Nachrichten

Gedenken an das gescheiterte Stauffenberg-Attentat mit differenziertem Blick

Moralischen Anforderungen gerecht werden

Datum: 27.07.2018

Moralischen Anforderungen gerecht werden
Gedenken an das gescheiterte Stauffenberg-Attentat mit differenziertem Blick
Strausberg (sd). Alljährlich am 20. Juli wird den Widerstandskämpfern um Oberst Claus Schenk Graf Stauffenberg und ihr missglücktes Attentat auf Adolf Hitler im Jahr 1944 gedacht. Ein differenziertes Bild der Attentäter und die Frage nach der Bedeutung für die heutige Zeit standen im Fokus der Reden zum Gedenken in der von-Hardenberg-Kaserne. „Gegen das Vergessen. Es ist wichtig, auch 73 Jahre nach Kriegsende aus den Ereignissen zu lernen“, leitete Bürgermeisterin Elke Stadeler ein. Trotz des Misserfolges sei das Attentat ein wichtiges Signal für Deutschland und die Welt gewesen. Der Standortälteste, Brigadegeneral Uwe Nerger berichtete von einem kürzlichen Erlebnis. In der Gedenkstätte Obersalzberg traf er in Zivil zwei Schülerinnen, die die Bronzebüste Hitlers betrachteten und zum 20. Juli 1944 nur falsch erkannten, es sei Hitlers Geburtstag. Daraus leitete Nerger die Fragen ab, was dieser Tag heute der jüngeren Generationen gebe. Militärhistoriker Professor Dr. Sönke Neitzel von der Universität Potsdam warf einen differenzierten Blick auf die Widerstandskämpfer. Dabei erinnerte Neitzel daran, dass der Attentäter und seine Unterstützer selbst an Aktionen der Nazis beteiligt waren, bevor sie dem „Aufstand des Gewissens“ folgten. „Macht ein solcher Akt die Verstrickung in den Vernichtungskrieg wett?“, fragte Neitzel.    „Was lässt sich auf heute übertragen? Der Verdienst, gegen ein System herausgetreten zu sein. Es geht darum, den moralischen Anforderungen der Zeit gerecht zu werden und gegebenenfalls das Gewissen über einen Befehl zu stellen“, führte der Militärhistoriker aus. „Egal ob in der Bundeswehr, in der Politik, in Führungspositionen, bei den Medien oder sonstwo muss jeder für sich persönlich nachdenken, was es bedeutet und wie es umzusetzen ist. Oft genug fordern Menschen moralische Strahlkraft, solange sie es nicht selbst betrifft“, schloss Sönke Neitzel.
BU:Brigardegeneral Nerger und Elke Stadler gedenken mit Bundeswehrangehörigen und Gästen dem 20. Juli 1944.Foto: BAB/sd

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

Der Klang der Stille

Bad Freienwalde (ma). Der Märkische Bergwanderpark ist eines der touristischen Projekte, mit dem die... [zum Beitrag]

Der Barnim hat einen neuen Landrat

Landkreis Barnim (hs) Nach nur 15 Minuten war es dann auch offiziell: Der Barnim hat ab dem 1. August 2018... [zum Beitrag]

Fertigstellung zwei neuer Blöcke...

Bernau (e.b.). Für Bernau war der 5. Juli ein sonniger Tag: Zum einen schien die Sonne mit voller Kraft,... [zum Beitrag]

Für Bundeswehr und Vereine

Strausberg (cm/sd). Aktuell und in den kommenden Jahren wird die Bundeswehr an ihren Strausberger... [zum Beitrag]

Nach 28 Jahren ist Schluss

Zahlreiche Weggefährten, Freunde, Kollegen, vor allem aber wichtige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und... [zum Beitrag]

Fürstenwalder Bürgermeister reagiert...

Fürstenwalde. Die Diskussion um die Wahl des 1. Beigeordneten in Fürstenwalde geht weiter. Vor kurzem... [zum Beitrag]

Rennbahn Hoppegarten begünstigt

Hoppegarten (e.b./la). Der Eigentümer der Rennbahn, Gerhard Schöningh, konnte sich über ein... [zum Beitrag]

Umsetzung der Energiewende im Fokus

Bernau (jm). Zum Start der Energietour 2018 der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark- Barnim hat der... [zum Beitrag]

Fürstenwalder Stadtverordnete...

In der Fürstenwalder Verwaltungsspitze vollzieh sich derzeit ein personeller Umbruch. So wurde bereits im... [zum Beitrag]