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Das Heidehaus in Zepernick soll gerettet werden

Sanatorium im Dornröschenschlaf

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Beitrag: Sanatorium im Dornröschenschlaf

Datum: 25.04.2019
Rubrik: Gesellschaft

„Das Sanatorium liegt am Rande der Großstadt, 20 km vom Zentrum entfernt, in ländlicher, industriefreier Umgebung, inmitten von 56 Morgen Park und Gärten.“, so lautet es in einem Prospekt des Dr. Schauß Sanatorium von 1936.

Seit über 100 Jahren steht in der Schönower Straße in Panketal das Heidehaus.

1911 wurde es als Sanatorium für Erkrankungen des Zentralnervensystems, Gemütskrankheiten, nervöse und seelische Störungen sowie innere Erkrankungen jeglicher Art errichtet. Architekt des Gebäudes war Paul Kruchen, Gründer und Leiter Dr. med. Alfons Schauß.

Im Jahr 1926 starb Alfons Schauß und seine Frau Elise übernahm die Leitung der Nervenheilanstalt.

Ende der 20er Jahre wurde auf dem Gelände des Sanatoriums die Villa der Familie Schauß gebaut.

Als Elise Schauß 1931 verstarb, übernahm der Adoptivsohn der Familie Schauß Walter die Rolle als Leiter. Sein Medizinstudium brach er vorerst ab und heiratete 1932 die Tochter des Heidehaus-Architekten Paul Kruchen, Waltraut.

Um den Namen Sanatorium Dr. Schauß beibehalten zu können, musste Walter Schauß einige Jahre später jedoch sein (Medizin)Studium beenden.

Leitender Arzt war aber Willi Burlage, der 1931 als Assistenzarzt an das Sanatorium gekommen war.

Außer Dr. Burlage beschäftigte die Anstalt 4 hauptamtlich angestellte Ärzte sowie zahlreiches gut ausgebildetes Hilfspersonal.

 

Teile seiner Laufzeit diente das Heidehaus auch als Lungenheilstätte. Für die Patieten war die Lage sehr schön, da das gesamte Areal naturbelassen war, die Wege unbefestigt waren, und es sowohl gärtnerische Aktivitäten als auch Viehzucht gab.

 

1972 wurde die Lungenheilstätte geschlossen.

Das Kreiskrankenhaus Bernau ergriff die Chance und verlagerte die Station der Inneren Medizin in die ehemalige Nervenheilanstalt, da es dort genügend Platz auf den 3 Etagen für die Menge an Patienten bot.

Mit dem Umzug der Station des Kreiskrankenhauses wurde das alte Sanatorium um eine neue Auffahrt, einen neuen Aufzug sowie Räume für EKG, EEG, Massage, Labor, Physiotherapie und Röntgen erweitert.

Aufgrund der großen Entfernung zum Haupthaus in Bernau, erwies sich die Notfallversorgung jedoch als sehr schwierig.

Es gab keine Intensivmedizin im Heidehaus und die technische Ausrüstung war ungenügend.

Trotzdessen war das Heidehaus bis 1997 Standort für die Innere Medizin des Krankenhauses Bernau.

Die Bedingungen blieben aber katastrophal, Patientenbeschwerden häuften sich und das Personal war unglücklich, sodass das Kreiskrankenhaus September 1997 aus dem Heidehaus auszog und damit das Ende des Heidehauses als medizinische Einrichtung besiegelte.

 

Über 20 Jahre steht es schon verlassen in der Schönower Straße und verfällt langsam.

Vor knapp 10 Jahren erwarb es die Gemeinde Panketal und überlegt seitdem was aus diesem Gebäude einmal werden soll. Klar war, dass es ein Gemeinschaftshaus werden solle, nicht ganz eindeutig ob es abgerissen und ganz neu gebaut werden solle oder man eine Sanierung in Betracht ziehen sollte.

In mehreren Sitzungen der Gemeindevertretung wurde darüber diskutiert, zu einer Entscheidung ist es nie gekommen.

Ein Gedanke war, eine Mischnutzung aus 3/5 gewerblicher und 2/5 gemeindlicher Nutzung zu realisieren.

Wie die Zukunft des Heidehauses aussieht und ob es überhaupt eine Zukunft hat, entscheiden jetzt die Gemeindevertretung und die zuständigen Gremien.

Schön wäre es, wenn es zu einer Entscheidung kommen würde, bevor das Heidehaus so zerfallen ist, dass nur noch der Abriss bleibt.

 

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