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Unterschiedliche Vorstellungen über künftige Nutzung des alten Heizhauses

Kulturort oder Bauhof?

Datum: 12.03.2019

Panketal (fw). Ganz versteckt an der Schönerlinder Straße im Panketaler Ortsteil Zepernick steht ein altes Gemäuer, das seit langer Zeit leer steht und nun wieder im Leben gefüllt werden soll: das ehemalige Heizhaus. Auf der Januar-Sitzung der Gemeindevertreter wurde der Kauf durch die Gemeinde beschlossen, doch wie es genutzt werden soll, ist eine Frage, die erst noch beantwortet werden muss.  

Für den Verein Kunstbrücke Panketal e.V. ist der Fall klar. Er möchte daraus einen Veranstaltungsort machen. Bereits Anfang vergangenen Jahres wurde diese Idee geboren. Ein Grund dafür war die Akustik in der Halle, die der Vereinsvorsitzende Niels Templin mit seiner Geige testete und für gut befand. Ein weiteres Argument seien die knappen Platzkapazitäten für Konzerte. Zwar gäbe es gute Möglichkeiten für bis zu 80 Zuschauer, doch wenn das Publikum größer wird, bliebe nur die Mensa in der Grundschule. „Sie ist zwar funktional gut gedacht, aber eben kein Konzertsaal“, so der Musiker. Unterstützung findet er in der fraktionslosen Gemeindevertreterin Sigrun Pilz, die ebenfalls Mitglied in dem Verein ist.

Andere Pläne hat die Fraktion CDU/FDP. Sie reichte einen Antrag in die Gemeindevertretersitzung ein, der keinen künstlerischen, sondern einen praktischen Vorschlag beinhaltet: Das ehemalige Heizhaus soll als Unterstellmöglichkeit für Fahrzeuge und Gerätschaften des Bauhofes und des Eigenbetriebes genutzt werden. Damit würde ein „Unterstellproblem“ gelöst werden, was gleichzeitig eine Kosteneinsparung mit sich bringen würde. Derzeit zahle die Gemeinde 25.000 Euro Miete für den Bauhof.

Sigrun Pilz lehnt diese Nutzungsmöglichkeit auch mit dem Argument ab, dass sich schräg gegenüber des ehemaligen Heizhauses das Seniorenpflegeheim Eichenhof befindet, was eine günstige Möglichkeit bieten würde, die Bewohner auf unkomplizierte Weise am kulturellen Leben teilhaben zu lassen. „Ich fände es eine Schande, wenn man den alten Leuten den Bauhof mit seinen zirkulierenden Fahrzeugen vor die Nase setzt“, so Pilz.

Auch der fraktionslose Bürgermeister Maximilian Wonke könnte sich - gerade auch wegen der industriellen Architektur - einen charmanten Veranstaltungsort vorstellen, der mit dem Bernauer Ofenhaus vergleichbar wäre. Da das ehemalige Heizhaus zum zentralen Aufnahmeheim der DDR gehörte, habe der Ort auch eine geschichtliche Bedeutung, sagte er bei einem Vor-Ort-Termin. Er könnte beispielsweise als Ausstellungsort dienen, gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Jahrestag zum Mauerfall, der Ende dieses Jahres zum 30. Mal begangen wird.

Klar ist, dass sich die Gemeindevertreter darüber einig werden müssen, ob das ehemalige Heizhaus als Kulturstätte oder als Unterstellmöglichkeit genutzt wird. Nachdem die Vorlage der CDU/FDP-Fraktion am 15. März in den beiden Ortsbeiräten und am 21. März im Hauptausschuss thematisiert wird, steht sie am 25. März auch auf der Tagesordnung der Panketaler Gemeindevertreter.

Foto: Kunstbrücke Panketal

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