Nachrichten - Blaulicht & Verkehr

In der Busschule lernen schon die Jüngsten mit dem richtigen Verhalten sicher unterwegs zu sein

Sicher zum und im Bus unterwegs

Datum: 21.09.2018

MOL/Hennickendorf (sd). Damit Jungen und Mädchen sicher mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, gibt es einige Regeln zu beachten. Mit der Busschule gibt es ein besonderes Angebot der Präventionsabteilung der Polizei, das auch an Schulen gastiert. Vor allem mit dem Schulstart werden Kinder zunehmend selbstständiger, müssen auch Eltern lernen, los zu lassen. Da nicht immer eine Mitfahrgelegenheit geboten wird und nicht das ganze Jahr über mit dem Fahrrad gefahren werden kann, ist der Bus oftmals bevorzugtes Transportmittel. Doch auch hier gibt es so manches zu beachten, wie jüngst die Erstklässler der Hennickendorfer Grundschule „Am Stienitzsee“ im Rahmen der Busschule lernten. „Auf dem Weg hierher habe ich beinahe Ronja überfahren. Sie lief einfach ohne zu gucken auf die Straße, direkt vor mein Polizeiauto“, erklärt Polizeiobermeisterin Sandra Heisinger der Klasse. Die Frage, was die rothaarige Puppe Ronja falsch gemacht habe, antworteten die Erstklässler zielsicher: Immer erst gucken, bevor man auf die Straße geht. „Genau“, bestätigt Sandra Heisinger. Zunächst an einem Tafelmodell und theoretisch tastet sich die Polizistin der Präventionsabteilung heran und findet heraus, was die Kinder bereits an Vorwissen mitbringen. Vor der Bordsteinkante stehenbleiben, Blick links, rechts, links, wenn alles frei ist, zügig über die Straße gehen. Soweit klappt alles gut. Etwa einen Meter oder zwei Kinderschritte Abstand zur Bordsteinkante sollen die Jungen und Mädchen an der Bushaltestelle halten. Warum, sehen sie am Modell: Sowohl vorne als auch hinten schwenkt der Bus deutlich über die Bordsteinkante hinweg aus, während er an- und abfährt. „So ein Bus ist eben deutlich größer als die Autos eurer Eltern“, ergänzt Sandra Heisinger. Auch dass an der Haltestelle nicht getobt wird, wissen die Kinder schon. „Nicht rennen, schubsen oder Fange spielen“, erklären die Abc-Schützen. Anschließend geht es darum, wie in den Bus eingestiegen wird. „Die Mappe abnehmen und mit der linken Hand tragen, damit ihr mit der rechten Hand eure Fahrkarte zeigen könnt“, erklärt die Polizeibeamtin und Mutter. Natürlich gehöre es auch dazu, den Busfahrer zu begrüßen, da er schließlich die Leute sicher von A nach B bringt. Bei der Platzwahl gehe es anschließend nicht um den Lieblingsnachbarn oder den schönsten Ausblick: Die ersten freien Plätze werden genommen, die Mappe unter den Sitz gestellt, sodass alle Einsteigenden schnell nachrücken können. Zum Schluss noch einmal alles in Kurzform wiederholen und dann geht es raus. Vor der Schule wartet bereits ein Bus aus dem Linienverkehr von „mobus“. Hier können die Kinder gleich zeigen, was sie gelernt haben, indem sie immer zu zweit über die Straße gehen und sich anstellen. Das Einsteigen klappt schon ganz gut, lobt Sandra Heisinger mit ihrer Assistentin Ronja. Die meisten Kinder denken auch daran, Fahrer Thomas Korna zu begrüßen. Für den Busschultag gab es besondere Fahrkarten, die nur für die eine Fahrt galten. Sportübungen an den Stangen im Bus rufen die Kinder laut „nein“ entgegen. Die sind nur zum Festhalten. Auch die kleinen Hammer darf Ronja nicht einfach nehmen. Nur in Notfällen, wenn die Türen sich nicht öffnen, können damit die Scheiben eingeschlagen werden, um das Fahrzeug zu verlassen. Anschließend geht es los zu einer Fahrt über Rehfelde und wieder zurück nach Hennickendorf. Um die Realitätsnähe zu wahren, achtet Thomas Korna auf das Verhalten der jungen Fahrgäste und führt einige Fahrmanöver vor. Hier eine Kurve etwas schwungvoller ausfahren, etwas stärker bremsen und andere Dinge lässt er einfließen. Schon nach kurzer Zeit fliegen Schulmappen in den Gang. Doch diese sollen liegengelassen werden, bis der Bus hält. „Solange wir fahren, bleibt ihr auf euren Plätzen“, sagt Sandra Heisinger. Plötzlich bremst der Wagen abrupt und die Kinder halten sich an ihren Sitzen fest. Solche Gefahrenbremsungen können immer wieder vorkommen. Vor allem unvorhersehbar, kann es die kleinen Fahrgäste schnell von ihren Sitzen reißen, wenn sie nicht richtig sitzen. „Aber hier wollte ich doch aussteigen“, ruft Heisinger, nachdem ein Haltepunkt vorbeigezogen ist. Doch wer aussteigen will, muss vorher immer die „Stopp“-Taste drücken, lernen die Kinder. Zeitweise ist es richtig still im Bus und sogar die Klassenlehrerin staunt, wie ruhig die Kinder sein können. Beim Aussteigen wird die Mappe wie beim Einsteigen erst in der Hand gehalten und draußen wieder aufgesetzt. Wichtig ist die Kontrolle, ob alles frei ist. „links, rechts und wieder links. Es können trotzdem Radfahrer und Fußgänger vorbeikommen“, mahnt die Polizeiobermeisterin. „Das habt ihr toll gemacht. Wenn ihr so weiter mit dem Bus unterwegs seid, seid ihr auf der sicheren Seite“, lobt Sandra Heisinger nach der Rückkehr zur Schule. Gemeinsam mit der Unfallkasse Brandenburg bietet die Polizei dieses besondere Angebot zur Unfallverhütung. Wichtige Partner sind zudem die Busunternehmen und das Schulamt. Zu Beginn eines Schuljahres touren Sandra Heisinger und ihre Kollegen mit dem wichtigen Projekt durch den Landkreis. Während die Busschule für staatliche Schulen kostenfrei ist, nutzen auch immer mehr freie und private Schulen das Angebot, wie Heisinger berichtet. Dass besonders die Linienfahrer fast permanent unter Druck stehen und ihren Fahrplan erfüllen müssen, ergänzt Thomas Korna. Schon seit halb vier Uhr morgens ist der Berufskraftfahrer hinter dem Steuer und hat bereits vieles erlebt. Wenn sich jemand falsch verhält, zögert er nicht, anzuhalten. „Es ist fantastisch, wie er fährt, da ist alles dabei und die Kinder lernen eine Menge“, dankt Sandra Heisinger dem Busfahrer. Mehr Informationen gibt es direkt bei der Unfallkasse unter www.ukbb.de und bei der Polizei.

BU: Als Ronja versucht, einen der Notfallhammer mitzunehmen, erntet sie lautstarken Protest der Kinder. Die Hammer dürfen nur im Notfall benutzt werden, ergänzt Polizeiobermeisterin Sandra Heisinger.      Foto: BAB/sd

 

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