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Verein Steine ohne Grenzen feiert Einweihung

Otto-Freundlich-Denkmal

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Beitrag: Otto-Freundlich-Denkmal

Datum: 25.06.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

In den Rieselfeldern um Hobrechtsfelde nahe Berlin Buch ist am vergangenen Samstag ein ganz außergewöhnliches Denkmal eingeweiht worden. Im Sinne des Künstlers Otto-Freundlich, der als entarteter Künstler von den Nazis verfolgt und 1943 ermordet wurde, hat der Verein Steine ohne Grenzen im Rahmen seiner Skulpturenlinie dieses im Kollektiv entstandene Denkmal errichtet. Und so machen gerade die unterschiedlichen Handschriften der daran beteiligten Künstler sowie die verwendeten Materialien die Besonderheit dieses Denkmales aus. Im Zuge der Eröffnungszeremonie haben die beiden Gründer und Initiatoren des Vereins Steine ohne Grenzen Silvia Fohrer und Rudolf Kaltenbach nochmals ihre Idee erläutert, die hinter dem Denkmal steht. Anschließung wurden alte Volkslieder von einem Chor vorgetragen. Damit wurde stimmungsvoll ein Bogen geschlagen zwischen der Landschaft, in der das Kunstwerk steht und den Menschen, die es erschaffen haben. Auch die Gäste der Feier konnten sich an dem Denkmal beteiligen. Sie waren eingeladen, Sonnenblumen um das Denkmal herum zu pflanzen. Hintergrund der Aktion ist die Tatsache, dass  Häftlinge des Nazi-Regimes sich mitunter von Sonnenblumenkernen ernähren mussten. Aber der Gedanke einer sozialen Skulptur wurde noch weiter fortgeführt. So haben die Gäste ihre Meinung auf einem Zettel festhalten und ungelesen für die Ewigkeit in den Bohrungen verschwinden lassen. Anschließend wurden die Öffnungen mit einem Holzdübel verschlossen. Errichtet wurde das Denkmal schon einige Tage zuvor am Weltflüchtlingstag. Der Termin war von den Initiatoren nicht zufällig gewählt, denn auch Otto Freundlich war ein Flüchtling. So wurde das Denkmal ganz bewusst an diesem Tag errichtet. Aufgestellt wurde das Denkmal von den handwerklich begabten Künstlern selbst. Vorsichtig wurden die einzelnen Komponenten des Kunstwerkes vom Lastwagen gehoben. Jedes Teil musste genau positioniert und ausgerichtet werden. Anschließend wurden alle Elemente fest in dem Betonsockel verankert, denn es soll ja auch noch nachfolgende Generationen an die Idee Otto-Freundlich erinnern, ein sichtbares Zeichen für das friedliche Zusammenleben von unterschiedlichen Nationen zu schaffen. Der Verein Steine ohne Grenzen hat aber noch ein zweites Denkmal zum Gedenken an Otto Freundlich angefertigt. Dieses soll am 10. Juli in der polnischen Stadt Slupsk, dem Geburtsort des Künstlers, aufgestellt werden.

Bericht, Kamera, Schnitt: Jan Mader

 

 

 

 

 

 

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