Nachrichten - Vereinsleben

Betroffene von Morbus Bechterew trafen sich zu Highland-Games

Kein Vodka: Schottenflair im SEP

Datum: 12.08.2019
Rubrik: Vereinsleben

BU: Da Strausberg (sd). Bereits zum 6. Sportfest trafen sich Mitglieder der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) im Sport- und Erholungspark. Frei nach dem Motto „Bewegung, Begegnung, Beratung“ traten sie zu Highlandgames an und verbrachten gemeinsame Stunden.

Mit Dudelsackklängen und im Quilt – stilecht eröffnete Frank Balzer das Treffen der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew. Wie auf einem T-Shirt der rund 90 Teilnehmer zu lesen ist, handelt es sich dabei jedoch nicht „russischen Vodka“. Vielmehr handle es sich um eine rheumatische Erkrankung, die besonders die Wirbelsäule betrifft. „Rheuma ist ein Oberbegriff, doch es gibt viele Spezial- und Sonderformen, wie Morbus Bechterew, in die nochmal unterteilt wird“, erklärt Balzer, der seit 2004 DVMB-Landesvorsitzender für Berlin-Brandenburg ist. Allein zum Landesverband gehören rund 800 Mitglieder in 11 regionalen Gruppen.

16.000 Mitglieder in 14 Bundesländern zählt der Dachverband. Wie viele andere rheumatische Erkrankungen ist auch Morbus Bechterew längst Volkskrankheit. Neben Bewegung und Medikamenten wird die Autoimmunerkrankung auch mit spezieller Ernährung behandelt. Ein regionaler Partner ist auch Dr. Axel Krause, der am Krankenhaus Rüdersdorf arbeitet, und vor allem den Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Darm erforscht. „Vor allem ist auch eine psychologische Behandlung der Erkrankten wichtig“, ergänzt Frank Balzer aus eigener Erfahrung. Ein großer Fortschritt sei die heute viel schnellere Diagnose, wodurch vor allem den Betroffenen mehr Zeit zur effektiven Therapie gegeben werde.

Dass die schottische Spiel- und Sporttradition so starken Einzug in das Treffen gehalten hat, ist nicht zuletzt auch auf Frank Balzers Begeisterung für das Land zurückzuführen. Entsprechend den Fähigkeiten der Teilnehmer aus Uckermark, Baden-Württemberg, Spandau-Havelland, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark, Berlin und Märkisch-Oderland wurden die Disziplinen etwas abgewandelt. Der Schwierigkeitsgrad wurde je nachdem in Männer, Frauen und Kinder eingeteilt. Doch die einzelnen Stationen – Baumstammwerfen, Hammerwerfen, Stiefelweitwurf, Hufeisenwerfen, Zielwerfen mit Bierdeckeln, Gewichte hochwerfen, Heusackwerfen, Steinstoßen und Dart.

Da die Motivation beim Tauziehen als Abschluss bei einigen Teilnehmern größter war als ihre Fähigkeiten, gab es dieses Mal als Überraschung einen Schlängellauf, wie er auch bei den schottischen Vorbildern üblich ist. „Bewegung ist für die Betroffenen gut und wichtig“, so Frank Balzer. Doch vor allem konnten die Aktiven gesellig sein und ihrem Mitteilungsbedürfnis folgen. Vor drei Jahren wurde mit rund 125 Teilnehmern ein bisheriger Rekord verzeichnet. Einmal wurde in den sieben Jahren des Treffens auf Berlin ausgewichen, da dort die verrückten olympischen Spiele stattfanden. Für die Kinder gab es zudem Hüpfburg sowie Mal- und Bastelangebote. Der Tag klang gemütlich am Grill aus. Fast der gesamte Vorstand des Landesverbandes waren anwesend und sogar zwei Vertreter des Bundesverbandes reisten eigens aus Baden-Württemberg an.

BU: Da fliegt der Baumstamm - Wie bei den Vorbildern aus Schottland, galt es bei den Highland-Gamnes im SEP, im Team möglichst viele Punkte zu sammeln.    Foto: BAB/sd

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