Nachrichten - Politik & Wirtschaft

Erste Wahl des Kinder- und Jugendparlaments an den Schulen – Wichtige Impulse für künftige Mitbestimmung

Stimmzettel in den Pausen abgeben

Datum: 14.02.2019

Strausberg (e.b./chb/sd). Die erste Wahl des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) komplettiert das Wahljahr 2019 in Strausberg. Am Freitag, 22. Februar können Schülerinnen und Schüler ab der vierten Klasse in den Strausberger Schulen für ihre Favoriten stimmen. Bis zum 10. Februar konnten sich Kandidatinnen und Kandidaten ab Klassenstufe fünf auf einen Sitz im Kinder- und Jugendgremium der Stadt bewerben. Der zukünftigen Aufgabe stellen sich nun weitere sechzehn Kinder und Jugendliche von der Vorstadt-Grundschule, der Grundschule Am Annatal, der Grundschule Am Wäldchen, der Förderschule „Clara Zetkin“, der Anne-Frank-Oberschule, der Lise-Meitner-Oberschule, dem Theodor-Fontane-Gymnasium und der BundtStift-Schule. Sie haben sich mit einem Steckbrief beworben, der ihre Interessen und ihre Ziele als zukünftige Parlamentarier darlegt. Diese wurden nach den Winterferien an den Schulen veröffentlicht, so dass alle Schüler die Möglichkeit hatten, sich über die Bewerber zu informieren. Die Wahl des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) ist indes ein echtes Novum, stellten sich die Parlamentarier bisher doch auf Eigeninitiative der Herausforderungen, die Interessen der Jüngsten im städtischen Gremium zu vertreten. Mit dem Paragraf 18a der Brandenburgischen Kommunlaverfassung, der mehr Mitbestimmmung von Kindern und Jugendlichen fordert, ändert sich das nun. Zusätzlich soll im Laufe des Jahres eine Agenda für die Kinder- und Jugendarbeit erstellt werden. Ein eigenes Budget, das von den Jungparlamentariern eigenverantwortlich verwaltet wird, und eine stadtweite Zeitung sind angedacht, jedoch erstmal noch Zukunftsmusik. Gewählt wird am Freitag in allen Schulen; wahlberechtigt sind alle ab Klassenstufe vier. Dabei gestalten die Schulen die Wahl eigenständig. Einige Schulen eröffnen beispielsweise das „Wahllokal“ in der dritten und vierten Stunde und es kann klassenweise die Wahlmöglichkeit ergreifen werden. Andere Schulen hängen die Wahl einfach an den Unterricht beziehungsweise den Projekttag „hinten dran“ oder geben die Möglichkeit zur Wahl in den großen Pausen. Die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer sind Mitglieder des KJPs oder Grundschülerinnen und Grundschüler, die im Workshop der letzten Kinderkonferenz ausgebildet wurden. „Wir wollen die Jüngsten so vor allem an die Grundprinzipien der Demokratie und einer aktiven Mitbestimmung heranführen“, ergänzt die städtische Kinder- und Jugendsozialarbeiterin Anja Looke. Alle Kandidaten mit mindestens einer Stimme sind automatisch Mitglied im Parlament. Insgesamt sind 32 Sitze zu besetzen – mit der Besonderheit, dass die bisherigen zwölf KJP-Mitglieder ihr Mandat ohne Wahl behalten dürfen. Das ist als „Übergangsregelung“ zwischen den jungen Menschen vereinbart worden und würdigt ihre bisherige ehrenamtliche Tätigkeit im Parlament. Außerdem können sie so den „Neuparlamentariern“ ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter vermitteln und als Multiplikatoren tätig sein, ergänzt Looke. Zwar wurde mit den Bewerbungen das erhoffte Ziel von 32 Aktiven, die entsprechend stadtweit alle Schulen vertreten würden und damit das gesamte Stadtgebiet abdecken könnten, knapp verfehlt, doch freuen sich Anja Looke und die bisherigen Parlamentarier über den Erfolg. Es sei eine Sache, von einem Optimalfall auszugehen und eine andere, überhaupt mit der Premiere genug Unterstützer zu mobilisieren, heißt es weiter. Weiterhin zeige die Erfahrung, dass ein frühzeitiges Engagement immer wieder nach einigen Wochen und Monaten verfliege, wenn es an die „richtige Arbeit im Parlament“ gehe. Schließlich müssten die Verpflichtungen als städtische Vertreter mit Schule und Freizeit abgestimmt werden. Insgesamt sind jedoch alle Beteiligten guter Dinge, einen ersten wichtigen Impuls gegeben zu haben und so die Mitbestimmung der jüngsten Strausberger merklich vorbringen zu können. Die Wahlhelfer hoffen, am 20. Februar gegen 15 Uhr alle Stimmen ausgezählt zu haben. Direkte Informationen können ab 15 Uhr im Raum 3.47/3.48 der Stadtverwaltung Strausberg erteilt werden. Alle Kandidaten/innen sind auch eingeladen, sich die Wahlergebnisse gemeinsam anzusehen und ihre gewonnene Wahl zu feiern.

BU: Bei den Kinder- und Jugendkonferenzen können sich alle Strausberger Schülerinnen und Schüler einbringen, was oft der Anfang für weiteres Engagement ist.     Foto: BAB/sd

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