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Rund 200 Besucher verfolgten mit großer Spannung die dritte Aufführung des Lücke-Projektes

Tatort in Flammen

Datum: 31.05.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Eberswalde (e.b.). Nach dem letzten Tatort an der ehemaligen Radrennbahn in Finow, inszeniert von Ansgar Tappert als Durational Performance, wurde diese Folge in der Reihe Tatort Lücke von Lea Walloschke und Sebastian König künstlerisch für das Projekt von Museum und den Machern des Kanaltheaters aufbereitet. 200 Besucher sahen die Arbeit der beiden zur Explosion im Gaswerk, das an der Bergerstraße lag und dessen Gelände heute als Parkplatz genutzt wird. Mit von der Partie waren auch die Berufsfeuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr der Stadt.
Von 1863 bis 1972 wurde das Gaswerk - im Stadtbild an seinen zwei Gasbehältern erkennbar - betrieben und versorgte die Stadt mit Gas. Bei Reparaturarbeiten kam es zu einer Explosion, bei der zwei Arbeiter ihr Leben verloren, das Gaswerk und sämtliche Fenster in der Umgebung zerstört wurden. Das Gaswerk wurde nie wieder aufgebaut.
Walloschke und König, die im Künstler-Kollektiv Koikate zusammenarbeiten, sind bekannt für ihre beeindruckenden und raumgreifenden Bild- und Klangperformances. Der Bühnenbauer des Kanaltheaters, Carsten Jess, baute den beiden einen Gasbehälter aus Holz für die Re-Inszenierung, der einen Teil des Parkplatzes belegte und am Ende in Flammen aufgehen sollte. Walloschke und König zeigten ihre künstlerische Vielfalt. Sie trugen Teile des Textes vor, die Künstlerin hatte den Soundtrack für die Veranstaltung komponiert und für die Ausstattung der Schauspieler und des Speichers mit Fotos und Bezügen zum Gaswerk gesorgt. In der als Hommage an das Überleben gestalteten Performance führte der Künstler
Daniel Hinojo durch den Abend, interviewte Zeitzeugen wie Horst Letzel und Anneliese Grabbert und spürte den Kräften und Wirkungen der Explosion anhand von am Gasspeicher befestigten historischen Fotos nach. Kai Jahns vom Träger des Kanaltheaters Bürgerstiftung Barnim Uckermark wiederum als „Philosophie-Tante“ im schwarzen Existenzialisten- Rollkragen-Pullover ordnete die Explosion und das Geschehen ein und sprach über die verlorene DDR. Daniel Hinojo zerschlug symbolisch eine Fensterscheibe und gab dann zusammen mit Feuerwehrleuten Tipps zur Brandbekämpfung im persönlichen Umfeld.
Schließlich brachte Jana Korb nach einer Luftakrobatik-Einlage hängend an der ausgefahrenen Leiter eines Feuerwehrwagens das Feuer vom Himmel auf die Erde - und das Gaswerk stand in Flammen.
Auch als Fernsehbericht auf www.odf-tv.de

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