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Grabstätten von bekannten Jockeys und Trainern besucht

Gang über historischen Friedhof

Datum: 07.06.2018
Rubrik: Gesellschaft

Dahlwitz-Hoppegarten (e.b./la). Trotz hoher Temperaturen war das Interesse der Besucher an dem kürzlichen Rundgang über den ehemals kirchlichen Friedhof in der Rudolf-Breitscheid-Strasse unverkennbar. Eingeladen hatten die Aktiven des Kulturvereins „Grünes Tor“ und Kai Hildebrandt als Führender wußte eine ganze Menge Interessantes zu den Trainern und Jockeys, die bis 1945 auf der Rennbahn tätig waren, zu berichten. Recht bekannt war Julius (Jule) Rastenberger (1887-1943), der  im Sattel starb, als er im Juli 1943 einen Herzschlag erlitt und hinter der Ziellinie tot vom Pferd fiel. Ein weiterer Jockey, den Hildebrandt erwähnte, war Willi Plüschke (1896-1920). Ihm gelang es, als Lehrling und erster Deutscher das prestigeträchtige Derby in Hamburg zu gewinnen. Wie man aber anhand seiner Lebensdaten sehen kann, wurde er nicht sehr alt. Der Beruf des Jockeys war nicht leicht. Ständige Enthaltsamkeit, Ausschwitzen, um das Gewicht zu halten und wenig Nahrung zu sich nehmen, um ein Körpergewicht von etwa 50 Kilogramm zu halten, waren unabdingbare Notwendigkeiten. Nicht selten sah man Jockeys, die im Sommer mit drei Winterjacken joggten und dem Rad fuhren.Glück hatte, wer Stalljockey und damit fest angestellt war. In George Sopp`s (1848-1939) Vertrag etwa stand, dass er „Messer, Gabel und Bett“ frei habe, so Kai Hildebrandt. Darüber hinaus bekam er Gehalt, Reitgeld für jeden Start und wurde auch prozentual an den Siegprämien beteiligt. „Freie Reiter“ wurden von Ritt zu Ritt gebucht, bekamen also nur ein Startgeld und eine eventuelle Siegpramie und mussten, da im Winter keine Rennen stattfanden, ins Ausland gehen, um zu reiten. Weniger gute Reiter dagegen gingen „stempeln“.
BU: Der Grabstein von Julius Rastenberger. Seinen letzten Zieleinlauf erlebte er nicht mehr mit.             Foto: Kai Hildebrandt

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