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Hussitenfest in Bernau zum 28. Mal gefeiert

900 Jahre lebendige Geschichte

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Beitrag: 900 Jahre lebendige Geschichte

Datum: 17.06.2019
Rubrik: Kunst & Kultur

Jedes Jahr im Juni lädt Bernau zu einer Zeitreise ins Mittelalter ein, denn beim Hussitenfest lassen die Bernauer fast 900 Jahre Geschichte lebendig werden.

Eröffnet wird das Spektakel traditionell auf dem Steintorplatz.

 28 Jahre gibt es das Hussitenfest mittlerweile schon, welches alljährlich rund 22.000 Besucher in die Stadt vor den Toren Berlins lockt.

Das Hussitenfest geht auf eine Gegebenheit aus dem Jahr 1432 zurück. Damals stand ein Teil des hussitischen Heeres vor der Stadt und soll versucht haben, die Stadt einzunehmen. Für eine Belagerung hatten die Hussiten aber weder genügend Zeit noch ausreichend Truppen, und ohne schweres Gerät war gegen das Bernauer Befestigungssystem nicht anzukommen. Die Bernauer standen mit hoher Kampfmoral hinter ihren festen Mauern und verteidigten ihr Hab und Gut. Die Hussiten zogen nach wenigen Tagen resigniert ab. Dieses denkwürdige Ereignis wird noch heute von den Bernauern gefeiert.

Hauptattraktion des Hussitenfestes ist der prächtige Festumzug, bei dem mehr als 1600 Akteure die Stadtgeschichte Revue passieren lassen.

Den Anfang macht natürlich Stadtgründer Albrecht der Bär mit seinem Gefolge.

Die Gründung der Johanniter im Jahre 1160 wurde von der Kita Weltenbummler dargestellt.

Die Gemeindegründung Ladeburgs aus dem Jahre 1300 hat der Heimatverein Ladeburg ins Bild gesetzt.

Die Gilde der Tuchmacher und Wollweber zählte zu den bedeutendsten und wohlhabendsten Gilden im Mittelalter. Sie wurden von der Kita Angergang dargestellt.

Die Kalandsgilde sollte Notleidenden helfen. Durch Spenden erreichte sie so großen Reichtum, was allerdings zu immer größeren Schmaus- und Trinkgelagen führte, was den Kalandsbrüdern den Spottnamen „Fress- und Saufbrüder“ einbrachte.

Nicht fehlen durften natürlich die Bernauer Briganten. Angeführt von Bernd Eccdarius stellen sie die größte Gruppe im Festumzug dar.

Die Pestzeit Ende 16., Anfang 17. Jahrhundert war eine fürchterliche Zeit. 1597 reichte der Begräbnisplatz an der Marienkirche für die Pesttoten nicht mehr aus und ein neuer Friedhof, der jetzige alte Friedhof musste eingerichtet werden.

Ein weiteres dunkles Kapitel war die Hexenverbrennung, die bei dem Umzug auch nicht fehlen durfte.

Der Henker von Bernau gehört auch in diese Zeit. Dargestellt wurde dieses Bild von der Bernauer Henkertruppe.

Das Apothekenprivileg, welches Kurfürst Friedrich der Dritte 1698 einem Bernau Apotheker verlieh wurde von Familie Fischer dargestellt.

Die in Bernau hergestellten weißen Militärhandschuhe waren seinerzeit in ganz Deutschland nachgefragt. An die Handschuhmacher erinnerte der Hort der Grundschule am Blumenhag.

An die Waschfrauen aus dem Jahr 1876 erinnerten Adelheid und ihre Freundinnen.

Die Bernauer Feuerwehr wurde im Jahr 1882 gegründet. Daran erinnerte die FFW Bernau, die auch von zwei Oldtimer-Feuerwehrautos begleitet wurde.

Zur Stadtgeschichte zählt natürlich auch die Tatsache, dass die Stadt Bernau 2003 Partnerstadt von Hertha BSC wurde. Dies wurde von Manfred Kerkhofer und weiteren Fußballfreunden dargestellt.

Im Stadtpark ging es zünftig zu. Hier wurde ein mittelalterlicher Jahrmarkt und das Heerlager nachgebildet.

So konnten die Besucher bei schönstem Sommerwetter sich vielleicht vorstellen, wie es war zu der Zeit, als einst die Hussiten vor der Stadt lagen.

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