Nachrichten - Gesellschaft

Ist die Zukunft des Finowkanals ein Thema für die bevorstehenden Landtagswahlen?

Wie ein Gordischer Knoten

Datum: 30.10.2018
Rubrik: Gesellschaft

Eberswalde (hs). Ist die Zukunft des Finowkanals ein Thema für die bevorstehenden Landtagswahlen? Wenn es nach dem Vorsitzenden der Barnimer SPD Martin Ehlers geht, lautet die Antwort darauf: Nein. Zwar möchten die Barnimer Sozialdemokraten den Finowkanal als Wasserstraße offen halten, wie Ehlers gegenüber einer hiesigen Tageszeitung bekräftigte, allerdings dieses Thema nicht für den Wahlkampf missbrauchen. Dies wirft Ehlers der CDU vor, die am Montag der vergangenen Woche in Eberswalde ein Positionspapier zur Zukunft des Finowkanals vorstellte. Bei dieser Veranstaltung machte der CDU-Direktkandidat für die Landtagswahl Danko Jur deutlich, dass der Finowkanal sehr wohl auf die Agenda des bevorstehenden Wahlkampfes gehört. Der bei dem Gespräch ebenfalls anwesende EU-Abgeordnete Christian Ehler (CDU) wurde sogar noch deutlicher und erklärte, „dass es eine Regierungsbeteiligung der CDU nur mit diesem Projekt geben wird“. Aber was ist eigentlich das „Projekt“? Anders als in der Öffentlichkeit bisher dargestellt, geht es bei dem Positionspapier der CDU um mehr als nur um den Finowkanal. Letztlich muss aus Sicht der Christdemokraten die Entwicklung des Wassertourismus in der Region vorangetrieben werden, die bestehende Arbeitsgemeinschaft Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (Win AG) gestärkt werden. So bezog sich die Idee einer Landesstiftung nicht nur auf den Finowkanal. Vielmehr soll in einer solchen Stiftung das gesamte wassertouristische Potential der Region, das auch den Süden Mecklenburg-Vorpommerns mit einschließt, gebündelt werden  und als Ansprechpartner gegenüber Bund, Land, Landkreis und Kommune fungieren. Denn anders als vom Vorsitzenden der Barnimer SPD Ehlers behauptet, bestreitet der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Köppen auch gar nicht, dass der Finowkanal eine Bundeswasserstraße ist und damit im Verantwortungsbereich des Bundes liegt. Nur ist der Bund eben nicht für die wassertouristische Erschließung zuständig. Das ist Aufgabe des Landes, des Landkreises und der Kommunen.Daher fordert die CDU in ihrem Positionspapier auch, im Land Brandenburg eine zentrale Anlaufstelle für die Entwicklung des Wassertourismus zu schaffen, idealerweise im Wirtschaftsministerium. Dass der Finowkanal durchaus touristisches Potential hat, davon ist auch Professor Hartmut Ginnow-Merkert, Vorsitzender des Vereins „Unser Finowkanal“ nach wie vor überzeugt. Umso mehr wünscht er sich, dass parteipolitisches Geplänkel in den Hintergrund tritt und Ideen nicht gleich verworfen werden, nur weil sie vom anderen Parteilager kommen. Die Frage, wie es mit dem Finowkanal weitergeht, wird die Menschen in der Region auch noch in den nächsten Jahren beschäftigen. Eine Lösung kann nur gefunden werden, wenn alle Beteiligten ihre Vorbehalte über Bord werfen. Nur so kann der Gordische Knoten zerschlagen werden. (Bildquelle: H. Ginnow-Merkert)

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