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Hybridrasen für den SV Gartenstadt – bessere Haltbarkeit – langwierige Beantragung

Rasenschweißen auf dem Trainingsplatz

Datum: 30.08.2018
Rubrik: Vereinsleben

Gartenstadt (sd). Seit der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und zuletzt in Russland sowie der folgenden Europameisterschaft und sogar bei mehreren Bundesligaclubs ist er inzwischen bekannt: Sogenannter Hybridrasen, der sich vor allem durch eine verbesserte Haltbarkeit und Widerstandskraft auszeichnet. Nach einem recht aufwändigen Antragsverfahren, können sich nun auch die Mitglieder des SV Gartenstadt über dieses besondere Grün auf ihrem Trainingsplatz freuen.

Auf dem Sportplatz, den die Mitglieder des SV Gartenstadt an der Bergstraße nutzen und pflegen wird Rasen verschweißt. Genauer handelt es sich um Hybridrasen, den Paul Vogel und Peter Hajek von der Firma Evergreen mittels Ultraschallimpulsen bearbeiten. Doch bis hierher war es ein langer Weg für die Sportler und Aktiven des Vereins. „Am längsten hat die Beantragung gedauert. Schon 2016 haben wir angefangen“, erinnert Vereinspräsident Detlef Grunert.

14 Teams des SV Gartenstadt nutzen den Trainingsplatz. „Teils sogar zweimal die Woche zwischen 16 Uhr und halb zehn. Solch intensive Nutzung hinterlässt natürlich Spuren“, so Grunert weiter. Das Grün jährlich zu regenerieren, bedarf etwa 5.000 Euro und vor allem Zeit. Sechs Wochen muss der Rasenplatz ruhen, doch das ist zwischen Saisonende und den ersten Übungseinheiten nicht machbar, sodass der Erfolg bei höchstens 60 Prozent liege, wie Grunert ausführt.

Über Stadtverwaltung, Kreissportbund, Kreisverwaltung, Landessportbund und das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes führten die Wege. „Ich bin mit einem Stück Hybridrasen durch die Ausschüsse getourt. Bei der finalen Abstimmung gab es nur zwei Enthaltungen“, erinnert sich Detlef Grunert. Sollte die Maßnahme zunächst mit 124.000 gefördert werden, zu denen ein städtischer Anteil von 95.000 Euro kam, steigerte sich die Summe durch eine Aufstockung des Kommunalen Infrastrukturprogramms (KIP) letztlich auf 163.500 Euro. 75 Prozent werden aus KIP-Mitteln gefördert, 25 Prozent der 250.000 Euro trägt die Stadt Strausberg.

„Da eine Stadtverordnetenversammlung im März ausgefallen ist, sind wir in Verzug gekommen. Nur einmal im Monat werden die Mittelbescheide vergeben“, ergänzt der Vereinspräsident. Nach vier Wochen Verzug begannen schließlich am 6. August die Arbeiten.

Auf großen Rollen wurden die Bahnen des Hybridrasens geliefert. Direkt auf einer Kunststoffmatte wachsen die Grashalme. 250 Tonnen Sand und Kies wurden verteilt, anschließend der Untergrund mit schwerem Gerät geebnet. Per Laser wurde der Untergrund bis auf wenige Millimeter genau gewalzt, bevor die Rasenbahnen verlegt wurden. Doch bevor nochmal rund 250 Tonnen Sand aufgebracht werden können, mussten sich die Grashalme aufrichten. Außerdem mussten die einzelnen Bahn der etwa 5.000 Quadratmeter großen Fläche verschweißt werden. Zudem verfügt der Platz über eine eigene Bewässerung mit zwölf Beregnern.

Im Gegensatz zu Naturrasen werden im Spiel nicht gleich ganze Büschel ausgerissen, da die Grashalme mit der Kunststoffmatte verbunden und darüber noch gut fünfeinhalb Zentimeter Erde sind. Damit ist die Nutzungsintensität im Vergleich etwa doppelt so hoch. Verläuft alles planmäßig, kann der Rasen bis Oktober anwachsen. Im Frühjahr ist die erste sportliche Nutzung denkbar. Nur zwei weitere Vereine – Beeskow und Caputh – kennt Detlef Grunert in Brandenburg, die außerhalb der Bundesliga und Profiklasse ebenfalls über Hybridarsen verfügen.

BU: Per Sonotrode, die mit Ultraschallschwingungen arbeitet, verschweißt Paul Vogel von der Firma Evergreen die einzelnen Bahnen des Hybridrasens.     Foto: BAB/sd

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