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Lange Dürre und extreme Hitze machen Barnims Bauern zu schaffen

Tierfutterbestände werden knapp

Datum: 13.08.2018
Rubrik: Gesellschaft

Barnim (fw). Der diesjährige Sommer wird wohl als einer der heißesten in die Geschichte eingehen. Durchweg hohe Temperaturen und extreme Trockenheit haben auch den Landkreis Barnim seit mehreren Monaten fest im Griff. Während dieses Wetter für volle Seen und Freibäder sorgt, leiden Landwirte und Gartenbauern seit Mitte April dieses Jahres unter der außergewöhnlichen Hitze. Wie der Landkreis auf Nachfrage mitteilt, sind bei allen Getreidearten Verluste zwischen 30 und 50 Prozent zu verzeichnen. Der Winterweizen wird auf einer Fläche von insgesamt 6.150 Hektar im Barnim angebaut. Während der Ertrag in den letzten fünf Jahren durchschnittlich bei über 5,5 Tonnen pro Hektar (t/ha) lag, beläuft er sich nach Kreisverwaltungszahlen in diesem Jahr auf knapp 3,9 Tonnen pro Hektar. Ähnliche Verluste wurden beim Winterraps verzeichnet (1,9 statt 3,1 t/ha).
Babette und Karsten Hübner betreiben eine Landwirtschaft in Danewitz und ziehen ebenfalls ein überwiegend negatives Ernte-Fazit. Bei Getreidearten wie Weizen und Hafer beklagen die Inhaber der Hof Hübner GbR einen Verlust von rund 50 Prozent. Durch die Trockenheit gab es auch Einbußen beim Stroh. „Ganz schlecht lief es auch beim Heu“, sagt Babette Hübner. So gab es in diesem Jahr lediglich einen guten Schnitt. In guten Jahren sind zwei bis drei ertragreiche Schnitte üblich. Besser sieht es bei den Früchten aus. Obst wie Johannis-, Brom- und Erdbeeren sind prächtig gewachsen, von Kirschen und Pflaumen gibt es ein Überangebot. Um das zu erreichen, musste der Familienbetrieb allerdings viel wässern, was eigentlich gegen seinen ökologischen Ansatz geht. Die Äpfel haben sich gut entwickelt, sind aber nicht so groß wie sonst. Ähnlich verhält es sich bei den Kartoffeln.
Die Trockenheit sorgt auch dafür, dass auf der Weide gehaltene Tiere nichts mehr zu fressen haben, da nichts nachwächst. Das stellt vor allem für die 13 im Barnim ansässigen Betriebe ein Problem dar, die Milchvieh halten. Um dem entgegen zu wirken, werden bereits erste Maisflächen geerntet, informiert die Kreisverwaltung. Auch die Hübners kennen das Problem. Bei Enten und Gänsen füttern sie daher mehr Getreide und Grünmais zu. Für andere Tiere wie Schafe, Ziegen und Schweine gibt’s Heu und Kraftfutter. „Mit den Ressourcen vom letzten Jahr kommen wir gerade so aus“, berichten die Landwirte. Wenn es nicht bald für längere Zeit regnet, müsse ein Notfall-Programm her, sagt Holger Lampe, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Barnim. Für die Viehzucht bedeute das die Reduzierung des Tierbestandes. Laut Landkreis sind bisher allerdings noch keine Notschlachtungen wegen Futterknappheit bekannt.
Die schlechte Ernte ist ein Problem, das viele der rund 365 Landwirte und Betriebe im Landkreis aufgrund der Trockenheit haben. Lampe nennt es ein „außerordentlich schlechtes Jahr“. Neben der geringen Masse komme auch noch eine schlechte Qualität hinzu, was wiederum zu schlechten Preisen führe. Zwar habe Lampe 43 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet und schon viel erlebt, aber eine solche Dürre ist selbst für ihn neu. Er mahnt auch an, dass sich die Trockenheit der Böden auch auf die nächste Ernte auswirken könnten. „Wir müssen ja irgendwo sähen, wo es auch wachsen kann“, sagt er. Die Langzeitfolgen des extremen Wetters, das auch in nächster Zeit so bleiben soll, sind aus seiner Sicht noch nicht absehbar. (Bildquelle: Blitz/fw)

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