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Aktion der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland vor Schulen

Schüler danken Autofahrern

Datum: 23.08.2018

Rehfelde/MOL (sd). Zum Schulstart gibt es alljährlich verstärkt Appelle an Autofahrer, auf die jüngsten Verkehrsteilnehmer zu achten und besondere Rücksicht walten zu lassen. Mit einer gemeinsamen Aktion der Grundschule Rehfelde und der Polizeiinspektion (PI) Märkisch-Oderland wurden Fahrzeugführer nicht nur angehalten und ermahnt, sondern auch gelobt.
Da schauten die Autofahrer nicht schlecht, als sie vor der Grundschule Rehfelde von Polizeibeamten rausgewinkt und auf die Schleife am Haupteingang gelotst wurden. „Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte“, forderten Hauptkommissarin Manuela Wider und ihre Kollegin Sandra Heisinger im Wechsel. Begleitet wurden sie von einer Gruppe Schülerinnen und Schüler. „Wir führen heute eine Aktion an Schulen durch und möchten ihnen für ihre vorbildliche und angepasste Fahrweise danken“, erklärte Manuela Wieder. Daraufhin überreichten die Jungen und Mädchen ein gelbes Dankeschild. Die meisten Angehaltenen freuten sich über die Aufmerksamkeit und wünschten sich, öfter gelobt zu werden, statt „gleich Geld abdrücken zu dürfen“.
Einige Meter weiter kontrollierte der Rehfelder Revierpolizist Peter Schneider die Fahrzeuge per Laser-Messgerät. „Heute fahren alle vorbildlich. Wir wünschten uns, das wäre immer so“, resümierte der Polizeihauptmeister. Es sei oft besser mit den Fahrern zu sprechen, statt gleich Strafen zu verteilen, berichtete Schneider aus Erfahrung. Plötzlich hielt ein Auto an und die Beifahrerscheibe wurde runtergekurbelt. „Ich finde das super, was ihr hier macht. Habe selber vier Enkel“, rief der Fahrer zu. Ein anderer stoppte und erklärte, an welchen Stellen im Ort er sich häufigere Kontrollen wünschte. Doch angesichts der vorhandenen Technik und des wenigen Personals könne nur punktuelle und zu bestimmten Zeiten kontrolliert werden, erklärt der Revierpolizist. Vor allem an den Menschenverstand und die Autofahrer müsse appelliert werden, so Schneider weiter.
Die Tempo30-Zonen vor Kindereinrichtungen, Krankenhäusern und Seniorenheimen gibt es nunmehr schon gut ein Jahr. „Wir können feststellen, dass die 30er Schilder eine Achtungswirkung haben, Autofahrer verstärkt auf Kinder und andere schwächere Verkehrsteilnehmer achten“, erklärt Sandra Heisinger von der Präventionsabteilung der PI. Oft sei sogar zu beobachten, dass manche Einrichtungen erst aufgrund der Schilder bewusster wahrgenommen werden. Nur bei der Aufstellung habe es Verzögerungen gegeben, da die Kommunen alle Schilder aus eigenen Mitteln zahlen müssen.
Das ganze Jahr über sind Heisinger und ihre Kollegen unterwegs und führen verschiedene Aktionen zur Verkehrserziehung durch. „Bald starten wir wieder mit der Busschule“, so Heisinger. Dort lernen die Jungen und Mädchen nicht nur das richtige Einsteigen und Verhalten im Bus, sondern auch das sichere Aussteigen. Mit einem Bus vor Ort und Unterstützung einer Handpuppe zeigen die Polizisten ebenso auf, dass an verschiedenen Stellen vor und hinter Bussen nicht ausgestiegen und gelaufen werden sollte, da die Kinder nur schwer, wenn überhaupt sichtbar sind. Während das Angebot an staatlichen Schulen vom Land und der Unfallkasse gefördert wird, gibt es auch private Schulen, die „Geld in die Hand“ nehmen, um so die Verkehrssicherheit zu verbessern, wie die Polizeiobermeisterin berichtet. Der Terminkalender in der Präventionsabteilung sei sehr gut gefüllt.
„Oftmals sind Probleme hausgemacht. Es gibt nur wenige Parkplätze oder diese sind blockiert und immer mehr Eltern wollen ihre Kinder bis zur Schultür bringen. Trotz Schrieben und Hinweisen siegen immer wieder das Phänomen vieler Autos und die Bequemlichkeit. Dabei sollten die Kinder mit dem Schulstart immer selbstständiger werden“, erklärt Sandra Heisinger und erinnert an Helikoptereltern. Selbst Mutter, sieht sie darin auch einen „Fluch der Moderne“.
Überrascht war sie beim Bild in Rehfelde, wo eher die ABC-Schützen von den Eltern gebracht wurden – wie es am ersten Schultag sein sollte – und zahlreiche Kinder der anderen Klassen mit Bus, Fahrrad oder zu Fuß kamen. Das erleben die Beamten nicht oft. Um den Winter herum würden wieder mehr mit dem Auto gebracht.
BU: Statt rote Karte: Fünftklässler der Rehfelder Grundschule verteilen gelbe Karten als Dank für vorbildliches Fahren an eine Autofahrerin, die Polizeiobermeisterin Sandra Heisinger zuvor rausgewinkt hat.     Foto: BAB/sd

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