Nachrichten - Blaulicht & Verkehr

Innenminister Schröter hatte bei Barnim-Besuch gute Neuigkeiten für Freiwillige Feuerwehren im Gepäck

„Blaulichtprämie“ für Einsatzkräfte

Datum: 28.03.2019

Bernau (fw). Nicht ohne Stolz hieß Ortswehrführerin Jacqueline Sachs den Brandenburger Innenminister Karl-Heinz Schröter am Mittwoch im Feuerwehrgerätehaus von Schönow willkommen. Gemeinsam mit Stadtwehrführer Jörg Erdmann führte sie ihn durch die modernen Räumlichkeiten, die Ende Oktober 2016 nach rund anderthalb Jahren Bauzeit eröffnet wurden. Den Neubau in dem Bernauer Ortsteil ließ sich die Stadt rund 2,4 Millionen Euro kosten, um die Bedingungen für die Kameraden zu verbessern. Die Bernauer Feuerwehr arbeitet ehrenamtlich, daher will die Verwaltung sicherstellen, dass es ihr an nichts fehlt. Schröter zeigte sich beeindruckt von dem zweigeschossigen Bau: „Hier ist der Brandschutz in guten Händen.“

Der Minister, der auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Britta Stark in den Barnim kam, lobte die Stadt Bernau für ihre Investition. Sie biete eine gute Voraussetzung für das Ehrenamt, das eine kommunale Pflichtaufgabe erfülle und sich damit von jedem anderen Ehrenamt unterscheide. Auch das Land wolle diese besondere Situation fördern. Daher brachte der SPD-Politiker gute Nachrichten mit. Durch einen Kabinett-Beschluss, der bald auch im Landtag zur Debatte steht, sollen Prämien für Einsatzkräfte ausgezahlt werden. Rückwirkend zum 1. Januar 2019 sollen Kameraden, die auf mindestens 40 Einsatzstunden – aktiv oder passiv – kommen, jährlich 200 Euro bekommen. Jeweils 500 Euro erhalten diejenigen, die mindestens zehn Jahre ehrenamtlich im Dienst sind. Bei weiteren zehn Jahren gibt es noch einmal den gleichen Betrag. Auch Feuerwehrleute, die über 50 Jahre dabei sind, können sich über 500 Euro freuen.

Schröter sieht in dieser Art der „Entlohnung“ eine kleine Form der Dankbarkeit, die von der Kommune an die Kameraden gezahlt wird. Auf Regionalkonferenzen des Landesfeuerwehrverbandes habe man sich bewusst gegen eine Rentenregelung entschieden, da nicht alle Kameraden das Rentenalter erreichen. Durch die „Blaulichtprämie“ können sie sich während der Dienstzeit über die Anerkennung freuen, die auch ein wenig zur Motivation beitragen soll. In Deutschland werde mit der Regelung Neuland betreten, informierte Schröter. Bei rund 40.000 Kameraden in ganz Brandenburg sei dies aber durchaus machbar.

Nach seinem Besuch in Schönow ging es für den Innenminister zur Freiwilligen Feuerwehr Zepernick. Dort stand die Idee der Kennzeichnung verschiedener Abschnitte des Autobahnkreuzes Barnim zur schnelleren Lokalisierung von Unfällen im Fokus. Zwar gewann der Vorschlag den „IF-Star“ der deutschen Versicherer, der Brandenburger Landtag hatte hingegen seine Zweifel. Britta Stark war jedoch davon überzeugt und stellte das Vorhaben gemeinsam mit dem Panketaler Gemeindewehrführer Thomas Bielicke bei Fachministern vor – offenbar mit Erfolg. Im September soll die Idee umgesetzt werden. Das Autobahnkreuz soll dann mit Hinweistafeln gekennzeichnet werden. So können Verkehrsteilnehmer der Leitstelle bei einem Unfall ganz genau mitteilen, wo sie sich befinden. Insgesamt kommen vier Feuerwehren an dem Verkehrsknotenpunkt zum Einsatz. „Mit Hilfe der Kennzeichnungstafeln wird die Leitstelle künftig besser beurteilen können, welche der Wehren die Unfallstelle am schnellsten erreichen kann“, so Stark.

Foto: Frank Wollgast

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