Nachrichten - Gesellschaft

Die Geschichte(n) der Maria-Magdalenen-Kirche

Auf Schatzsuche in der Kirche

Diesen Beitrag jetzt bestellen

Beitrag: Auf Schatzsuche in der Kirche

Datum: 07.06.2019
Rubrik: Gesellschaft

Hinter dem Eberswalder Marktplatz erhebt sich seit mehr als 750 Jahren die Maria-Magdalenen-Kirche. Ihre Geschichte ist eng mit der allgemeinen Historie der Stadt Eberswalde verwoben und von zahlreichen Umbauten und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt.

Zwischen 1285 und 1333 entstand eine dreischiffige Basilika zwar ohne Querhaus, dafür aber mit zwei Seitenkapellen parallel zum Chorraum, diese wurden schon bald durch ein oberes Stockwerk ergänzt. Man vermutet, dass die Baumeister des nahegelegenen Klosters Chorin auch am Bau der Maria-Magdalenen-Kirche beteiligt waren.

Eine jede Generation brachte mit ihren Möglichkeiten neue Elemente und Kunstwerke in die Kirche ein. So ist ihr heutiges Erscheinungsbild ein historisch vielschichtiges Kompendium verschiedener Epochen. In der Architektur der Kirche finden sich gotische Elemente, die Holzinnenausstattung und der bekannte Turmhelm entstammen der Romantik, die Orgel aus dem Spätbarock und der detailreiche Altar aus dem Frühbarock. Letzterer ist eines der bedeutendsten Zeugnisse aus der Zeit, in der das evangelische Brandenburg energisch versuchte, der Gegenreformation zu widerstehen.

Könnten die alten Mauern der Kirche Geschichten erzählen. Sie wüssten sicher so manch spannende Anekdote zu berichten. Geht man jedoch mit offenen Augen durch das Gotteshaus, so stößt man unweigerlich auf geheimnisvolle Abbildungen, welche tatsächlich Geschichten zu erzählen vermögen. Zum Beispiel auf das sagenumwobene Fresko des heiligen Christophorus oder auch Christoph. Dieser war der Legende nach ein bärenstarker Hühne, welcher es sich in den Kopf gesetzt hatte dem mächtigsten Herrn der Welt zu dienen. Und um diesen zu finden, führte ihn sein Weg nicht nur zu Fürsten, Königen und Kaisern, sondern sogar zum Teufel persönlich und schließlich zu Jesus Christus, welcher sich in der Gestalt eines Kindes offenbarte und sich von Christophorus über einen Fluss tragen ließ, bis dieser fast darin versank, weil das Kind die ganze Last des irdischen Daseins in sich trug. Neben die ursprüngliche Legende reiht sich in der Maria-Magdalenen-Kirche noch eine regionale Sage, welche in der Vergangenheit schon so manchen Abenteurer gelockt haben soll.

Die Interpretation der Sage bleibt jedem selbst überlassen. Für Pfarrer Giering besteht der Schatz, auf welchen Christophorus schaut, nicht aus Silber und Gold, sondern ist sinnbildlich für den Zusammenhalt der Gemeinde und der Menschen im Allgemeinen zu verstehen. Und das ist doch wirklich mehr wert als jedes glänzende Edelmetall.

Bericht/Kamera/Schnitt: Florian Beyer

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

90 Jahre Zoo Eberswalde

[zum Beitrag]

Eier von glücklichen Hühnern

Sven Geelhaar und seine Frau Sabrina erwarten heute Besuch aus Potsdam. Brandenburgs... [zum Beitrag]

Motivation auch durch Dichtungen

Strausberg (sd). Bereits zum 75. Mal wurde auch in der von-Hardenberg-Kaserne des... [zum Beitrag]

Restaurant Aquamarin

Das Aquamarin in Joachimsthal ist momentan noch ein wahrer Geheimtipp. Kein Wunder, denn das Café und... [zum Beitrag]

Menschen helfen, Menschen retten

Beim Tag der Helfer hat die Feuerwehr Biesenthal am vergangenen Samstag bereits zum achten Mal auf die... [zum Beitrag]

Der TouchTomorrow Truck in Bernau

Die Zukunft parkt vor Barnim Gymnasium in Bernau. Hier hat der TouchTomorrow Truck Halt gemacht. In... [zum Beitrag]

Arbeitsmarktzahlen

Die Arbeitsmarktzahlen für diesen Monat fallen positiv aus. Im Landkreis Märkisch-Oderland, sank der... [zum Beitrag]

Neue Wegweiser für Eberswalde

Die Stadt Eberswalde hat am Dienstag das neue Wegeleit- und Informationssystem eingeweiht. Dazu trafen... [zum Beitrag]

Gelebte Solidarität

Der Eberswalder Marktplatz verwandelte sich am vergangenen Donnerstag zum Diskussionsraum. Das Bündnis... [zum Beitrag]