Nachrichten - Kunst & Kultur

Heidrun Dähn und Andreas Wald öffnen ihren Waldgarten am Stolzenhagener See

Schau der Gartenschönheiten

Datum: 17.05.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Stolzenhagen (fw). Die warme Jahreszeit hat begonnen und viele Gartenfreunde nutzen die Zeit, sich wieder ausgiebig ihrem Hobby zu widmen. Sie werden mit farbenfrohen Blüten, frischem Gemüse und wohlschmeckendem Obst belohnt. Dazu gibt’s jede Menge Bewegung unter freiem Himmel. Auch Heidrun Dähn und ihr Sohn Andreas Wald haben diese Form der Freizeitgestaltung für sich entdeckt. Gemeinsam bewirtschaften sie ein 4.000 Quadratmeter großes Wassergrundstück am Stolzenhagener See – und das seit 1995. In dem Jahr zog sie bei ihrem Mann Ulrich ein, der seit 1978 dort lebt. Nach und nach wurde das Grundstück in einen Waldgarten verwandelt, in dem alles wächst, was gefällt. „Einige Gärtner haben sich bestimmten Pfl anzen verschrieben, aber wir sind da völlig offen“, so Andreas Wald. Er bringt ab und zu neue Sorten mit, die in die Erde gebracht werden, doch im Grunde ist er für das Grobe zuständig. Der Handwerker verbaute ausschließlich Naturstein und nutzte Materialien, die dem Garten einen authentischen Charme verleihen. Eine persönliche Note geben kunsthandwerkliche Schätze wie eiserne Spinnen, ein grün angespritztes Fahrrad und umfunktionierte Sägeblätter. „Ein bisschen Kitsch muss sein“, scherzt der Hobby-Gärtner.

Im Rahmen der „Offenen Gärten“ laden Mutter und Sohn am 27. Mai und 12. August 2018 alle Interessierten von 10 bis 18 Uhr zu einem Besuch ein. Dabei werden sie von der ganzen Familie unterstützt. Ulrich Dähn zeigt seine Rassetauben in den vorhandenen Volieren und Andreas Frau Brigitte Menzel backt Kuchen. Dazu gibt es Marmelade aus eigener Herstellung, regionalen Honig und Pfl anzenableger sowie einen Austausch unter Gartenliebhabern. Sie bekommen die Chance, den Garten mit alten Rhododendron-Beständen, einer Hosta-Sammlung und verschiedenen Stauden genauer unter die Lupe zu nehmen. Allerdings macht den beiden Gastgebern in diesem Jahr der warme April zu schaffen. Dadurch blühen viele Blumen wie die Sommermagnolie und die Rhododendren schon jetzt. „Sie haben sich zwar wunderbar entwickelt, könnten aber bis zum Besuchertag schon verblüht sein“, befürchtet Gudrun Dähn. Sie kommt zwar aus einer Bauernwirtschaft, hatte aber von Haus aus keinen grünen Daumen, weil sie sich nicht für Gartenarbeit interessierte. „Ich wollte mir nicht die Finger schmutzig machen“, sagt sie. Erst als sie Anfang der 1980er- Jahre einen Bungalow in Bernau bezog, wuchs ihr Interesse an der Gartenarbeit. Das scheint sich auch auf ihren Sohn übertragen zu haben.

Selbst wenn nicht mehr alle Blüten in voller Pracht sein sollten, gibt es für die Besucher eine Menge zu entdecken. Auf vielen Sitzgelegenheiten können sie innehalten und die Schönheit von Flora und Fauna genießen, ganz zu schweigen vom traumhaften Blick auf den See. „Man lernt viele Leute kennen, die allesamt nett sind“, sagt Mutter Heidrun. Aus der bisherigen Erfahrung weiß sie, dass viele Leute kommen und einen Großteil des Tages bei ihnen verbringen. So zählten sie im letzten Jahr 178 Besucher. Die Vorbereitung und auch die Durchführung sind zwar immer mit großen Anstrengungen für die Familie verbunden. „Danach bin ich immer fi x und fertig“, gesteht Heidrun Dähn. Die Freude über die Besucher, den Austausch und das Erlebnis scheint aber zu überwiegen, immerhin nimmt das Duo in diesem Jahr zum 5. Mal daran teil.

Der Entschluss, den eigenen Garten zu öffnen, kam, nachdem die Familie Gärten anderer Teilnehmer besuchten. „Da dachten wir uns, dass wir uns nicht verstecken müssen“, erinnert sich Andreas Wald. Nachdem das Grundstück in dem Wandlitzer Ortsteil von zwei Sachverständigen besichtigt wurde, gaben die Organisatoren der Urania „Wilhelm Foerster“ Potsdam e.V. und der Initiative Offene Gärten Berlin-Brandenburg grünes Licht und nahmen den Waldgarten in Stolzenhagen ins Programm auf. In diesem Jahr beteiligen sich insgesamt 122 Gärten an der Aktion. Neben Heidrun Dähn und Andreas Wald öffnen auch Barnimer Gärten in Werneuchen, Biesenthal und Eberswalde ihre Türen für Besucher. Einen genauen Überblick über Teilnehmer, Öffnungszeiten und den gesamten Ablauf gibt es im Internet unter www. urania-potsdam.de.

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