Nachrichten - Sport

Drei Medaillen für Brandenburger Para-Ruderer

Deutsche Meister mit Handicap

Datum: 26.10.2018
Rubrik: Sport

Rüdersdorf/Münster (e.b./lbü/sd). Auf dem Aasee in Münster traten bei den Deutschen Sprintmeisterschaften der Ruderer auch drei Para-Ruderer aus Brandenburg an. Die Rüdersdorfer Enrico Schildberg und Leopold Reimann sicherten sich in ihrer Klasse jeweils den Meistertitel. Etwa 1980 wurde der Rudersport zunehmend für Menschen mit Behinderung entdeckt, ab 2005 auch paralympische Disziplin für körperlich Behinderte. Die Abteilung Para-Rudern des Rüdersdorfer Rudervereins Kalkberge e. V. (RRVK) ist eine der wenigen, die körperlich und geistig behinderten Sportlern die Möglichkeit gibt, dem Rudersport nachzugehen. Während Lutz Bühnert immer mehr Mitglieder in der knapp vier Jahre jungen Abteilung begrüßen kann, mehren sich auch die sportlichen Erfolge. Bühnert selbst initiierte das Rudern mit Handicap im Rüdersdorfer Verein und ist selbst Leiter. Mit viel Herzblut und Engagement kümmert er sich um seine „Paras“ und verbessert damit auch die Bekanntheit und Akzeptanz der Para-Ruderer. Bühnerts Gehör und Gleichgewichtssinn wurden in Folge eines Hirntumors dauerhaft geschädigt. Doch statt zu resignieren, kämpfte sich Lutz Bühnert in den Rudersport zurück und ließ sich von den vermeintlichen Einschränkungen nicht aufhalten. Wenn er das schaffe, warum nicht andere auch, sagte sich Bühnert und gründete die Abteilung Para-Rudern. Inzwischen entwickelt sich das Rudern mit Handicap derart gut, dass personell und räumlich Grenzen erreicht sind. Ein Umbau des Vereinsgebäudes soll Abhilfe und zudem mehr Barrierefreiheit schaffen. Bei der Deutschen Sprintmeisterschaft in Münster waren jetzt auch Rudersportler in den paralympischen Klassen ausgeschrieben und aus ganz Deutschland am Start. Über eine Sprintstrecke von 350 Metern wurden die jeweiligen Meister auf dem Aasee ermittelt. „Erstmalig auf einer Deutschen Meisterschaft wurden auch Bootsklassen im Einer ausgefahren, die als ‚Zuführklassen‘ für die Großboote gelten“, erläutert Lutz Bühnert. So konnten nicht nur körperbehinderte Sportler mit Festsitz, wie bei Querschnittsgelähmten, in der sogenannten PR1-Klasse starten. Sondern auch Sportler der Klasse PR2 mit Gehbehinderung, die ab der Hüfte beweglich sind, und Teilnehmer der PR3 mit Sehbehinderung oder Beinamputation. Enrico Schildberg und Leopold Reimann sind inzwischen ähnlich wie Lutz Bühnert feste Größten der Para-Abteilung des RRVK und starteten in Münster als Brandenburger Vertreter. Als Rollstuhlfahrer machte sich Enrico Schildberg in der PR1 auf zum Sprint. Leopold Reimann folgte mit nur einem Bein in der PR3. Die beiden Rüdersdorfer Vertreter waren die schnellsten und sicherten sich so die Titel Deutscher Meister in ihrer jeweiligen Klasse. Mit Paul Umbach aus Neuruppin sicherte sich in der PR3 ein weiterer Brandenburger seine erste Platzierung bei einer Deutschen Meisterschaft. Er wurde hinter Leopold Reimann Vizemeister.

BU: Erfolgreiche Para-Ruderer: Vizemeister Paul Umbach mit den beiden Meistern Enrico Schildberg und Leopold Reimann (von links nach rechts).     Foto: e.b./Lutz Bühnert

 

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