Nachrichten - Gesellschaft

Gleich die Prüfungen zum vierten Dan im Judo und Jiu Jitsu absolvierte Marcel Assmann an einem Tag erfolgreich

Bruchtest der anderen Art

Datum: 02.12.2019
Rubrik: Gesellschaft

Lichtenow (sd). Meister im Judo, Karate, Jiu Jitsu oder Aikido zu sein, ist eine Sache, doch Marcel Assmann vom Lichtenower Dokan-Kampfsportverein legte gleich zwei Meisterprüfungen ab. Erst sammelte sich Assmann zum letzten Teil seiner Doppelprüfung. Sieben Jahre Wartezeit und ein halbes Jahr intensive Vorbereitung waren diesem Tag vorausgegangen. Nun galt es, neun übereinander gelegte Ytong-Platten mit einem Schlag zu zerbrechen. Ein Bruchtest der besonderen Art. „Er konzentriert sich darauf, die Energie aus seinem Hara in seine Hand zu lenken“, erklärt Prüfer Joachim Jenkel-Petters und deutet dabei den Energiefluss von einem Bereich im unteren linken Bauch, genannt Hara, zum Unterarm an. Auch wenn es schwer zu beschreiben sei, wurde bereits sportmedizinisch nachgewiesen, dass es tatsächlich eine Verbindung gibt, die dem Bild des Energieflusses etwa entspricht. Zweimal hochkonzentriert angesetzt, saß der Schlag, alle Platten brachen. Dynamik und Geschwindigkeit des Vorgangs zählten besonders. Dabei hatte Assmann sogar eine Platte mehr draufgelegt, als die Prüfung forderte. „Eine ist gestern beim Transport kaputt gegangen“, scherzte er anschließend. Die Aktion war doch schmerzhafter als gedacht, doch dank umfassender Kenntnisse und der Hilfe des Prüfers waren die Beschwerden schnell wieder abgeklungen. „Ich kann es kaum glauben. Den Bruchtest habe ich das letzte Mal 2011 mit sieben bis acht Steinen durchgeführt“, freut sich Assmann anschließend. Für den Schnitttest war es gar eine Premiere. So „richtig realisiert“ habe er nur Anfang und Ende des Schnitttests sowie den Bruchtest als er schon unten war, beschreibt Assmann anschließend. Im ersten Prüfungsteil ging es um den vierten Dan im Judo, was bereits etwa zweieinhalb Stunden dauerte. Anschließend folgte der Meistergrad im Jiu Jitsu. „In meinen 62 Jahren habe ich das noch nie erlebt, das ist einzigartig in Deutschland, gleich zwei Prüfungen zum Dan an einem Tag zu absolvieren“, erklärt Jenkel-Peters und fügt hinzu, dass er bereits viele Durchfaller erlebt hat. Auch fünf Symbole allein durch Bewegungen darzustellen, war Teil der Prüfung. Positive-Negative Kraft, Zentrifugalkraft, Welle eines abnehmenden Tsunami oder auch Kraft des Kometen sollen einen besseren Menschen schaffen und lehren viel. „Die Physik muss durch die Bewegung nachvollziehbar sein. Dadurch werden es sehr anspruchsvolle Übungen“, ergänzt Jenkel-Peters. Besonders nach Trittverletzungen, die im Kampfsport nicht ausbleiben, sind schnelle erste Hilfe und Massagetechniken wertvolle Unterstützung. Kombinierte Techniken des Shiatsus (Sportmassage) und des Kuatsu (erste Hilfe) gehörten ebenso zum abgefragten Stoff innerhalb der Doppelprüfung. Auf Würge-Versuche musste Marcel Assmann sich mit Judo-, Aikido- und Karate-Techniken zur Wehr setzen. Auch die Verteidigung gegen mehrere Angreifer zählt zum Prüfungsinhalt. Ebenso der Umgang mit Waffen des Kobudo und der sogenannte Schnitttest, bei dem eine Rolle aus Bambus mit einem Hieb zerteilt wurde. Es kommt auf einen möglichst sauberen Schnitt an, der nicht nur durch die Schärfe der Klinge, sondern durch das Ziehen des Schwertes im Gegensatz zum Schlagen erreicht wird. Die sogenannte Sai-Gabel ist eine der vom Aussehen her bekanntesten Waffen und entstand ursprünglich aus einer Mistgabel, die verkürzt wurde, um damit effektiv Schwertangriffe abwehren zu können. Die wissenschaftliche Facharbeit mit dem Titel „Kampfsporttraining von Kindern und Erwachsenen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede“ könne in der Form direkt als Buch gedruckt werden, befindet der Prüfer. Wie Assmann ist auch Jenkel-Peters ein Meister darin, verschiedene Stilrichtungen zu mischen und dadurch einen eigenen Stil zu entwickeln, wofür ihm der Titel Sake verliehen wurde. Je höher der Grad, desto komplizierter der Dan. So werde bis zum sechsten Dan geprüft und alle folgenden werden verliehen. Im nächsten Jahr werde erstmals die Prüfung zum ersten Dan im Lichtenower Multifunktionsobjekt durchgeführt, blickt Assmann in die Zukunft. Dann auch wieder als Doppelprüfung im Judo und Jiu Jitsu, was wohl Lichtenower Standard werden wird. Auch eine extra Selbstverteidigungsprüfung werde es demnächst geben.

BU: Die Energie vom sogenannten Hara in den Arm umzuleiten, ist Grundlage des Bruchtests, der viel Selbstbeherrschung und Konzentration abverlangt. Marcel Assmann hatte sogar eine Platte mehr als gefordert. Fotos (2): BAB/sd

Gezogen, nicht geschlagen – auch den Schnitttest als persönliche Premiere meistert Marcel Assmann.

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