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eCorso 2018 führte auch von Rehfelde durch Märkisch-Oderland nach Usedom – Über 15 E-Fahrzeuge zeigten Entwicklung – Bedarf vor allem bei der Ladeinfrastruktur

Elektrisch bis zur Küste – eCorso machte umweltschonende Mobilität erlebbar

Datum: 12.07.2018

Rehfelde/MOL/Usedom (e.b./sd). Auch zur dritten Auflage des eCorso ging es komplett emissionsfrei von der Hauptstadt zur Ostseeküste. Mit der Aktion soll vor allem für die Elektromobilität, deren aktuelle Entwicklung und Möglichkeiten sowei den Ausbau der notwendigen Ladeinfrastruktur geworben werden.Bereits 2016 wurde der eCorso, quasi eine Rundfahrt mit Elektrofahrzeugen, durch Vertreter der Energiegenossenschaft Inselwerke eG initiiert. Derzeit betreibt das Unternehmen auf der Insel Usedom und dem angrenzenden Festland 18 Ladestationen und wurde für diese Pionierarbiet vergangenes Jahr mit dem Titel „Bürgerenergieprojekt 2017“ ausgezeichnet. Inzwischen gibt es bundesweite Resonanz in der Bürgerenergieszene. Bürgerenergie, aber auch umweltfreundliche Mobilität sind Themen, die auch in Rehfelde groß geschrieben werden und sich immer weiter entwickeln. Da passte es sehr gut, dass der diesjährige eCorso auch durch den Landkreis Märkisch-Oderland führte. Vom STIC in Strausberg ging die Tour über Rehfelde, Buckow, Letschin, Liepe, Niederfinow, Stettin, Ückermünde, Haffhus sowie Quilitz und Neppermin bis nach Trassenheide auf Usedom. Ein überregionales Fachpublikum fuhr mit 15 verschiedenen E-Fahrzeugen durch den Landkreis. Teilnehmer informierten sich über den aktuellen Entwicklungsstand der Technik und den Ausbau des Ladestationsnetzes. Zudem wurden auch Probleme und notwendige Weiterentwicklungen deutlich gemacht und diskutiert. Manch ein Teilnehmer nutzte die Gelegenheit, die E-Mobilität besser kennenzulernen. Da überraschte es viele, dass die Entwicklung des Elektroautos bereits zu Ende des 19. Jahrhunderts weit fortgeschritten war, durch den Siegeszug der Verbrennungsmototren jedoch wieder in Vergessenheit geriet.Organisiert wurde der Abschnitt in Märkisch-Oderland durch den Klimaschutzmanager der Gemeinde Rehfelde mit Unterstützung der Bürgerenergiegenossenschaft Inselwerke eG und dem Energiebüro der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft.Mario Hofmann, Projektleiter des Energiebüros MOL, stellte zu Beginn den aktuellen Stand der E-Mobilität in der Region vor und verwies auf den derzeit noch unzureichenden Ausbau an Ladesäulen im Kreis. Besonders Tagesausflügler hätten es aktuell schwer, an ihren Destinationen zu laden. Zwar werde die Reichweite der Fahrzeuge immer größer, jedoch seien noch viele Teile der Region für Gäste nicht zu erreichen. Deshalb sind der Landkreis und die Wirtschaftsförderung bestrebt, einen Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur voranzubringen. „Wir sind gerade mit verschiedenen Gemeinden im Gespräch und stoßen auf reges Interesse seitens der Ge-meinden. Wir hoffen daher, den Ausbau zügig voranbringen zu können“, so Hofmann.Beispielsweise in Rehfelde, wo Klimaschutzmanager René Tettenborn über die unterschiedlichen Ladeansätze referierte. So könnten beispielsweise Bahnhöfe mit ihren Park und Ride-Parkplätzen mit niederschwelligen Ladesäulen ausgebaut werden. „Hier benötigen wir eigentlich nur hochwertige Haushaltssteckdosen, die E-Pendlern zu Verfügung gestellt werden können. Mehr als 3,7 KW braucht man nicht. Dafür kann man mehr bauen. Die meisten Pendler fahren für mindestens fünf Stunden auf Arbeit und in dieser Zeit kann man rund 120 Kilometer laden. Das reicht auch für größere Umwege nach Hause. Und wenn wir das mit Photovoltaik kombinieren, kommt der Strom direkt von der Sonne und ist zu 100 Prozent erneuerbar“, führte Tettenborn aus.Anders sieht es natürlich an touristisch attraktiven Standorten oder Verkehrsknotenpunkten für Autobahnen oder Bundestraßen aus. Hier sollten mindestens 11 KW-Ladepunkte oder sogar Schnellladepunkte mit bis zu 60 KW vorgehalten werden. Das Zielpublikum sei ein ganz anderes. Dass diese Zielgruppe im Landkreis noch schwer an offizielle Ladepunkte herankommt, konnten die Teilnehmer selber feststellen. Aber dank der Unterstützung des Amtes Märkische Schweiz und dem Coworking-Space in Letschin konnten die Fahrzeuge mit Adaptern an Drehstromsteckdosen laden. „Bevor wir den Bürgern die Elektromobilität schmackhaft machen können, müssen wir als Gemeinde vorangehen und eine Ladeinfrastruktur bieten. Wichtig ist auch, dass der Strom erneuerbar ist“, stellte Rehfeldes Bürgermeister Reiner Donath fest.Damit der Prozess nicht aufhört, sollen weitere Veranstaltungen folgen. Zusätzlich bieten das Klimaschutzmanagent Rehfelde und das Energiebüro der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft auch ein Beratungsangebot zum Thema Elektromobilität an.„Es gibt viele Vorurteile gegenüber der Elektromobilität. Viele davon werden unwahr und die jetzigen Herausforderungen gehen wir gerade gemeinsam an“, so Tettenborn.
BU: Haltepunkt Rehfelde Bahnhof: Bevor der Corso weiterfuhr, wurde über Anforderungen und Potentiale der Elektro-Mobilität diskutiert.      Foto: e.b./René Tettenborn

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