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Mehr Grünflächen, Verkehrslösungen und die Fertigstellung begonnener Bauvorhaben stehen im Fokus der Bernauer Verwaltung

Wachstum in geordneten Bahnen

Datum: 01.02.2019

Bernau (fw). Das Wachstum Bernaus ist allgegenwärtig. Im Oktober vergangenen Jahres wurde die Einwohnerzahl von 40.000 überschritten, zur Wende waren es rund 19.000. Seit dem Amtsantritt von Bürgermeister André Stahl im Jahr 2014 sind 720 neue Wohneinheiten entstanden, dazu kommen 360 Einfamilienhäuser. Auch beim Verkehr merken viele Bernauer, dass mehr Menschen auf den Straßen unterwegs sind. Zwar bringt Zuzug auch wirtschaftliche Vorteile wie Steuereinnahmen und mehr Kaufkraft mit sich, doch die Bevölkerung steht der aktuellen Entwicklung nicht unkritisch gegenüber. Im Wahlkampf spielt das Thema ebenfalls eine Rolle und der Vorsitzende des Bernauer Stadtverbandes der CDU, Daniel Sauer, teilte kürzlich mit, dass „niemand den 50.000. Bernauer als Nachbarn begrüßen“ wolle.

Diese Bedenken sind auch bei der Stadtverwaltung angekommen. André Stahl stellte kürzlich die Zielsetzungen der Verwaltung bis 2022 vor. Sie wurden unter das Motto „Gesund wachsen – gesund leben“ gestellt. Konkret bedeutet das: keine Ausweisung neuer Wohngebiete auf Grünflächen und die Fertigstellung begonnener und in Planung befindlicher Bauvorhaben. „Wir wollen das Tempo diesbezüglich drosseln“, teilte der Verwaltungschef mit. Stattdessen soll der Ausbau des Verkehrs, der sozialen Infrastruktur und von Naturflächen erfolgen, um die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.

Ganz oben auf der Agenda der Verwaltung steht der Verkehr. Schon jetzt ist die Situation auf Bernaus Straßen angespannt. Als Mittelzentrum wird die Stadt oft besucht oder durchfahren, dazu kommen viele Pendler und die Bewohner der Stadt. Wenn die Deutsche Bahn ihre Brückensanierung im Jahr 2021 fortsetzt, droht eine Zuspitzung. Der Bau der Ladestraße, die beidseitige Öffnung der Eberswalder Straße und die Errichtung einer Verbindung zwischen Schönfelder Weg und Albertshofer Chaussee sollen dazu beitragen, dass sich die Lage entspannt. „Wir werden aber auch versuchen, den Öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen“, sagte der Bürgermeister. Die Verhandlungen mit dem Landkreis Barnim, in dessen Zuständigkeit er fällt, laufen bereits. Es müsse einen 20-Minuten-Takt geben, so dass die Busfahrt an Attraktivität gewinne. Zudem müssten mehr Fahrten zu Randzeiten angeboten werden. In diesem Zusammenhang soll auch für eine bessere Verfügbarkeit von Taxis gesorgt werden.

Auch die Daseinsvorsorge will die Stadt weiter stärken. Dazu gehören die Ansiedlung neuer Gewerbegebiete an den zwei Autobahnausfahrten sowie die Lückenbebauung der Innenstadt mit Gewerbeflächen. Für den Ortsteil Ladeburg und die Stadtteile Waldsiedlung und Süd wurden neue Supermärkte angekündigt. Die Bahnhofs-Passage soll um 2.000 Quadratmeter Handelsfläche erweitert werden und auch im Forum soll es mehr davon geben, um diesen alternativen Standort zu stärken. Der Ratskeller unter dem Rathaus, ein Projekt, das schon seit längerer Zeit geplant ist, soll in diesem Jahr laut Stahl in Angriff genommen werden und auch im neuen Rathaus ist Gastronomie geplant.

Im Zuge des Wachstums investiert die Stadt fortlaufend in neue Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen. Bis 2022 soll am Rollberg ein Bildungscampus entstehen, der eine Grund- und Oberschule sowie ein Hortgebäude beinhaltet. Darüber hinaus stehen Erweiterungen der Grundschule im Ortsteil Schönow und an der Hasenheide auf dem Plan. Dazu kommt der Neubau von drei Kindertagesstätten und eine neue evangelische Grundschule. Auch auf kulturelle Ebene gibt es einige Ziele. So soll am so genannten „Ladeburger Dreieck“ eine Mehrzweckhalle entstehen. Der Bürgermeister hofft, dass mit den Bauarbeiten Anfang 2020 begonnen werden kann. Der lang geplante Umbau vom „Treff 23“ und der Bibliothek soll noch in diesem Jahr starten. Des Weiteren sind der Neubau des Besucherzentrums am Bauhaus-Denkmal Bundesschule, ein Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Birkholzaue und der Ausbau des Gesundheitssektors angedacht.

Eines der größten Bauvorhaben ist die Errichtung des Pankeparkes, der als 19 Hektar große Erholungsfläche mitten in der Stadt dienen soll. Ein vergleichbares Objekt in dieser Größenordnung gäbe es in ganz Brandenburg nicht, betonte Stahl. Ein neuer Park soll auch im Venusbogen entstehen, was die Lebensqualität für die Bewohner von Bernau-Süd aufwerten soll. Bestehende Grünanlagen sollen darüber hinaus aufgewertet und instandgesetzt werden. Durch die Projekte „1.000 Bäume für Bernau“ und „Bernau.Pro.Klima“ stellt die Stadt außerdem sicher, dass sie auf vorherrschende Naturbedingungen eingeht.

Wie viel Geld all diese Vorhaben kosten, sei laut Stahl schwer zu sagen. Er geht aber davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren rund 500 Millionen Euro in den Wohnungsbau investiert werde. Was den Zuzug betrifft schätzt er, dass nicht mehr als 46.000 Menschen in der Stadt leben können. Dabei sei das Wachstum mit rund 600 Neubürgern pro Jahr nicht so hoch, wie es von der Bevölkerung wahrgenommen werde. Fotos: Pressestelle Bernau / Blitz

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