Nachrichten - Kunst & Kultur

Mutter und Tochter gehören zu 27 regionalen Künstlern, die den Gedichtband „Wortgeschenke“ mitgestalteten

Schicksalhafte Zusammenarbeit

Datum: 24.08.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Barnim (fw). Cornelia und Katharina Bera sind nicht nur eng miteinander verbunden, weil sie Mutter und Tochter sind. Beide sind kreativ tätig, inspirieren sich gegenseitig und arbeiten auch ab und zu zusammen. Das liegt ein Stück weit in der Natur der Sache. Immerhin wurde Katharina auch deshalb Lektorin, weil sie die Geschichten ihrer Mutter las, Anmerkungen machte und so zum Endresultat beitrug. Doch ihr Teamwork wurde des Öfteren auch durch das Schicksal beeinflusst. Ein Beispiel dafür ist ihr Mitwirken am Gedichtband „Wortgeschenke“, der Anfang Oktober dieses Jahres im Verlag von Andrea Schröder erscheinen wird. Als Autorin steuert Cornelia Bera sowohl ältere als auch neue Gedichte dazu bei. Eines davon heißt „An meine Tochter“. Die Inspiration dafür war das Auslandssemester, das Katharina in Chile verbrachte. „Wir haben viele E-Mails geschrieben und ich habe angefangen, mich für das Land zu interessieren“, berichtet die freiberufliche Autorin. Einige Fotos, die ihre Tochter auf der Reise in Südamerika machte, wurden für die Anthologie ausgewählt und werden mit Erscheinung erstmals öffentlich zu sehen sein. So kam es, dass nicht nur Gedichte der Mutter im Buch sind, sondern auch Bilder von Katharina. Seitdem arbeitete die Lektorin an dem Projekt mit und suchte für die Beiträge anderer beteiligter Autoren Fotos aus ihrem Archiv heraus. Für ein Gedicht hat sie sogar ein zwei- bis dreistündiges Shooting gemacht, um Knöpfe ansprechend in Szene zu setzen. „Das war zwar ein kreativer Prozess, aber ich bin dabei an meine Grenzen gestoßen“, erinnert sich Katharina, die leidenschaftlich gern Landschaften fotografiert. Auch eine Begegnung in New York führte dazu, dass Mutter und Tochter kooperieren. Bei einem Aufenthalt traf Cornelia Bera auf den Autoren Garrett Buhl Robinson. Sie kaufte eines seiner Bücher und ließ ein Gedicht daraus von Katharina, die auch als Übersetzerin tätig ist, ins Deutsche übersetzen. Nachdem das Ergebnis sehr gut aufgenommen wurde, entstand die Idee, den gesamten Band zu übersetzen. Doch der amerikanische Schriftsteller trug mit „Zoe“ ein Projekt an Katharina Bera heran, das ihm sehr am Herzen liegt. In enger Zusammenarbeit übersetzte sie den Briefroman, der im Juni dieses Jahres unter dem Titel „Briefe an Zoe“ erschien. Diesmal war es Cornelia Bera, die als Lektorin fungierte. Wieder eine Zusammenarbeit, die schicksalhaft zustande kam, wenn auch in vertauschten Rollen. Die beiden Frauen, die in Wandlitz leben, freuen sich schon auf das Erscheinen des Gedichtbandes. Darin sind Gedichte, Fotos und Malereien von 27 Kunstschaffenden aus Berlin und Brandenburg zu finden, unter ihnen auch Nachwuchstalente. Was Cornelia und Katharina Bera besonders gefiel, war die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, die sich in regelmäßigen Treffen austauschten und diskutierten. „Es war schön, alle kennen zu lernen“, findet Cornelia Bera, die sowohl den konstruktiven, regionalen und generationsübergreifenden Charakter der Teamarbeit begrüßt. Verlegerin Andrea Schröder erinnert sich, dass sie im vergangenen Jahr viele Anfragen von Autoren erreichten, die ihre Gedichte für eine Veröffentlichung anboten. So entstand die Idee für das Gemeinschaftsprojekt, dem sich immer mehr regionale Künstler anschlossen. „Insgesamt sind 380 Seiten entstanden, auf denen sich Verse und Bilder gut kombinieren“, berichtet Andrea Schröder, die nach dem letzten Team-Treffen derzeit die letzten Änderungen vornimmt. Die ersten Lesungen sind für den 6. Oktober in der Buchhandlung Fabula in Panketal und am 12. Oktober im Café zur alten Post in Bernau geplant.

Foto: Blitz/fw

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