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Umdenken bei Windrad-Bau gefordert / BfB holte politische Vertreter aus betroffenen Kommunen an einen Tisch

Von Bernau ins ganze Land

Datum: 08.06.2018

Bernau (fw). Mit der Bernauer Erklärung soll ein Umdenken beim Bau von Windrädern in der Region erreicht werden. Sie wurde vom Bündnis für Bernau (BfB) auf den Weg gebracht und in monatelanger Arbeit ausformuliert. In dem Prozess wurden Ortsvorsteher und Bürgermeister aus Bernau, Wandlitz und Ahrensfelde einbezogen – Barnimer Kommunen, in denen der Bau von Windrädern durch die regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim vorgesehen sind. Vergangene Woche Freitag fand dazu im Bernauer Rathaus eine öffentliche Beratung statt. Außerdem unterzeichneten Bernaus Bürgermeister André Stahl sowie Ahrensfeldes Bürgermeister die Erklärung. Insgesamt sollen 27 politische Mandatsträgern aus den drei Orten unterschreiben, ein Großteil von ihnen hatte das bereits vor dem Treffen getan. Die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant brachte dabei einen Vorschlag ein, der auf breiten Zuspruch stieß. Statt einer Bernauer Erklärung solle es eine Brandenburger Erklärung werden. Sie will auch Orten eine Stimme geben, die von der regionalen Planungsgemeinschaft nicht gehört werden, nämlich Kommunen, die weniger als 10.000 Einwohner haben. Ihr Ziel ist es, jeden Ortsvorsteher und Bürgermeister im Land zu befragen, wie sie zu dem Thema stehen. Im besten Fall kommen auf diesem Wege so viele Unterschriften zusammen, die eine größere Signalwirkung haben, nicht nur gegenüber der Planungsgemeinschaft, sondern der Landesregierung. Den Unterzeichnern geht es nicht darum, die Energiewende zu stoppen. Sie wollen erreichen, dass der Bau von Windrädern unter anderen Bedingungen passiert. So sollen Wälder aus der Planung komplett herausgenommen zu werden, um Tiere zu schützen und den Erholungsraum für Menschen zu erhalten. Außerdem soll der Abstand zwischen Windrad und Siedlungsgebiet von derzeit 800 bis 1.000 Meter vergrößert werden. So sollen Anwohner vor Lärm, Schlagschatten und permanent blinkenden Lichtfeldern in der Nacht bewahrt werden. Vom Gesetzgeber fordern die Unterzeichner, dass Stromtrassen „sinnvoll“ geführt werden, beispielsweise unterirdisch, ohne Landschaftsbilder und Ökosysteme zu zerstören. Die Unterzeichner waren sich einig, dass die Bernauer Erklärung ein erster Schritt ist. Detlef Maleuda (BfB) kündigte an, eine größere Initiative zu bilden, um sich auf „breitere Füße“ zu stellen. Die Anwesenden waren sich auch darüber im Klaren, dass einige Kompromisse bei der Erstellung der Erklärung eingegangen wurden. So sind zum Beispiel nicht alle Unterzeichner mit der darin enthaltenen Abstandsregelung einverstanden. Sie wollen die so genannte 10-H-Regelung, die einen Mindestabstand vom zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden vorsieht. Man könne allerdings nur Verbündete fi nden, wenn man Abstriche mache, aufeinander zugehe und Schuldzuweisungen unterlasse, hielt Stahl als Hinweis fest. Es geht bei dem Vorhaben auch um Solidarität, denn nicht alle Brandenburger sind von dem Problem betroffen. Nicht einmal in einer Stadt wie Bernau sind Windräder ein einheitliches Problem, wie Wolfgang Mischewski, Ortsvorsteher von Birkholzaue betonte: „Das betrifft nur die Bewohne der ländlichen Ortsteile, nicht die der Stadt“. Auch in den Ortsteilen Schönow und Waldfrieden gibt es keine Windräder oder Pläne dafür. Trotzdem unterzeichneten die beiden Ortsvorsteher Adelheid Reimann und Jan Bernatzki die Bernauer Erklärung. Eine solche Solidarität wünschen sich die Unterzeichner nun auch von anderen Brandenburger Kommunen. Um das Thema voranzubringen, kündigte der Landtagsabgeordnete Péter Vida (BVB / Freie Wähler) an, die Inhalte der Bernauer Erklärung als Antrag in den Brandenburger Landtag einzubringen. Der BfB-Vorsitzende Axel Klatt begrüßt das Engagement auf Landesebene, sagte er in einem Gespräch mit dieser Zeitung.

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