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Nach 28 Jahren als Landrat wird Bodo Ihrke feierlich verabschiedet

Ein Urgestein verlässt die Bühne

Datum: 26.07.2018
Rubrik: Gesellschaft

Landkreis Barnim (hs). Nach 28 Jahren ist Schluß. Zahlreiche Weggefährten, Mitarbeiter, aber auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen am vergangenen Freitag im Paul-Wunderlich-Haus zusammen, um den scheidenden Landrat Bodo Ihrke (63) in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden. In einer offi ziellen aber dennoch emotionalen Festveranstaltung, welche über eine große Leinwand in das Foyer des Verwaltungsgebäudes übertragen wurde, hielt Professor Alfred Schultz, Vorsitzender des Kreistages, die Hauptlaudatio. Lobende Worte fanden auch die Infrastrukturministerin des Landes Brandenburg Kathrin Schneider und Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski sowie der Geschäftsführer der GLG Dr. Jörg Mocek. Während im Plenarsaal des Hauses der Strom der Gratulanten nicht abreißen wollte, begannen im Innenhof die entspannten Feierlichkeiten bei Grillwurst und frisch gezapften Bier. Im Gespräch einige Tage später präsentierte sich ein gut gelaunter aber verständlicherweise leicht wehmütiger Nochlandrat. Der Blick zurück auf die vergangenen 28 Jahre ist vor allem ein positiver. An seinen ersten Arbeitstag als Landrat 1990 kann sich Ihrke nicht mehr so genau erinnern, fand doch der Übergang fl ießend aber auch ein wenig chaotisch statt. Denn zunächst war vorgesehen gewesen, dass der Landrat als Vorsitzender des Kreistages ehrenamtlich fungieren und die Verwaltung von einem Oberkreisdirektor geleitet werden sollte. Über Nacht wurde aber das heutige Modell, bei dem der hauptamtliche Landrat auch Leiter der Verwaltung ist, in die brandenburgische Verfassung festgeschrieben. Ihrke hatte nur wenige Stunden Bedenkzeit und entschied sich für den Posten als Landrat. Eine Entscheidung, die er bis zum Schluß nie bereute. Überhaupt empfand er die 90er Jahre als die spannendste Periode seiner Amtszeit, weil damals Entscheidungen getroffen werden mussten, die einem Landrat heutzutage nicht mehr zustehen. Inwiefern er das Amt des Landrats geprägt hat, darüber müssen andere befi nden, stellt Ihrke fest. Aber er hat das Amt stets mit viel Freude und großen Respekt ausgeübt. Die Direktwahl des Landrates sieht Ihrke kritisch und verweist auf die Bundeskanzlerin, die ja auch nicht direkt, sondern vom Bundestag gewählt wird. Hier wünscht er sich auf Grund der sehr geringen Beteiligung bei den letzten beiden Wahlen, dass zukünftig wieder der Kreistag den Landrat wählt. Einen Weg, den zuletzt auch Schleswig- Holstein eingeschlagen hat. Ein Generationswechsel bahnt sich nun an. Wenn Bodo Ihrke am 31. Juli seine Bürotür im Paul-Wunderlich-Haus zum letzten Mal schließt, verlässt ein kommunalpolitische Urgestein die Bühne. Ab dem 1. August übernimmt dann Daniel Kurth (44 Jahre) das Ruder in der Barnimer Kreisverwaltung.

Als Fernsehbeitrag auf: www.odf-tv.de

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