Alte Bäume stellten Gefahr dar

Ein Baum alle halbe Stunde

Datum: 05.04.2018
Rubrik: Gesellschaft

Lichtenow (sd). Etwa 35 Pappeln am Lichtenower Fließweg, die über Jahrzehnte das Ortsbild mitprägten, mussten gefällt werden. Die letzten Stürme zeigten, wie alt und krank die Bäume waren und damit eher eine Gefährdung darstellten.
Thomas Kilian wies Maschinenführer Frank Otter ein, der mit dem Greifarm des sogenannten „Tree Trimmers" die Kronenauswüchse umfasste. Eine integrierte Säge trennte die Baumteile ab, welche anschließend direkt beiseite gestapelt wurden. Nur beim letzten Stück des Stamms griff Thomas Kilian zur Kettensäge während das Greifwerkzeug den oberen Stammteil fixierte und auf Zeichen auf den Holzstapel legte. „Etwa eine halbe Stunde brauchen wir so pro Baum", erklärt Kilian. Ein größerer Ast des Kronenwerks bringe es schnell auf ein Gewicht von anderthalb Tonnen und mehr.
Insgesamt fielen so 35 Pappeln am Fließweg in etwa anderthalb Tagen. Knapp 20 bis 25 Meter hoch und bis zu 1,30 Meter durchmessend waren die Bäume. Erst so wurde ganz deutlich, dass manche Bäume bereits hohl und abgestorben waren. „Bei den letzten Stürmen schwankten einige der Bäume bedenklich. Schon da sind zahlreiche Äste herabgestürzt, weshalb wir beschlossen, die Pappeln auf Antrag vorsorglich fällen zu lassen", erklärt Ortsvorsteher Herbert Peschke. Gleichzeitig zeigte sich, wie viel junge und neue Pflanzen bereits im Schatten der Pappeln, die Anfang der 1950er Jahre gepflanzt wurden, wuchsen. Da die Witterung und sehr gute Auftragslage der ausführenden Firma lange eine Fällung bis zum 28. Februar, dem Stichtag, bis zu dem offiziell gefällt werden darf, verzögerten, musste eine Sondergenehmigung her. Aufgrund der Gefahrenabwehr sei es unproblematisch gewesen und die untere Naturschutzbehörde habe rasch eingewilligt, wie Peschke ergänzt. Vor drei Jahren habe ein Gutachten noch grünes Licht für die Pappeln gegeben, doch nach den herbstlichen Sturmtiefs habe sich die Lage schlagartig geändert.
An das Anpflanzen der Pappeln kann sich Christel Schwarzwald, die damals den Erntekindergarten in Lichtenow besuchte, noch sehr gut erinnern. Nach dem Setzen der Zöglinge haben die Kinder des Erntekindergartens das Anstampfen mit ihren Füßen übernommen. Angesichts der möglichen Gefährdung und der nachwachsenden Pflanzen fällt auch ihr der Abschied nicht mehr so schwer.
26 Tonnen schwer ist das Spezialgerät, mit dem die Mitarbeiter der Firma Mainka Spezialfällungen aus Hennickendorf anrückten. Auf der ganzen Welt gibt es nur wenige dieser „Tree Trimmer", die gleichzeitig zerteilen und abtransportieren. Im Anschluss werden die Baumreste gehexelt und die Späne weiterverarbeitet.

BU: Thomas Kilian (links) weist Maschinist Frank Otter ein, der die Pappel mittels „Tree Trimmer" in Einzelteilen zerlegt.           Foto: BAB/sd
 

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