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3. Straßenfest in der Ruhlaer Straße

„Eberswalde ist das, was wir daraus machen“

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Beitrag: „Eberswalde ist das, was wir daraus machen“

Datum: 01.10.2019
Rubrik: Gesellschaft

Eberswalde ist im Wandel. An vielen Orten im Stadtbild wird altes abgerissen und neues gebaut, geschichtsträchtige Orte verschwinden und machen der Moderne Platz. Eine Entwicklung, die nicht allen zusagt. Um ein Zeichen zu setzen, dass der Bürger bei der Realisierung dieses Wandels beteiligt sein will, fand am Wochenende zum dritten Mal das Straßenfest in der Ruhlaer Straße statt. Die Straße nahe des Weidendamms ist, wenn auch klein, mit zahlreichen traditionellen Geschäften und Läden gefüllt; Orte der Begegnung, die für viele maßgeblich zum Charakter der Stadt beitragen.

So hat ein Auftritt in der Eckkneipe „Zur Haltestelle“ schon dazu geführt, dass eine ganze Familie von Berlin nach Eberswalde gezogen ist, nämlich bei der Band „Goodies & Brains“, die auf der Hauptbühne neben der Kneipe gespielt haben. Musik gab es den ganzen Tag über, viele der Bands sind eng mit der Region verbunden, wie zum Beispiel Trioladiva. Das Straßenfest wird jedes Jahr ehrenamtlich von Bürgern organisiert, die Stadt hat sie nur logistisch unterstützt, indem sie Stände, Tische und Bänke gestellt haben. Ein Blick über das Fest zeigte schnell, was hier im Fokus stand. Statt überteuertem Essen, Werbung und einflussreichen Sponsoren an jeder Ecke konnte man hier Quarkbällchen aus eigener Produktion zum selbstgewählten Preis kaufen, am Foodsharing-Stand Leckereien probieren, die ansonsten im Müll gelandet wären oder sich über die Arbeit der verschiedener Gruppierungen informieren und ins Gespräch kommen. Das wiederverwendbare Geschirr konnte an einer Waschstraße selbst gesäubert und wieder abgeben werden, um ein nachhaltiges und müllfreies Fest zu ermöglichen.

Seit das Ruhlaer Straßenfest 2017 gestartet ist, ist es ständig gewachsen. Den Publikumsmagneten haben auch andere für sich genutzt. Direkt gegenüber des Regionalladens „Krumme Gurke“ hat am Samstag eine Naturheilpraxis eröffnet, welche die kulturreiche Straße in Zukunft ebenfalls bereichern wird. Die am Straßenfest mitwirkenden Organisationen nutzten ein Kreispodium als Vorstellungsrunde, um den Gästen die Vielfältigkeit und die Möglichkeiten aufzuzeigen, um sich aktiv in das Geschehen der Stadt einzubringen. Der Stimmung konnte auch das wechselhafte Wetter am Samstag keinen Abbruch tun. Wie die Gentrifizierung hier in Zukunft spürbar sein wird, ist nicht klar. Das Straßenfest allein wird nicht dagegen ankämpfen können, ein klares Zeichen haben sie allerdings gesetzt.

Bericht/Kamera/Schnitt: Wilhelm Zimmermann

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